Drei Wochen keine feste Nahrung

10 Kilo in 21 Tagen abnehmen mit Martha‘s Vineyard Detox? So funktioniert die Fastenkur

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Abnehmen und den Körper entgiften: Dieses Ansinnen haben viele, die sich für eine Detox-Kur entscheiden. Die Martha‘s Vineyard-Fastenkur soll auch prominente Anhänger haben.

Entwickelt wurde die Martha‘s Vineyard Detox-Diät von Roni DeLuz, einer US-amerikanischen Naturheilkundlerin. Drei Wochen wird während der Kur keine feste Nahrung gegessen. Säfte und Suppen stehen stattdessen auf dem Speiseplan. Das Ziel der Entgiftungsdiät: Schädliche und giftige Substanzen, die wir zum Beispiel in Form von ungesunder Ernährung zu uns nehmen, sollen ausgeschieden werden, was zu einem „sauberen, erfrischten System führt, das optimal funktioniert“, so die Autoren Roni DeLuz und James Hester.

Doch viele Ernährungsmediziner stellen die Sinnhaftigkeit solcher Detox-Kuren infrage. Ein gesunder menschlicher Körper sei in der Lage, sich selbst zu reinigen. Über die Entgiftungsorgane Leber, Niere, Darm und Haut werden unbrauchbare und schädliche Stoffwechselendprodukte abgebaut und am Ende ausgeschieden. „Wer sich gesund ernährt und gesund lebt, braucht den Organismus nicht durch Detox-Kuren beim Entschlacken unterstützen“, wird Ernährungswissenschaftlerin Bettina Halbach aus Wuppertal vom Portal Lifeline zitiert. „Wer allerdings generell zu viel isst, viel Fastfood vertilgt, viel raucht, häufig Alkohol konsumiert, sich wenig bewegt und sich oft gestresst fühlt, für den ist Detoxen auf jeden Fall eine Möglichkeit, sich wieder wohler zu fühlen in seiner Haut“, so die Ernährungsexpertin weiter.

Wer Martha‘s Vineyard Diet Detox ausprobiert, verzichtet drei Wochen auf feste Nahrung.

Gisele Bündchen soll regelmäßig Fastenkuren machen

Wissenschaftlich erforscht ist die Wirkung von Detox-Kuren nur unzureichend. So informiert die Deutsche Gesellschaft für Ernährung: „Insgesamt liegen keine aussagekräftigen Humanstudien vor, die die Effektivität von Detox-Diäten untersuchen. Das zeigt auch die Übersichtsarbeit zweier Wissenschaftler, wonach die Wirkungen von Detox-Kuren nicht bewiesen sind und klinische Humanstudien zu dieser Thematik fehlen.“ Dennoch schwören viele Menschen auf regelmäßige Entgiftungskuren. Unter anderem Topmodels wie Gisele Bündchen, die dem Portal fitforfun zufolge ab und zu Martha‘s Vineyard Detox zur Gewichtsreduktion nutzt. Ganze zehn Kilo soll man während der dreiwöchigen Fastenkur abnehmen können, so die Autoren des Buches 21 Pounds in 21 Days: The Martha‘s Vineyard Diet Detox.

Für den Körper bedeutet eine Fastenkur aufgrund der einschneidenden Ernährungsumstellung immensen Stress. Daher ist sie nur für gesunde Erwachsene geeignet. Chronisch Kranke, Schwangere, Kinder, alte Menschen und auch Menschen mit Essstörung sollten daher von einer Detox-Kur absehen.

Aufgedeckt: Das sind die zehn größten Abnehm-Irrtümer

Diät-Mythos Nummer 1: Alkoholfreies Bier macht nicht dick - das stimmt allerdings nur bedingt. Zwar enthält es weniger Alkohol als normales Bier, dennoch liefert es genug Kalorien durch die enthaltenen Kohlenhydrate.
Diät-Mythos Nummer 1: Alkoholfreies Bier macht nicht dick - das stimmt allerdings nur bedingt. Zwar enthält es weniger Alkohol als normales Bier, dennoch liefert es genug Kalorien durch die enthaltenen Kohlenhydrate. © Imago
In Müsli wird Milch gegossen
Diät-Mythos Nummer 2: Wer nicht frühstückt, nimmt schneller ab - für Frühstücksmuffel gilt das vielleicht, doch Menschen mit einem niedrigen Blutzuckerspiegel sollten lieber davon Abstand nehmen. Tipp: Morgens eine Scheibe Vollkornbrot plus Eiweiß in Form von Käse oder magerem Schinken hält lange satt. Außerdem bewahrt es vor Heißhungerattacken. © Sina Schuldt/dpa
Gegrilltes Steak mit Gemüse
Diät-Mythos Nummer 3: Weißes Fleisch ist gesünder als rotes - auch das stimmt nur bedingt. Schließlich versorgen die mageren Stücke von Rind & Co. (zum Beispiel Filet) mit viel Eiweiß und wertvollen Nährstoffen. © Imago
Frau raucht Zigarette
Diät-Mythos Nummer 4: Wer raucht, nimmt ab - schließlich soll das regelmäßige Paffen den Appetit zügeln. Fest steht: Rauchen beeinflusst den Stoffwechsel, doch auf Dauer gewöhnt sich der Körper daran. © Jakub Porzycki/Imago
Frau schwimmt in Swimmingpool
Diät-Mythos Nummer 5: Mit Ausdauertraining nimmt man ab, mit Krafttraining nicht - das stimmt so nicht. Schließlich verbrauchen Muskeln auf Dauer mehr Fett. Tipp: Wer beides kombiniert, kurbelt die Fettverbrennung richtig an. © Imago
Eine Frau greift nach einem Apfel aus dem Obst- und Gemüseregal des Reformhauses Vitalia in München (Bayern).
Diät-Mythos Nummer 6: Wer viel Obst isst, wird schnell schlank - auch das ist nur bedingt richtig. Obstsorten wie Banane, Trauben oder exotische Früchte enthalten viel Fruchtzucker. Und wer zu viel davon zu sich nimmt, der bleibt auch dick. © Inga Kjer/dpa
Eine Gabel voll mit Spaghetti und Pestosoße
Diät-Mythos Nummer 7: Nudeln machen dick - das entspricht nicht der Wahrheit. Schließlich muss man differenzieren, welche Nudelsorte und welche Soße man dazu wählt. Tipp: Vollkorn lässt den Blutzuckerspiegel nicht so schnell in die Höhe schießen und sättigt schneller. © Imago
Süßstofftablette und Kaffeetasse
Diät-Mythos Nummer 8: Süßstoffe sind gesünder als Zucker - jein. Süßungsmittel wie Aspartam sollen Studien zufolge tatsächlich eher schädlich für den Körper sein. Diesem wird zwar Süße vorgetäuscht, aber es kommt keine an. Die Folge: Er schüttet Insulin aus, was wiederum auf Dauer zu Heißhungerattacken führen kann. © J. Pfeiffer/Imago
Frau fasst in Kühlschrank
Diät-Mythos Nummer 9: Wer zu spät isst, nimmt nicht ab - wichtig ist allerdings nicht, wann man die Kalorien zu sich nimmt, sondern wie viele. Allerdings tun sich viele leichter, wenn sie die meisten Kalorien früher am Tag zu sich nehmen - und abends vor dem Zubettgehen weniger essen. Das dankt Ihnen sicherlich auch Ihre Verdauung. © Imago
Frau isst Yoghurt
Diät-Mythos Nummer 10: Fünf kleine Mahlzeiten sind besser als drei große - so lautete lange die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Doch diese rät nun lieber zu drei Mahlzeiten pro Tag. Der Grund dafür: Erwachsenen (die großteils am Schreibtisch sitzen) reichen drei Mahlzeiten völlig aus. Schließlich kann der Körper so in den Stunden dazwischen in Ruhe verdauen und Fett verbrennen. © Imago

So funktioniert die Martha‘s Vineyard Detox-Diät

Bevor man in eine mehrwöchige Entgiftungskur startet, sollte man bereits einige Tage vorher auf Fleisch und andere schwer verdauliche Lebensmittel verzichten, um die Umstellung für den Körper so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Martha‘s Vineyard Detox-Diät besteht aus zwei Phasen:

  • Phase 1: 21 Tage lang wird dem Körper keine feste Nahrung zugeführt. Nur Suppen und Säfte sind erlaubt.
  • Phase 2: Die Aufbauphase dauert sieben Tage. Langsam werden innerhalb dieser Zeit wieder Fleisch und Vollkornprodukte in den Speiseplan mit aufgenommen.

Die Säfte, die während der Martha‘s Vineyard Detox-Diät getrunken werden, bestehen aus Obst und Gemüse. Doch auch Nahrungsergänzungsmittel und sogenannte Detox-Lebensmittel spielen bei dieser Form der Entgiftungskur eine wichtige Rolle. So soll etwa Saft aus frischem Weizengras den Stoffwechsel anregen und Aloe-Vera-Saft den Cholesterinspiegel senken. Alkohol, Zigaretten und Süßigkeiten sind während der Entgiftung tabu.

Detox-Kuren können dem Körper unter Umständen schaden. Durch einseitige Ernährung steigt auch das Risiko des Jo-Jo-Effekts – langfristige Abnehmerfolge bleiben in dem Fall aus. Bitte sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt. Dieser kann vor dem Hintergrund Ihrer Krankheitsgeschichte entscheiden, ob eine Fastenkur für Sie infrage kommt.

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Rubriklistenbild: © Tanya Yatsenko/Imago

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