Ostalbkreis nähert sich der 7-Tage-Inzidenz von 200 

Landrat Dr. Bläse informiert über Maßnahmen, die zusätzlich zu den ab morgen bereits landesweit verfügten Beschränkungen gelten würden, und ruft dringend zur Kontaktvermeidung auf.

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Aalen. Am Freitagnachmittag informiert das Landratsamt, dass sich der Kreis der 7-Tage-Inzidenz-Schwelle von 200 nähert. Stand Freitag, 11. Dezember, verzeichnet der Ostalbkreis weitere 114 Neuinfektionen gegenüber dem Vortag. Die 7-Tage-Inzidenz des Ostalbkreises ist laut Landesgesundheitsamt auf 184,7 je 100.000 Einwohner gestiegen. „Damit sind wir nicht mehr weit von der 200er-Marke entfernt, bei der wir als Landkreis weitere deutliche, beschränkende Maßnahmen verfügen müssen“, so Landrat Dr. Joachim Bläse.

Die aktuellen Coronazahlen und die Entwicklung im Ostalbkreis in interaktiven Diagrammen

Grund für den starken Anstieg sind Corona-Ausbrüche in mehreren Gemeinschaftseinrichtungen sowie eine Zunahme des Infektionsgeschehens in Schulen und Kitas. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister wurden vom Landrat bereits in einer Videokonferenz informiert. 

Landesweit geltende Ausgangsbeschränkungen

Das Landeskabinett hat am heutigen Freitagvormittag im Rahmen einer Sondersitzung bereits ab dem morgigen Samstag, 12. Dezember, geltende weitergehende Einschränkungen beschlossen. Hier Nachlesen: Ministerpräsident Winfried Kretschmann informiert über den weiteren Kurs zur Eindämmung der Pandemie.

Verschärfungen ab Inzidenz 200 im Ostalbkreis

„Der Inzidenzwert von 200 muss an drei hintereinander folgenden Tagen überschritten sein, dann müssen wir nach den momentan geltenden Vorgaben des Landes Verschärfungen in einer Allgemeinverfügung regeln“, erklärt Landrat Dr. Bläse, der die Bürgerinnen und Bürger über die dann festzulegenden Maßnahmen vorab informieren will, gleichzeitig aber angesichts des stetig ansteigenden Infektionsgeschehens dringend zur Einhaltung der Abstands- und Hygienemaßnahmen aufruft. Bei einer fortgesetzten Entwicklung wie in den letzten Tagen erwartet die Landkreisverwaltung das Erreichen der 200er-Marke im Laufe der nächsten Woche. Für die Feststellung des Überschreitens der Inzidenz von 200 je 100.000 Einwohnern ist der Lagebericht des Landesgesundheitsamtes maßgeblich.

„Folgende Maßnahmen müssten für den Ostalbkreis laut der aktuell geltenden Hotspot-Strategie des Landes per Allgemeinverfügung geregelt werden - und zwar über die landesweit ab morgen ohnehin geltenden Ausgangsbeschränkungen hinaus“, kündigt der Landrat an:

  •  Im öffentlichen und privaten Raum dürfen sich nur noch Personen zweier Haushalte treffen, maximal jedoch 5 Personen. Kinder des jeweiligen Haushaltes bis einschließlich 14 Jahren sind hiervon ausgenommen. Verwandte in gerader Linie, Ehegatten, Lebenspartner oder Lebensgefährten in nicht ehelicher Lebensgemeinschaft, die nicht Teil dieser Haushalte sind, dürfen entgegen § 9 Abs. 1 Corona-Verordnung an den Ansammlungen und privaten Veranstaltungen nicht mehr teilnehmen. 
  • Veranstaltungsverbot: Verboten werden alle Veranstaltungen, ausgenommen von Religions-, Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften zur Religionsausübung (einschließlich Bestattungen, Urnenbeisetzungen und Totengebeten). Ebenfalls ausgenommen sind unter anderem auch die Teilnahme an Gerichtsterminen, Aussagen bei Polizei oder Staatsanwaltschaft, Sitzungen kommunaler Gremien sowie Wahlen und Abstimmungen. Das Verbot gilt ebenso nicht für Veranstaltungen, die für die Aufrechterhaltung des Arbeits-, Dienst- oder Geschäftsbetriebs, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der sozialen Fürsorge zwingend erforderlich sind und nicht aufgeschoben werden können.

  •  Eine nicht-medizinische Alltagsmaske oder vergleichbare Mund-Nasen-Bedeckung muss auf Baustellen auch im Freien getragen werden, soweit der Abstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht sicher eingehalten werden kann.

  • Friseurbetriebe sowie Barbershops und Sonnenstudios werden geschlossen.Medizinische Behandlungen (zum Beispiel Physio- oder Ergotherapie, Psychotherapie, Logopädie, Podologie, medizinische Fußpflege sowie Massagen) bleiben möglich, sofern medizinisch notwendig. Arztbesuche bleiben generell erlaubt; gegebenenfalls ist die Ärztin oder der Arzt vorab telefonisch zu kontaktieren.
  • Öffentliche und private Sportstätten, Schwimm-, Hallen-, Thermal-, Spaßbäder und sonstige Bäder einschließlich Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen werden abweichend von der Corona-Verordnung auch für den Schulsport, Studienbetrieb sowie Freizeit- und Individualsport geschlossen.

  • Besuche in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen nur nach vorherigem negativem Antigentest oder mit FFP2-Atemschutzmaske bzw. vergleichbarem Standard.

  • Einzelhandel: Verbote von besonderen Verkaufsaktionen (zum Beispiel Räumungs- oder Schlussverkäufe, besondere Rabattaktionen), bei denen unter anderem aufgrund des Eventcharakters oder erwarteten zusätzlichen Publikumsverkehrs ein größerer Zustrom von Menschenmengen erwartet werden kann. Ebenfalls verboten sind Märkte, welche nicht der Deckung des täglichen Lebensbedarfs dienen (zum Beispiel Flohmärkte, Jahrmärkte).

Erst wenn der 7-Tages-Inzidenzwert fünf Tage in Folge unter 200 je 100.000 Einwohnern liegt, würde die Allgemeinverfügung wieder aufgehoben werden. 

Allerdings könne es sein, dass das Land diese oder vergleichbare Maßnahmen aus seiner Hotspot-Strategie im Laufe der nächsten Woche landesweit unabhängig von einer Kreisinzidenz über 200 anordnet, so der Landrat.

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© Gmünder Tagespost 11.12.2020 15:33
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