Zusätzliche Arbeiten: Sanierung des Virngrundtunnels auf der A7 dauert länger

Die Gesamtmaßnahme verlängert sich von 15 auf 17 Monaten
  • Ein Archivbild vom Virngrundtunnel von August 2019. (Archiv-Foto: Schütz)

Ellwangen. Die schlechte Nachricht für Autofahrer: Die Sanierungsarbeiten des Virngrundtunnels dauern länger als geplant. Die gute Nachricht, so verpackt es zumindest das Regierungspräsidium Stuttgart in seiner Mitteilung: Durch die Mehrarbeiten wird eine künftige Sperrung von sechs bis neun Monaten vermieden.

Das Regierungspräsidium Stuttgart saniert seit Mai 2019 die gesamte Betoninnenschale des Virngrundtunnels und rüstet diesen betriebstechnisch auf den aktuellen Stand der Technik nach. Hierzu gehören unter anderem die Verlegung einer Löschwasserleitung, der Neubau eines sogenannten Havariebeckens, die Erstellung neuer Schachtbauwerke, die Anpassung der Fahrzeugrückhaltesysteme (Beton- und Stahlschutzplanken) und die Erneuerung der gesamten Tunnelbetriebstechnik im Tunnel und im Betriebsgebäude. Die Arbeiten in der Oströhre sind so weit fortgeschritten, dass diese bis voraussichtlich Mitte März 2020 abgeschlossen werden. Im Anschluss beginnen die Arbeiten in der westlichen Tunnelröhre.

Im Vorfeld der Maßnahme erfolgten umfangreiche Untersuchungen und eine intensive Vorbereitung der Arbeiten. Trotz dieser vorab durchgeführten Maßnahmen stellte sich bei den Instandsetzungsarbeiten laut Regierungspräsidium heraus, dass Anpassungen des Sanierungskonzeptes (Leerrohrverlegung aufgrund veränderter Tunnelgeometrie) und damit verbunden auch zusätzliche Arbeiten erforderlich wurden, die nicht vorhersehbar gewesen seien.

Zusätzlich musste aufgrund gestiegener Anforderungen der Tunnelbetriebs- und Sicherheitstechnik unter anderem die erneuerte Löschwasserleitung im Bereich der Fahrbahn verlegt werden. Durch diesen zusätzlich erforderlichen Arbeitsschritt ergab sich jedoch die Möglichkeit, nun gleichzeitig die rund 32 Jahre alte Betonfahrbahn vollständig erneuern zu können. Angesichts des Alters der Fahrbahn wäre diese Sanierung kurz- bis mittelfristig ohnehin erforderlich geworden und hätte dann in einigen Jahren zu einer erneuten Maßnahme mit Verkehrsbeeinträchtigungen von etwa sechs bis neun Monaten geführt, so das RP. So wird die bestehende Maßnahme nun genutzt, um weitere zusätzliche Verkehrseinschränkungen für eine separat auszuführende Fahrbahndeckenerneuerung – die mit weiteren Sperrungen der Autobahn und Ausweichverkehr verbunden wäre – zu vermeiden.

Anhand der Erfahrungen bei der Sanierung der Oströhre ließen die anschließenden Instandsetzungsarbeiten in der Weströhre optimieren, sodass die benötigte Zeit für die Sanierung der Weströhre verkürzt werden kann. Die Sanierungsarbeiten an der Oströhre dauern rund zehn Monate. Für die Weströhre sind nun etwa sieben Monate eingeplant. Die Maßnahme soll somit bis voraussichtlich Oktober 2020 abgeschlossen werden. "Durch die Optimierung bei der kommenden Sanierung der Weströhre ergibt sich trotz der unvorhergesehenen Mehrleistungen und der nun zusätzlichen Fahrbahndeckenerneuerung dennoch nur eine Verlängerung der Zeitdauer des Eingriffs in den Verkehr der Autobahn A 7 von 15 auf 17 Monate", heißt es in dem Schreiben. Zugleich sei dann mit dieser Maßnahme bereits die in Zukunft anstehende Fahrbahndeckenerneuerung abgeschlossen, sodass diesbezüglich eine künftige Sperrung – Zeitdauer etwa sechs bis neun Monate – vermieden werden kann.

Die Kosten der Gesamtmaßnahme liegen bei aktuell 28 Millionen Euro. Hierin sind die Kosten für die Mehrarbeiten, die zusätzliche Fahrbahndeckenerneuerung sowie die aus Verkehrssicherheitsgründen installierte bauzeitliche Stauwarn- und Tunnelsperranlage enthalten. Die Kosten trägt der Bund als Baulastträger.

Das Regierungspräsidium Stuttgart bittet die betroffenen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sowie die vom Umleitungsverkehr betroffenen Städte und Gemeinden um Verständnis für die unvermeidbaren Beeinträchtigungen während der Bauzeit.

Aktuelle Informationen über Straßenbaustellen im Land können dem Baustelleninformationssystem (BIS) des Landes Baden-Württemberg unter www.baustellen-bw.de  entnommen werden. Unter www.svz-bw.de  liefern an verkehrswichtigen Stellen auf Autobahnen und Bundesstraßen installierte Webcams jederzeit einen Eindruck von der momentanen Verkehrslage.

© Gmünder Tagespost 13.02.2020 10:06
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Kommentare

Joe2302

Erfreulich, dass das Regierungspräsidium mal mitdenkt. Das kommt bei solchen Maßnahmen leider viel zu selten vor. Dennoch stelle ich mir nach wie vor die Frage, warum hier nicht 3-schichtig gearbeitet wird. Dann wäre man womöglich im Sommer schon fertig. Das geht in anderen Ländern der EU doch ebenfalls. Dort ist es auch üblich, den Bauunternehmen für jeden Tag, den sie eher fertig sind, eine Prämie zu zahlen.