Weil Gesundheit ein Menschenrecht ist

Spendenprojekt Feierliche Eröffnung einer neuen Krankenstation im Buschkrankenhaus der katholischen Heilig-Geist-Schwestern in Tansania.
  • Direkt am „Daniel House“ pflanzten Schwester Dorothea, Pfarrer Daniel Psenner und Priester Jerome Okama einen jungen Mangobaum.Foto: privat

Schwäbisch Gmünd-Bettringen

Karibuni sana – herzlich willkommen! So tönte es schon von Weitem, als die kleine Gruppe um Pfarrer Daniel Psenner aus der Seelsorgeeinheit „Unterm Bernhardus“ in Tansania eintraf. Sie hat sich auf Einladung der Heilig-Geist-Schwestern auf den Weg gemacht in das große Land im Osten Afrikas. Rund um den Kilimanjaro, dem höchsten Berg des Kontinents, liegen die Niederlassungen der Ordensgemeinschaft, die seit nunmehr acht Jahren auch in Schwäbisch Gmünd mit einem Konvent von sieben Schwestern präsent ist. Sie leben und arbeiten im Haus Lindenhof in Bettringen. Anlass des Besuches war die Fertigstellung und Eröffnung eines neuen Gebäudes im „Charlotte Health Center“, einem Buschkrankenhaus, das die Ordensschwestern vor über 40 Jahren ins Leben gerufen haben.

Die besondere Armutssituation, die schwache Infrastruktur, die Klimaveränderungen und die besondere Achtsamkeit für die nomadisch lebenden Massai haben sie bewogen, in diesem Gebiet ein Zentrum zu etablieren, in dem die Menschen gute medizinische Hilfe bekommen können.

Dank Gmünder Unterstützer

Medizinische Versorgung gehört mit Nahrung, Wohnung und Bildung zu den Grundbedürfnissen eines jeden Menschen. Gesundheit ist ein Menschenrecht, davon sind die Schwestern überzeugt. Genau wie Pfarrer Daniel Psenner, der die Ordensleute als entscheidenden Pfeiler in der katholischen Entwicklungsarbeit in dieser Region sieht. So gibt es im „Charlotte Health Center“ heute nicht nur Stationen für Frauen, Kinder und Männer, sondern auch eine zahnärztliche Ambulanz, einen Operationssaal und eine weit über Tansanias Grenzen hinaus beachtete telemedizinische Verbindung zur Uniklinik in Frankfurt, die bei der Diagnostik und Durchführung von Behandlungen zur Seite steht.

Der derzeit dringende Bedarf für weitere Unterkunftsmöglichkeiten für Pflegepersonal und Ärzte sowie zwei weitere Sonderstationen zur Unterbringung von Patienten in besonderen Situationen konnte gedeckt werden, weil es Menschen in der Seelsorgeeinheit „Unterm Bernhardus“ und darüber hinaus gibt, die dieses Anliegen großzügig unterstützt haben. Mit über 20 000 Euro, rein aus privaten Spenden, und der intensiven Begleitung durch Pfarrer Psenner wurde das Projekt zum Erfolg.

So finden in Zukunft elf weitere Schwestern Platz, die in der Pflege im „Charlotte Health Center“ tätig sind. Die zusätzlichen Krankenstationen beherbergen weitere sechs Betten.

Sechs Stunden gefeiert

In einer sechsstündigen Feier wurde nach der festlichen Eucharistiefeier im Freien das „Daniel House“ – wie es auf Wunsch der Schwestern benannt wurde – gesegnet und offiziell eröffnet. Mit Gesängen und Tänzen pilgerten Schwestern und Gäste mit Schwester Dorothea, der Leiterin der Heilig-Geist- Schwestern in Tansania, Pfarrer Daniel Psenner und Priester Jerome Okama zum fertigen Bau in Sanya Juu. Sie drückten allen Spendern in Schwäbisch Gmünd ihre tief empfundene Dankbarkeit aus. Als Erinnerung an diesen hoffnungsvollen Tag und als Ausdruck freundschaftlicher Verbundenheit pflanzten Schwester Dorothea, Father Jerome und Pfarrer Psenner direkt am „Daniel House“ einen jungen Mangobaum.

© Gmünder Tagespost 16.05.2019 14:54
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