Medikamentöse Therapie

Blutdruck-senkende Betablocker nicht einfach absetzen: Herzinfarkt kann einen Folge sein

  • schließen

Bluthochdruck-Patienten sollten ihren Betablocker nicht ohne ärztliche Absprache absetzen. Dadurch kann Herzrasen oder sogar ein Herzinfarkt ausgelöst werden.

Experten sprechen von Bluthochdruck, wenn der Blutdruck mindestens 24 Stunden über einem systolischen sowie diastolischen Wert von 140 zu 90 mmHg liegt. Warnzeichen von Bluthochdruck sind jedoch für Betroffene häufig nicht zu spüren oder deutbar, wie auch eine Bluthochdruck-Patientin direkt beschreibt. Das macht das regelmäßige Blutdruck-messen beim Arzt, in der Apotheke oder zu Hause umso wichtiger. Je besser Betroffene ihre Blutdruck-Werte kennen und wenn nötig eine medikamentöse Therapie erhalten, desto eher kann Folgeschäden wie Schlaganfall und Herzinfarkt vorgebeugt werden. Wer einen Betablocker zur Senkung des Blutdrucks einnimmt, sollte diesen bei Nebenwirkungen oder aus anderen Gründen nicht einfach selbstständig absetzen. Wichtig ist, dies immer in Absprache mit dem behandelnden Hausarzt oder Kardiologen zu tun.

Blutdruck senken: Welche Therapien gibt es?

Blutdrucksenkende Medikamente wie Betablocker sollten nie selbstständig ohne Absprache mit dem Arzt abgesetzt werden. (Symbolbild)

In Deutschland leben ca. drei Millionen Menschen mit Bluthochdruck, etwa jeder Dritte ist betroffen. Über 30 Prozent der Betroffenen wissen nichts von ihrer Erkrankung – warum ist das so? Bluthochdruck macht keine oder nur unspezifische Symptome. „Man sieht ihn nicht und spürt ihn nicht, das ist das Tückische am hohen Blutdruck. Deswegen wird der Bluthochdruck auch ‚stiller Killer‘ genannt“, wie Prof. Dr. med. Thomas Eschenhagen, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Leiter des Instituts für Experimentelle Pharmakologie und Toxikologie der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, gegenüber der Deutschen Herzstiftung beschreibt. Bluthochdruck ist tatsächlich der Risikofaktor Nummer 1 für Schlaganfall und Herzinfarkt.
88 Prozent der Betroffenen, die von ihrem Bluthochdruck wissen, lassen sich behandeln, so die Deutsche Herzstiftung. Über Dreiviertel der Patienten erreichen durch die Therapie auch Blutdruckwerte im Normbereich.

Nichts verpassen: Alles rund ums Thema Gesundheit finden Sie im regelmäßigen Newsletter unseres Partners 24vita.de.

Kann der Blutdruck alleine durch einen angepassten Lebensstil mit viel Bewegung und gesunder, mediterraner Ernährung nicht unter einen Wert von 140 zu 90 mmHg gebracht werden, kommen meistens Medikamente, sogenannte Antihypertensiva, zum Einsatz. Diese sind verschreibungspflichtig und werden durch den behandelten Arzt verordnet. Präparate, die laut Deutsche Herzstiftung bei Bluthochdruck zur medikamentösen Therapie eingesetzt werden, sind:

  • Betablocker, Alpha-2-Agonisten und Alpha-Blocker
  • ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptorblocker
  • Kalzium-Antagonisten/Kalziumkanal-Blocker
  • Diuretika (entwässernde Medikamente)
  • Direkte Reninhemmer (Wirkstoffe wie Irbesartan und Candesartan)

Betablocker absetzen: Was bei Bluthochdruck und Herzschwäche zu beachten ist

In vielen Fällen wird zu Beginn einer Blutdruck-Behandlung mit einer kleineren Dosis an Betablocker gestartet und diese allmählich erhöht. Dadurch können mögliche Nebenwirkungen reduziert oder vermieden werden. Gleiches gilt zum Abschluss einer Therapie mit Betablocker: Die Tabletten sollten auf Empfehlung des Arztes nie von jetzt auf gleich abgesetzt, sondern ausgeschlichen werden. Dabei wird die ursprüngliche abendliche Dosis nach und nach über Wochen bis auf null reduziert. Erst dann sollten Sie die Betablocker vollständig absetzen, wie es bei Focus Online Praxistipps beschrieben ist.

Stress nachhaltig reduzieren – mit bewährten Entspannungstechniken

Frau macht Yoga-Pose
Meditation ist eine Technik, mit deren Hilfe man in den Moment findet, statt sich in Gedanken zu verlieren. Wie die Techniker Krankenkasse weiter informiert, lernen Sie im Rahmen der Mediation, Gedanken kommen und gehen zu lassen, ohne diese festzuhalten oder zu bewerten. Das Ziel: Abstand zum alltäglichen Stress gewinnen. Krankenkassen, Yoga-Studios und auch viele Fitnessstudios bieten Kurse an. Auch mithilfe von Apps kann man ausprobieren, ob Meditation etwas für einen ist.  © Marcos Castillo/Imago
Frau macht Yoga-Übung
Yoga kräftigt und dehnt auch die tiefliegenden Muskelgruppen. Doch die fernöstliche Lehre, die viele körperliche, aber auch geistige Übungen umfasst, kann mehr. Denn die Entspannungsübungen im Yoga verlangsamen die Atmung, was beruhigende Wirkung auf den gesamten Organismus hat. Wer sich ausprobieren möchte, sieht sich mit einer Fülle von Angeboten konfrontiert. Yoga- und Fitnessstudios, aber auch Krankenkassen und Volkshochschulen bieten Kurse an.  © svyatoslav lipinskiy/Imago
Junge Frau liegt in Sportklamotten auf einer Yoga-Matte.
Viele Menschen schwören auf progressive Muskelentspannung, wenn sie zur Ruhe kommen wollen. Das Prinzip dahinter: Durch gezielte An- und Entspannung der Muskeln verringert sich die Aktivität der Nerven und die psychische Anspannung nimmt ab. Wie die AOK weiter informiert, kann man nach vorheriger Anleitung durch einen entsprechend ausgebildeten Therapeuten die Übungen auch selbstständig durchführen. © Ivan Gener/Imago
Frau liegt mit geschlossenen Augen im Gras
Autogenes Training ist ein Entspannungsverfahren, das über gedankliche Konzentration zur Ruhe finden lassen soll. Hier werden nicht, wie bei der progressiven Muskelentspannung, Muskeln bewusst angespannt und entspannt. Wie die Neurologen und Psychiater im Netz weiter informieren, ist es viel mehr eine Art Selbsthypnose, die beim autogenen Training stattfindet. Mithilfe von Mantra-artigen Übungsformeln (z. B. „Der rechte Arm ist ganz schwer“ oder „Der rechte Arm ist ganz warm“) soll erreicht werden, dass der gesamte Organismus zur Ruhe kommt. Kurse finden Sie unter anderem bei Ihrer Krankenkasse und der Volkshochschule.  © Olga Pankova/Imago
Frau atmet tief durch an der frischen Luft.
Atemtechniken helfen dabei, starken Stress zu reduzieren. Bei Anspannung flacht die Atmung in der Regel ab, die Luft wird nicht weiter als in den Brustraum eingeatmet. Eine ruhige, regelmäßige Bauchatmung führt aber dazu, dass sich Muskeln entspannen und der Körper besser durchblutet wird. Auch der Blutdruck kann so gesenkt werden. Und so sieht eine gesunde und tiefe Bauchatmung nach der 4/7/11-Regel aus: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden ausatmen und das ganze 11 Minuten durchhalten. © Imago
Fröhliche, in eine Decke gehüllte junge Frau sitzt mit einer Tasse heißer Schokolade auf der Terrasse eines Bungalows
Achtsamkeit hat sich der Techniker Krankenkasse zufolge in vielen Studien als wirksam zur Stressreduktion erwiesen. In anerkannten Kursen zur „Mindfulness Based Stress Reduction“ würden Techniken erlernt werden, die helfen, im Hier und Jetzt statt in der Vergangenheit oder in der Zukunft zu sein – und das nicht nur körperlich, sondern auch mental. Ein wichtiger Aspekt: Achtsam sein bedeutet, jegliche Bewertung aus den Gedanken zu verbannen. Der Moment, die Atmung, die Geräusche im außen werden also ausschließlich wahrgenommen, man denkt an nichts.  © Aleksei Isachenko/Imago
Frau wandert auf den Heimgarten
Viele Menschen machen intuitiv das Richtige, wenn sie sich gestresst fühlen. Sport empfinden viele als sehr gutes Ventil, um Druck abzulassen. Der Techniker Krankenkasse zufolge zählt Sport zwar nicht zu den typischen Entspannungstechniken, man spricht vielmehr von einer sogenannten passiven Methode.  © Imago
Frau liegt in der Badewanne
Zu den sogenannten passiven Methoden zählt nicht nur der Sport. Auch eine entspannte Auszeit in der Badewanne, ein Spaziergang oder Zeit mit einem guten Buch können den Stresslevel enorm senken, indem sie Zufriedenheitserlebnisse schaffen, so die Techniker Krankenkasse.  © Imago

Ein abruptes Absetzen der blutdrucksenkenden Medikamente kann schwere Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen, rapiden Anstieg des Blutdrucks oder auch Herzrasen zur Folge haben. Personen mit einer Herzschwäche oder einem vermindert durchbluteten Herzmuskel (Angina Pectoris) können durch plötzliches Absetzen von Betablockern sogar einen Herzinfarkt erleiden. Je höher die ursprünglich eingenommene Dosis der Betablocker war, desto höher ist auch das Risiko, dass es zu Nebenwirkungen kommen kann, so Focus Online weiter. Gründe für das Absetzen des Betablocker können Nebenwirkungen des Medikaments durch die Einnahme, ein Medikamentenwechsel oder eine zeitlich begrenzte Therapie sein.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © imagebroker/Imago

Zurück zur Übersicht: Gesundheit

Kommentare