Corona-Infektion

Kontrollstudie dokumentiert: Booster-Schutz nimmt nach drei Monaten ab

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Nach einer neuen Kontrollstudie kann die Schutzwirkung durch eine Booster-Impfung vor COVID-19 schneller abklingen, als angenommen.

Pasadena/Kalifornien – Weiterhin sind die Neuinfektionen sehr hoch, die Hospitalisierungsrate hingegen recht gering. Forscher gehen weiterhin davon aus, dass eine Auffrischungsimpfung (Booster) für einen milden Verlauf mit einer Corona-Infektion verantwortlich ist. Neue Testergebnisse zeigen jedoch, dass die Schutzwirkung nach einem Booster schneller absinkt, als zuerst angenommen.

Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, zeigen neue Kontrollstudien, die im Lancet Respiratory Medicine erschienen, einen starken Abfall der Schutzwirkung für den mRNA-Impfstoff von Biontech-Pfizer.

Booster-Schutz: Omikron-Variante hat sich verändert

Die derzeitig verfügbaren Impfstoffe sind auf den Wildtyp des Corona-Virus angelegt. Bei der Omikron-Variante werden laut der Kontrollstudie die Stellen, an denen das Virus an die Zellen andockt, nicht mehr erkannt. Die Schutzwirkung fällt ab. Diese verminderte Schutzwirkung zeigte sich schon zu Beginn der Omikron-Welle. Es führte zu vermehrten Impfdurchbrüchen.

In den ersten Studien zeigte sich, dass Patienten, die eine Auffrischungsimpfung erhalten hatten, in der Regel nur einem leichten Verlauf ausgesetzt waren. Immunologen hofften auf einen länger anhaltenden Schutz nach der Booster-Impfung.

Booster-Impfung: Erwartungen waren zu optimistisch

Die Health Maintenance Organization (HMO) Kaiser Permanente zeigt in einer Untersuchung, dass die Annahme zu optimistisch gewesen ist. Mehr als 11.000 Patientendaten wurden ausgewertet, die innerhalb eines halben Jahres an einer der Kliniken der HMO wegen einer möglichen COVID-19-Erkrankung behandelt worden waren.

In der Kontrollstudie wurde die Impfwirksamkeit gegen Delta und Omikron ermittelt. Die Ergebnisse zeigten, dass die Schutzwirkung mit einer Delta-Infektion in den ersten sechs Monaten nur leicht zurückging. Der Booster erhöhte diese Schutzwirkung wieder, fiel aber rasch ab. Die Schutzwirkung nach der Grundimmunisierung bei einer Omikron-Infektion war von Beginn an geringer. Da die Grundimmunisierung hier stärker nachließ, wurde für eine Boosterung geworben. Zudem kann es zu möglichen Nebenwirkungen nach der Booster-Impfung kommen.

Booster-Impfung: Erhöhte Schutzwirkung lässt nach

Nach der Boosterung zeigte sich auch bei Omikron eine erhöhte Schutzwirkung, die jedoch in den Folgemonaten rasch absank. Fasst man die Forschungsergebnisse zusammen, zeigt sich, dass der Schutz nach der Booster-Impfung rund drei Monate anhält. Danach kann diese nicht mehr erwartet werden. Selbst wenn Menschen auch geboostert an Covid-19 erkranken, so zeigen sich erfahrungsgemäß bei Omikron für eine kürzere Dauer Corona-Symptome als bei Delta.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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