Diese Tipps gibt die KKH allen, die ihre Angehörigen pflegen

Pflege von Angehörigen ist nicht selbstverständlich.
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Aalen/Schwäbisch Gmünd. Laut Statistischem Bundesamt werden 1,76 Millionen Pflegebedürftige durch Angehörige gepflegt. Damit übernehmen die pflegenden Angehörigen eine tragende Säule in der Pflegeversicherung. „Die Pflege von Familienangehörigen, Freunden oder Bekannten bringt oftmals physische und psychische Belastungen mit sich, die nicht unterschätzt werden sollten. Die geleistete Arbeit ist im Vergleich zu früheren Generationen nicht mehr selbstverständlich und verdient heute eine besondere Wertschätzung und Anerkennung“, sagt Horst Gentner vom KKH-Serviceteam in Aalen.

Die Pflegekassen unterstützen Pflegepersonen laut KKH  mit diversen Angeboten. „In erster Linie geht es darum, praxisnahe Fragen zur häuslichen Pflege zu beantworten und Wissen zu Pflegekosten und Finanzierungsmöglichkeiten zu vermitteln. Dies geschieht in klassischen Pflegekursen vor Ort oder als Seminar im Internet“, erklärt Gentner. Der Online-Pflege-Coach der KKH biete den Vorteil, dass die Themen selbstständig und individuell bearbeitet werden können. „Diese Flexibilität ist gerade für pflegende Angehörige wertvoll, da sie sich die Zeit frei einteilen können und niemanden für die Betreuung der zu pflegenden Person organisieren müssen“, erklärt Gentner.

Unterstützung während Abwesenheit

Auf Dauer sei die Pflege eines Angehörigen sehr anspruchsvoll. „Damit pflegende Angehörige von ihrer Tätigkeit für einen gewissen Zeitraum Abstand gewinnen und sich erholen können, gibt es von den Pflegekassen finanzielle Unterstützung für die Versorgung und Betreuung der pflegebedürftigen Person während der Abwesenheit“, sagt Gentner. So bestehe der Anspruch auf die sogenannte Verhinderungspflege, bei der eine andere Person – ein Nachbar, ein Freund oder der ambulante Pflegedienst – die Pflege übernimmt. Hier zahle die Pflegekasse für bis zu sechs Wochen pro Kalenderjahr maximal 1.612 Euro, wenn der Pflegebedürftige mindestens Pflegegrad zwei erreicht habe. Außerdem übernehme die Pflegekasse die sogenannte Kurzzeitpflege in einer stationären Pflegeeinrichtung für bis zu acht Wochen pro Kalenderjahr mit maximal 1.612 Euro ab Pflegegrad zwei.

© Gmünder Tagespost 10.09.2019 07:04
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Kommentare

Monika Benninger-Köder

Klingt alles so schön in der Theorie aber die Praxis sieht anders aus. Personen für die Verhinderungspflege sind kaum zu finden, fast jeder ist berufstätig und die Plätze in der Kurzzeitpflege sind so rar, dass sich pflegende Angehörige die Finger wund wählen. Ohne "Beziehungen" geht fast garnichts.

Pflegekurse? Theoretisch ja, praktisch auch eine Seltenheit. Und  WENN mal einer angeboten wird - wer passt dann auf den Pflegling auf, solange der Angehörige dort ist?

Wir haben PFLEGENOTSTAND- wird das gerade komplett ausgeblendet?

Liebe SchwäPo, lasst doch bitte die Menschen zu dem Thema Stellung nehmen, die seit Jahren einen Angehörigen pflegen und schier verzweifeln am Schreibkrieg mit der Pflegekasse, am Betteln um jede Hilfe - und lasst nicht nur die zu Wort kommen, die die Theorie schönreden. Lasst doch mal einen Vertreter der VdK einen Artikel schreiben, der engagiert den Leuten zur Seite steht beim Schreiben der Einsprüche auf fragwürdige Bescheide nach der Devise "wir lehnen erstmal ab, vielleicht wehrt sich keiner".  Die Chancen dafür stehen gut, weil die meisten langjährig Pflegenden einfach nicht mehr den Nerv für zähe Verhandlungen haben - und darauf wird knallhart spekuliert.