Schwimmen oder untergehen

  • Eine Seekuh in freier Wildbahn. Foto: © Achimdiver/shutterstock.com
Seekühe haben schon immer die Fantasie der Menschen angeregt. Viele sahen in den doch eher plumpen Meeressäugern Fischgötter, Sirenen oder Nixen. Auch versuchte sich der Homo sapiens recht erfolgreich an der Ausrottung der schwimmenden Verwandten des Elefanten. Aber noch nie kam jemand auf die Idee, die überlebenden friedlichen Pflanzenfresser als Werbefläche für politische Botschaften zu missbrauchen.

In Florida wurde genau dieser Frevel begangen. „Trump“. Ein einziges Wort, ein Name, der als Drohung verstanden werden kann, wurde einer Seekuh tierquälerisch eingeritzt. Nun ermitteln die US-Tierschutzbehörden. Und hoffentlich auch das FBI. Denn spätestens, nachdem marodierende Zweibeiner mit Büffelhörnern auf dem Kopf das Kapitol entweihten, wissen wir, wozu die Anhängerschaft der noch amtierenden Orange in der Lage und bereit ist. Was kommt wohl als nächstes? Eisbären mit Trump-Frisuren? Auf Demokratenjagd abgerichtete Haie und Wölfe? Oder geht es nur darum, Zeichen zu setzen, die die Präsidentschaft des Golfspielers überdauern? Aber ist eine Seekuh die richtige Projektionsfläche? Wäre es nicht besser, den größten Organismus der Welt (nach Trump), also den 9 Quadratkilometer großen Hallimasch für die Trump-Werbung einzusetzen? Der Pilz tummelt sich vor allem unterirdisch. Und das passt nun wirklich zum künftigen Ex-Präsidenten. André Bochow
© Südwest Presse 14.01.2021 07:45
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy