Der Elektro-Kleinwagen ist auch ein Ohrenschmaus

Oper auf vier Rädern: Star-Tenor Bocelli und der neue Fiat 500e

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Ein Fiat für Musikfreunde: Star-Tenor Andrea Bocelli (r.) mit Sohn Matteo (l.) und Fiat-CEO Olivier Francois bei der Präsentation des Fiat 500e La Prima by Bocelli.
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Hören wie Andrea Bocelli. Im neuen Fiat 500e klingt es wie im Wohnzimmer des Star-Tenors. Das E-Auto hat aber noch viel mehr Spielereien.

  • Mit der Sonderedition „La Prima“ ehrt Fiat den Star-Tenor Andrea Bocelli
  • Der Hifi-Sound klingt wie die Oper in Pisa oder das Wohnzimmer des Maestros
  • Und noch eine Spielerei: Im Handschuhfach desinfiziert man das Smartphone

Das hätte auch keiner gedacht. Nicht VW, nicht Mercedes, weder BMW noch Audi – der gefährlichste Tesla-Jäger kommt aus Italien und ist eine kultige Knutschkugel. Der Fiat 500e, liebevoll auch Cinquecento genannt, liegt in der europäischen Verkaufsstatistik nämlich auf Platz 2. Nur Tesla bringt mit dem Model 3 mehr Elektroautos unter die Leute. Und: Fiat kann in überschaubaren Zeiträumen liefern. Rund zwei Monate soll es momentan und im besten Fall dauern, bis man den 500er entweder als Hybrid oder als Elektroauto bekommt.

Ein Song zur Premiere: Andrea Bocellis Sohn Matteo hat mit „Tempo“ ein eigenes Lied für die Werbekampagne des 500e geschrieben.

Fiat 500e „la Prima by Bocelli“ – auch der Maestro ist dabei

Kein reiner Verbrenner mehr? Richtig gelesen. Der Piccolino aus Italien wagt diesen Schritt und stellt auf umweltfreundliche Antriebe um. Ob es allein daran liegt? Jedenfalls legt die 2020 gelaunchte dritte Generation des Cinquecento (nach 1957 und 2007) eine Erfolgsspur hin, die ganz Fiat mitzieht. Der Kleinste als Retter der Marke. Wieder einmal. Und was macht man, wenn es eh schon gut läuft? Weitere Modell-Varianten nachschieben. Dabei darf es ruhig etwas exklusiver sein. Zum Beispiel mit dem Fiat 500e „La Prima by Bocelli“. Der italienische Star-Tenor hat dabei nicht nur seinen guten Namen beigesteuert, sondern den ganzen Sound des Audiosystems. Und so ist es auch kein Wunder, dass der Maestro bei der Präsentation der Edel-Karosse persönlich anwesend ist.

Die Badehütten im Alpemare verfügen über USB-Anschlüsse und eigene Safes: ein cooler Ort zur Präsentation des 500e by Bocelli

Forte dei Marmi: Luxusresidenz der Agnellis

Alpemare steht in geschwungenen Buchstaben auf dem Eingang, der sich standesgemäß zwischen zwei Pinien befindet. Wir sind in Forte dei Marmi, einem bedeutenden toskanischen Badeort an am ligurischen Meer. Marmi steht für die Mehrzahl von Marmor. Wer vom feinen Sandstrand Richtung Osten sieht, entdeckt überall aufgerissenen Bergflanken und -gipfel. Carrara. Hier wird der edelste Marmor der Welt abgebaut. Und genauso edel ist Forte dei Marmi. Schon die einstigen Fiat-Eigner, die Agnellis, hatten hier ihre Sommerresidenz. Damit sie von der Villa nicht die Straße überqueren mussten, um ins Meer zu kommen, hatten sie sogar einen eigenen Tunnel unter der viel befahrenen Strand-Promenade.

Zur Sonderausstattung des 500e La Prima by Bocelli gehört das weiße Leder und das Sound-System von JBL.

Exklusive Badeanstalt mit einem prominenten Besitzer

Auch das Alpemare ist eine ganz besondere Badeanstalt. Umziehkabinen und die Bar glänzen mit den kultigen Pastelltönen einer italienischen Eisdiele der 60er Jahre. Über den 48 Liegen am Strand thronen beduinenartige Zelte. Die Hütten sind mit einem eigenen Safe und zahlreichen USB-Anschlüssen ausgestattet. Nur eines gibt es nicht: Einen Parkplatz, weil die Gäste – noblesse oblige – mit einem Limousinen-Service direkt am Hotel abgeholt werden. Stil hat das Alpemare allemal – muss ja auch zum Besitzer passen. Und der heißt Andrea Bocelli, der erfolgreichste Tenor der Geschichte.

Wer „My Music Room“ auf dem JBL-Soundsystem einstellt, landet zumindest akustisch im Wohnzimmer von Andrea Bocelli.

Bocelli-Fiat: Die Idee wurde im Lockdown geboren

Dass Fiat im Freibad des Maestros ein neues Auto präsentiert – daran ist der Lockdown schuld. Fiat-CEO Olivier Francois hatte sein Homeoffice in Forte dei Marmi. Und so kam es wie es kommen musste. Der Maestro und der Auto-Boss kamen eines Tages ins Gespräch – das Sondermodell „Prima by Bocelli“ war geboren. Zusammen mit dem Soundspezialisten JBL klingt es im Fiat jetzt so wie an den vier Lieblingsplätzen des Tenors. „Virtual Venues“ nennt sich diese Technologie, die unter Mithilfe von 320 Watt, zwei Hoch- und vier Mitteltönern sowie einem Subwoofer akustisch an vier teilweise auch recht private Orte entführt. Da ist zum einen das Wohnzimmer des Maestros, das wie er selbst sagt, „dem perfekten Klang“ gewidmet ist. Dann sein persönliches Tonstudio und der Ort, an dem Bocelli sein Debüt gab: Das Opernhaus von Pisa. Und dann geht es soundtechnisch noch ins „Teatro del Silenzio“, einem Amphitheater, das in den toskanischen Hügeln liegt. Das Theater der Stille, das deshalb so heißt, weil dort nur einmal im Jahr Musik erklingt, gehört ebenso wie die Badeanstalt zu den Latifundien Bocellis.

Strandbesuch: Der neue Fiat 500e La Prima by Bocelli vor den Beduinenzelten im exklusiven Badeclub Alpemare.

In drei Minuten desinfizieren im Handschuhfach

Zum guten Ton des Bocelli-500ers gehören noch eine ganze Reihe von Sonderausstattungen, die man schon von anderen Modellen kennt.

  • Großer Bildschirm (10.25 Zoll)
  • exklusive Sitzbezüge in der Farbe „Eis-Beige“
  • Voll-LED-Scheinwerfer
  • 17 Zoll große Leichtmetallfelgen

Genauso wie die Idee einen eigenen Bocelli-Sound zu kreieren, geht auch die besondere Ausstattung des Handschuhfachs auf die Pandemie zurück. Auf Knopfdruck sterilisiert dort nämlich ein spezielles UV-Licht kleinere Gegenstände wie Schlüssel oder Smartphones. Das alles hat natürlich seinen Preis. Die Sonder-Edition kostet als Limousine 35.490 Euro und als Cabriolet 38.490 Euro. Ausgestattet ist der Edel-500er wie alle anderen mit dem 87-kW-Motor (118 PS) und einer 42 kWh-Batterie, die für Reichweiten von 320 bis zu 460 Kilometer (Stadtverkehr) sorgen soll.

Im satten Fiat-Rot hat der Fiat 500X hybrid einen besonders bulligen Auftritt, die Motorisierung hinkt leider hinterher.

So fährt sich die neue XL-Variante des Fiat 500

Wem der 500er zu klein ist und wer der Elektro-Technologie noch nicht ganz sein Vertrauen schenkt – für den bietet Fiat jetzt den neuen 500X als Mild-Hybrid an. Die X-Variante ist mehr eine XL-Variante und circa 70 Zentimeter länger, 17 breiter sowie 7 Zentimeter höher. Als Antrieb gibt es neben den kleinen 120-PS-Benziner jetzt die Hybrid-Kombination aus 1,5 Liter Turbobenziner mit 96 kW (130 PS) und einem 48-Volt-Elektromotor, der noch mal 15 kW dazu steuert. Beim Anfahren, Einparken und sogar solo. Das E-Aggregat schafft dann aber gerade mal drei Kilometer im elektrischen Betrieb. Ansonsten ist es ein reines Unterstützungskommando, vor allem im Einsatz, um das Turboloch des Verbrenners zu beseitigen. Das tut es auch ordentlich, was die Testfahrt ins Hinterland von Forte dei Marmi zunächst recht amüsant macht. Aber nur in der Ebene. Denn sobald man die 130 PS auf der Bergstrecke mit einem kräftigen Tritt auf das Gaspedal ausreizen will, muss man erst einmal warten, bis das Getriebe wach wird. Und dann heult der Benziner auch noch wie ein alter Bergwolf. Besser man bewegt den 500er-X gemächlich und souverän – dann sind auch Verbrauchwerte um die 6,6 Liter realistisch. Sie wollen sich zudem über andere neue Fahrzeugmodelle informieren? Hier finden Sie weitere Fahrberichte.

  • Technische Daten Fiat 500X hybrid
  • Motor: Vierzylinder-Turbo-Benziner
  • Hubraum: 1469 ccm 
  • max. System-Leistung: 96 kW (130 PS)  
  • max. System-Drehmoment: 240 Nm  
  • E-Maschine:
  • max. Leistung: 15 kW (20 PS)
  • max. Drehmoment: 55 Nm 
  • Antrieb: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, Front
  • 0-100 km/h: 9,1 Sekunden
  • Spitze: 194km/h
  • Normverbrauch: 6,6 l/100 km
  • CO2-Emission: 133 g/km 
  • Länge / Breite / Höhe: 4,27 / 1,80 / 1,60
  • Kofferraum: 350 - 1.000 l
  • Leergewicht / Zuladung: 1405 / 645 kg
  • Anhängelast (gebr.): 1.450 kg
  • Preis ab 28.990 Euro

Rudolf Bögel

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