Trockenes Raumklima besser meiden

Die Luftfeuchtigkeit ist für unser Wohlbefinden enorm wichtig.
  • Raumluftbefeuchter: Man sollte über den Einsatz abwägen,
    Foto: Robert Günther/dpa-mag

Ist die Luft deutlich zu feucht, empfinden viele sie als schwül. „Ist sie zu trocken, können Reizungen an Haut und Schleimhäuten entstehen, beispielsweise an den Augen oder den Atemwegen“, erklärt Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund in Mönchengladbach. Trockene Luft droht insbesondere in der Heizperiode. Raumluftbefeuchter versprechen Abhilfe. Doch sie sind ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen in der Kritik.

Warum ein Luftbefeuchter

Durch das Heizen sinke die relative Luftfeuchtigkeit in Innenräumen, so Schwalfenberg. Neben Reizungen der Haut und der Schleimhäute fördert das Erkältungs- und Atemwegserkrankungen. Auch Kopfschmerzen können durch zu trockene Luft entstehen. Raumluftbefeuchter wirken dem entgegen. Die meisten seien „kaum größer als ein Topf“, sagt Matthias Wagnitz vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Viele sind mit einem Automatik-Modus ausgestattet, der den optimalen Wert der Luftfeuchtigkeit ermittelt und hält. Bei anderen kann der eigene Wohlfühlwert eingestellt werden.

Warum kein Luftbefeuchter

„Sie sind selbst Quelle für Mikroorganismen“, sagt Charlotte Herrnstadt vom Bundesverband Schimmelpilzsanierung. „Werden die Geräte nicht konsequent und ordnungsgemäß gereinigt, können sie selbst Keime produzieren und Bakterien und Pilzsporen an die Raumluft abgeben.“ Manche Geräte verfügen zwar über einen automatischen Reinigungsmodus. Schwalfenberg warnt aber davor, Desinfektionsmittel einzusetzen. „Diese können wiederum auch gesundheitsschädliche Wirkungen haben, gerade für Patienten mit Atemwegserkrankungen oder sehr sensiblen Atemwegen.“ Und zugesetzte Duftstoffe können Allergien auslösen. „Menschen mit empfindlichen Atemwegen reagieren häufig mit einer Verengung der Atemwege. Es kann dann zu Atemnot kommen.“

Die Abwägungen

„Die relative Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen und nicht weniger als 35 Prozent betragen“, erklärt Schwalfenberg. Messen lässt sich das mit einem Hygrometer.

Ob grundsätzlich die Gefahr zu geringer Luftfeuchtigkeit besteht, hängt etwa davon, wie viele Personen auf wie vielen Quadratmetern leben, ob es Zimmerpflanzen gibt oder wie das Haus beschaffen ist. „In bestimmten Gebäuden ist die Gefahr, dass ich eine sehr starke Lufttrockenheit bekomme, höher als in anderen. Beispielsweise in solchen, die sehr sorptionsstarke Baustoffe enthalten wie Gipskarton, Holz oder Spanplatten“, erklärt Herrnstadt. Anders verhalte es sich in Räumen die gemauert und verputzt sind. Im Neubau wie auch im Altbau mit sanierten Fenstern besteht laut Wagnitz sogar häufig das Problem, dass zu wenig gelüftet wird. In der Regel seien Wohnräume also eher zu feucht. dpa

© Gmünder Tagespost 19.10.2018 16:34
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