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BMW-Designchef reagiert auf Kritik: Kunden wollen polarisieren

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Die Riesen-Niere von BMW polarisert. Designchef Domagoj Dukec erklärt, warum er dennoch daran festhält und warum sie nicht bei allen Modellen kommt

München – Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters – das gilt gleichermaßen für Kunst und Autos. Entsprechend gehen die Meinungen in puncto Design oftmals auseinander. Besonders umstritten ist BMW mit seiner Riesen-Niere im Hoch-Format, die vor knapp zwei Jahren erstmals zum Einsatz kam. Das Feedback fiel auch bei der Vorstellung der Power-Boliden M3 und M4 sonderlich positiv aus. BMWs Designchef Domagoj Dukec (45) zeigt sich von der Kritik an seiner Arbeit unbeeindruckt, wie er vor einiger Zeit erklärte.

Entsprechend glänzt auch die neue 7er-Reihe – und somit auch der neue i7 – mit einem großen Kühlergrill und einer etwas eigenwilligen Front. Die Kritik in den sozialen Netzwerken ließ entsprechend nicht lange auf sich warten. Auffällig ist indes, dass längst nicht alle BMW-Modelle mit der Riesen-Niere vorfahren. So haben beispielsweise der normaler 3er und der 1er weiterhin einen „normal“ großen Grill und auch die nächste Generation des 3er scheint eine schmalere Niere zubekommen. Gleiches gilt wohl auch für den 5er.

BMW-Designchef Domagoj Dukec hat die neue Optik mit den Riesen-Nieren verteidigt. (Symbolbild)

BMW-Designchef reagiert auf Kritik: Kunden wollen polarisieren

In einem Interview mit dem „Car Magazine“ erklärte Dukec den Grund für die unterschiedlichen Design-Philosophien. Demnach würden zwei Drittel der BMW-Kunden ein elegantes und harmonisches Aussehen bevorzugen. Aus diesem Grund würden volumenstarke Modelle weniger radikal designt als beispielsweise der neue 7er oder M4 und iX, der ebenfalls von den Fans verrissen wurde.

Mit diesen Modellen wolle man sich an Kunden richten, die „wirklich polarisieren wollen“. Dazu gehören laut dem BMW-Designchef auch die restlichen 33 Prozent, die aus der Masse hervorstechen wollen. „In der Vergangenheit war der 4er lediglich ein sportlicher 3er, aber diese Kunden sind anders - sie wollen ein irrationaleres Auto und sie sind bereit, für diesen emotionalen Ausdruck mehr zu bezahlen. Und dafür, wirklich ein Statement zu machen“, erklärt Dukec.

BMW-Designchef reagiert auf Kritik: Erfolg gibt ihm Recht

Ähnlich sieht es auch der Designchef der BMW Group Adrian van Hooydonk (57): „Ich glaube nicht, das gutes Design polarisieren muss, aber ich glaube, das Konzept von Schönheit kann polarisierend sein. Es geht alles auf den Kunden zurück und wenn eine Art von Kunde nach einem wunderschönen und zeitlosen Auto sucht, dann werden wir das natürlich designen.“ Allerdings gebe es eben auch Kunden, die nach einem Auto wie dem X6 suchen, das polarisiert. „Dieser Ansatz würde bei einem 3er oder 5er nicht funktionieren, weil sie in größeren Stückzahlen verkauft werden. Es ist also klar, dass man nicht mit einer einzigen Lösung daherkommen kann“, betont der Niederländer.

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So oder so, die Zahlen geben BMW recht, wie „motor1.com“ berichtet. 2021 verkauften die Münchner weltweit 2.213.795 Autos. Trotz Chipmangel und Corona-Pandemie, war es das beste Jahr der Firmengeschichte. Nicht nur das, man lag damit auch deutlich vor Mercedes (2.093.476) und Audi (1.680.512).

Rubriklistenbild: © BMW

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