Regelungen für Schulen und Kitas in Baden-Württemberg ab 11. Januar

Ministerin Dr. Susanne Eisenmann: „Unser Ziel ist, Kitas und Grundschulen in Baden-Württemberg ab dem 18. Januar wieder flächendeckend zu öffnen.“

  • Vorerst gilt weiterhin Fernunterricht. Symbolbild: Pexels

Stuttgart. Am 5. Januar 2021 haben die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder beschlossen, den bundesweiten Lockdown bis 31. Januar zu verlängern.

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Ziel Schulen ab 18. Januar zu öffnen

"Gerade in der Grundschule ist digitaler Unterricht nur sehr schwer bis gar nicht möglich. Zudem gibt es viele Kinder, die beim Lernen zu Hause keine Unterstützung erhalten“, sagt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann und fügt an: „Dass die älteren Schülerinnen und Schüler an den weiterführenden und den beruflichen Schulen vorerst Fernunterricht haben sollen, ist nachvollziehbar und vertretbar. Die Grundschulen und Kitas über weitere Wochen komplett geschlossen zu halten, fände ich sehr schwierig. Deshalb ist es unser Ziel, Kitas und Grundschulen in Baden-Württemberg ab dem 18. Januar wieder flächendeckend zu öffnen.“

Dies sei auf Grundlage der Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz möglich, wenn die Präsenzpflicht ausgesetzt wird. Dies ist in Baden-Württemberg bereits seit Juli 2020 der Fall, es gilt die Regel, dass Eltern, die nicht wollen, dass ihr Kind am Präsenzunterricht teilnimmt, dies der Schule formlos anzeigen können. 

So wird der Beschluss umgesetzt: 

Schulen, Kindertageseinrichtungen sowie Einrichtungen der Kindertagespflege bleiben zunächst weiterhin geschlossen. Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung und körperliche und motorische Entwicklung bleiben geöffnet. Sie können den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen fortführen. Es besteht jedoch für die Schülerinnen und Schüler keine Verpflichtung zur Teilnahme am Präsenzbetrieb. 

Zielsetzung ist, Kindertageseinrichtungen, Einrichtungen der Kindertagespflege sowie Grundschulen und SBBZ mit den weiteren Förderschwerpunkten sowie Schulkindergärten ab dem 18. Januar wieder flächendeckend zu öffnen. Auch für die Abschlussklassen soll es ab dem 18. Januar nach Möglichkeit mit dem Präsenzunterricht weitergehen. Dazu wird es kommende Woche auf der Basis dann vorliegender Daten erneut Gespräche geben.

Regelungen im Einzelnen ab dem 11. Januar 2021:

  • Grundschulen: Für die Schülerinnen und Schüler der Grundschule tritt während des Zeitraums der Schulschließung an die Stelle des Unterrichts in der Präsenz das Lernen mit Materialien, das entweder analog, aber auch digital erfolgen kann.
  • Fernunterricht: Für die Schülerinnen und Schüler ab der Klassenstufe 5 wird Fernunterricht angeboten. Für den Fernunterricht gibt es seit Juli 2020 landesweit verbindliche Qualitätskriterien und Vorgaben. Sofern schriftliche Leistungsfeststellungen in den weiterführenden Schulen für die Notenbildung zwingend erforderlich sind, können diese in Präsenz vorgenommen werden.
  • Abschlussklassen: Mit Rücksicht auf die besondere Situation der Schülerinnen und Schüler, die vor ihren Abschlussprüfungen stehen, soll für sie folgendes gelten: Für sie kann ab 11. Januar ergänzend zum Fernunterricht auch Präsenzunterricht angeboten werden, sofern dies zwingend zur Prüfungsvorbereitung erforderlich ist.
  • Notbetreuung: Für Kinder in Kindertageseinrichtungen sowie Einrichtungen der Kindertagespflege sowie für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 7, deren Eltern zwingend auf eine Betreuung angewiesen sind, wird wieder eine Notbetreuung eingerichtet. Die Grundsätze dafür sind in den angehängten Orientierungshilfen zur Notbetreuung dargestellt. Sie wurden aktualisiert und an die Rechtslage angepasst. Neu ist, dass auch Studentinnen und Studenten sowie Schülerinnen und Schüler, die wegen der Prüfungsvorbereitung an der Betreuung gehindert sind, die Notbetreuung in Anspruch nehmen können. 

© Gmünder Tagespost 06.01.2021 15:35
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SB76

Da das Schreiben von Leserbriefen bzw. Kommentaren eine wichtige Möglichkeit ist, seine Meinung nach außen zu tragen - habe ich mich endlich dazu entschlossen, mich hier zu registrieren.

Ich bin Mutter eines "besonderen" Sohnes, der nächste Woche 7 Jahre alt wird. Das Wort "besonders" bedeutet für mich bzw. auch für sein Umfeld: Er ist ein Kind mit erhöhtem Förderbedarf und seit diesem Sommer Schüler eines SBBZ mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung.

Er liebt seine Schule, seine Lehrerinnen und Lehrer sowie seine Klassenkameraden (5 Schüler). Am liebsten hat er Deutsch, in dem er alle Buchstaben, egal wo geschrieben, benennt und rauf- und runter schreibt; Kochen hat er auch gerne - Essen natürlich auch ;-)

Was er aber im Gegensatz zu manch anderen Kindern ganz dringend braucht: Kontinuität und Struktur im Tagesablauf! Und das gibt ihm seine geliebte Schule - doch nur im Präsenzunterricht!

Im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr, wo er noch in einem Schulkindergarten war ( jedoch auch mit erhöhtem Förderbedarf), hat er nun endlich auch mal seine Lobby bekommen und ich als seine Mutter muss weniger darum kämpfen. Was mir im Frühjahr erheblich Energie gekostet hat, meinem Sohn eine geeignete Struktur trotz geschlossenem Kindergarten zu ermöglichen.

"Besondere Kinder" finden bei der ganzen Corona-Debatte (egal wie man darüber denkt) nicht mal ansatzweise einen Stellenwert - jetzt durch diesen einen Absatz in diesem Artikel schon: 

Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung und körperliche und motorische Entwicklung bleiben geöffnet. Sie können den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen fortführen. Es besteht jedoch für die Schülerinnen und Schüler keine Verpflichtung zur Teilnahme am Präsenzbetrieb.

Ein herzliches Dankeschön an Frau Dr. Eisenmann sowie die Verantwortlichen für Schule und Bildung im Ostalbkreis, auch im Namen meines Sohnes!

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