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Hoher Blutdruck: Nicht direkt zu Medikamenten greifen – was vorher helfen kann

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Nicht nur Senioren, auch junge Erwachsene und Kinder leiden an Bluthochdruck. Auch ohne Medikamente können Betroffene den Blutdruck senken.

  • Bluthochdruck gilt in Deutschland als die Volkskrankheit Nummer eins.
  • Etwa ein Drittel der Bevölkerung leidet an erhöhtem Blutdruck.
  • Doch auch ohne Medikamente lässt sich der Blutdruck senken und die ganzheitliche Gesundheit fördern.

Frankfurt - Bluthochdruck betrifft eine Vielzahl Menschen in Deutschland. Genauer: Etwa 20 bis 30 Millionen Deutsche. Das entspricht etwa einem Drittel der Bevölkerung, das geht aus den Zahlen des Robert-Koch-Institutes (RKI) hervor. Längst ist bekannt, dass nicht bloß ältere Menschen unter erhöhtem Blutdruck leiden. Auch junge Erwachsene und sogar Kinder und Jugendliche sind betroffen.

Die Deutsche Hochdruckliga (DHL) und die Gesellschaft für Hypotonie und Prävention schätzen, dass in Deutschland insgesamt etwa 700.000 Kinder und Jugendliche mit Bluthochdruck zu kämpfen haben. Hauptursachen sind schlechte Ernährung und zu wenig Bewegung. Und Bluthochdruck kann schwerwiegende Folgen haben. Er gilt als einer der gefährlichsten Risikofaktoren für Schlaganfälle, Herzinfarkte und viele andere Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Wird der Bluthochdruck von Ärzt:innen diagnostiziert, ist häufig der Griff zu verschieden Medikamenten nötig, die den Blutdruck senken. Doch diese sollte nicht zu früh eingenommen werden, denn so können auch neue gesundheitliche Probleme entstehen.*

Grenzwert für erhöhten Blutdruck: Risiko für die Gesundheit auch bei niedrigeren Werten

Bei einem erwachsenen Menschen liegt der ideale Blutdruck unter 120/80 mmHg. Das heißt der Wert für den systolischen Blutdruck, also dem Druck in der Anspannungs- und Auswurfphase, ist nicht höher als 120 mmHg und der für den diastolischen Blutdruck (niedrigster Druck in Entspannung- und Erweiterungsphase) nicht höher als 80 mmHg. Durchschnittlich liegt der Wert bei 130/85 mmHg. Ab einem Grenzwert von 140/90 mmHg spricht man laut Definition von Hypertonie. Das Robert-Koch-Institut macht jedoch darauf aufmerksam, dass auch niedrigere Werte schon zu einem erhöhten Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen können. Jedoch verschreiben Ärzt:innen bei diesen Werten in der Regel noch keine Medikamente.*

Optimaler Blutdruckbis 120/80 mmHG (systolisch/diastolisch)
Normaler Blutdruck120 bis 129/80 bis 84 mmHg
Hoch-normaler Blutdruck130 bis 139/85 bis 89 mmHg
Milde Hypertonie (Stufe 1) 140 bis 159/90 bis 99 mmHg
Mittlere Hypertonie (Stufe 2)160 bis 179/100 bis 109 mmHg
Schwere Hypertonie (Stufe 3)mehr als 180/110 mmHg
Quelle: WHO

Volkskrankheit Bluthochdruck: Eine Mixtur aus Veranlagung und Lebensstil

Die Ursache für erhöhten Blutdruck ist häufig eine Mixtur aus erblich bedingter Veranlagung und dem Lebensstil. Als erste Maßnahme gegen einen überhöhten Blutdruck sollten Betroffene stets versuchen, ihren Lebensstil aktiver zu gestalten. Regelmäßige Bewegung und Sport – idealerweise an der frischen Luft – und damit verbunden der Abbau von Übergewicht helfen dabei, das Risiko von Bluthochdruck zu minimieren.

Etwa ein Drittel der Deutschen leidet an Bluthochdruck. Doch nicht nur Medikamente helfen. (Symbolbild)

Denn laut „herstiftung.de“ reduziert eine Gewichtsabnahme von etwa vier Kilogramm den Blutdruck um durchschnittlich drei bis fünf mmHg. Ergänzend kann auch eine Umstellung zu einer gesünderen Ernährung einen wesentlichen Einfluss auf den Blutdruck haben und diesen auf natürlichem Weg senken. Auch Stress sollte möglichst vermieden werden.*

Umstellung der Ernährung für bessere Gesundheit: Mit einfachen Mitteln den Blutdruck senken

In Sachen Ernährung gibt es mehrere Möglichkeiten, den Blutdruck auf natürlichem Weg zu senken. Also ohne den Einsatz von Medikamenten. Zum Beispiel hilft es, weniger Salz zu sich zu nehmen. „herzstiftung.de“ zufolge, senkt die Einsparung von einem Teelöffel Salz pro Tag den systolischen Wert um etwa 5 mmHg und den diastolischen Wert um knapp 3 mmHg.

Generell gilt: Ausgewogene Ernährung steigert die ganzheitliche Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden. Doch manche Lebensmittel tragen auch aktiv dazu bei, speziell den Blutdruck zu senken und so einer Vielzahl von Krankheiten vorzubeugen. So hat beispielsweise rote Bete einen blutdrucksenkenden Effekt. Das liegt an den im Saft enthaltenen Nitraten. Beim Kontakt mit dem menschlichen Speichel werden diese zu Nitrit, das dann die Blutgefäße erweitert und so den Blutdruck senkt. Das erklärt Dieter Klaus, Herzspezialist und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung auf der Internetseite der Stiftung.

Gesundheit: Verschiedene Lebensmittel können Blutdruck auf natürliche Weise senken

Eine ähnliche blutdrucksenkende wird laut „herzstiftung.de“ auch Lebensmitteln wie Ingwer oder dunkle Schokolade – erst ab einem Kakaogehalt von mindestens 85 Prozent – nachgesagt. Die University of Cambridge in Großbritannien hat außerdem herausgefunden, dass Kamillentee die Senkung des Blutdrucks fördert. Außerdem sollten Menschen, die an einem erhöhten Blutdruck leiden, das Rauchen und den übermäßigen Konsum von Alkohol vermeiden. Beides verengt die Blutgefäße und vergrößert so die Gefahr von Bluthochdruck.

Gut die Hälfte aller Schlaganfälle und Herzinfarkte könnten durch einen frühzeitigen Wechsel zu einem gesunden Lebensstil vermieden werden, schätzt die deutsche Bluthochdruckliga. Bei erhöhten Werten des Blutdrucks sollten sich Betroffene stets ärztlich beraten lassen. Die beschriebenen Maßnahmen zur Senkung des Blutdrucks gelten als mögliche Ergänzungen, nicht aber als alleinige Therapiemaßnahmen. (Yannick Wenig) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa / picture alliance / Matthias Hiekel

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