Keine Angst vor Schimmel im Haus

Wohnen Der Pilz macht nicht nur häßliche Flecken, er ist obendrein auch gesundheitsgefährdend. Zu hohe Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen unterstützt das Wachstum hinter den Möbeln und im Bad.
  • Foto: djd/Mellerud/Marco Rothbrust

Schimmel ist eine versteckte Gefahr für die Gesundheit. Die schädlichen Sporen greifen die Atemwege an und können Allergien und Infektionskrankheiten auslösen. In der kalten Jahreszeit ist die Wohnung besonders anfällig für Schimmel. Draußen ist es feucht, Türen und Fenster bleiben zu und nicht in allen Räumen wird gleichmäßig geheizt. Deswegen gilt gerade jetzt: Räume nicht auskühlen lassen, starke Temperaturschwankungen vermeiden und richtig lüften. Die Fenster nicht dauerhaft gekippt halten, sondern mehrmals täglich zehn Minuten stoßlüften. Außerdem sollte man kritische Stellen regelmäßig auf Schimmel prüfen. Anfällig sind Fugen und Fensterrahmen in Bad und Küche, Heizkörpernischen, Fensterlaibungen und schlecht isolierte Außenwandflächen, die durch Möbel, Vorhänge oder Bilder verdeckt sind und nicht hinterlüftet werden.

Schimmelbefall erkennen

Ein sicheres Indiz sind schwarze Punkte und Verfärbungen. Besonders tückisch: Im Anfangsstadium sind die Pilz- und Zellfäden noch farblos und mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Wer auf Nummer sicher gehen will - vor allem im Schlaf- oder Kinderzimmer - kann im Baumarkt für weniger als 20 Euro einen Schimmelpilz-Test kaufen. Eine kleine Testbox wird 30 Minuten lang im Raum ausgelegt. Nach fünf Tagen vergleicht man die Zahl der gewachsenen Mikroorganismen mit der beigefügten Richtwerttabelle und hat Gewissheit. Bei Schimmelbefall heißt es in jedem Fall sofort handeln. Mit Produkten wie dem „Schimmel-Vernichter“ lässt sich Schimmel auf Fliesen, Fugen oder Wänden nachhaltig entfernen. Das chlorhaltige Produkt vernichtet nicht nur die Schimmelsporen, sondern wirkt zusätzlich bleichend. Für Küche, Schlaf- oder Kinderzimmer gibt es einen chlorfreien und geruchsneutralen „Schimmel-Entferner“. Er vernichtet ebenfalls die Schimmelsporen, die angelösten Rückstände bleiben aber sichtbar und werden hinterher mit Bürste oder Schwamm weggewischt. Sobald die Schimmelsporen abgetötet sind, gilt es die Ursache zu finden und zu beseitigen. Also beispielsweise Möbel und Einrichtungsgegenstände anders aufstellen, konsequent lüften und für das richtige Innenraumklima sorgen. Zudem gibt es pilzhemmende Produkte, die zur Vorbeugung als Schimmelschutz auf kritische Stellen aufgesprüht oder bei der nächsten Renovierung in Wandfarben eingerührt werden können.

Expertenrat einholen

Die meisten Schimmelprobleme sind allerdings kleinerer Natur.

Wer etwa durch bauliche Mängel feuchte Wände und großflächige Schimmelbildung hat, sollte einen Schimmelexperten hinzuziehen.

Die meisten Schimmelprobleme sind allerdings kleinerer Natur, man kann sie mit verschiedenen Spezialmitteln wieder beheben. Die Probleme kommen etwa von einer zu hohen Luftfeuchtigkeit, schlechter Belüftung, falschem Heizverhalten oder einer ungünstigen Position der Möbel. Diese Probleme lassen sich leicht aus dem Weg räumen - etwa indem man für die optimale Luftfeuchtigkeit sorgt. Sie liegt bei einer Raumtemperatur von 21 Grad Celsius bei etwa 55 bis 60 Prozent. djd

© Gmünder Tagespost 09.11.2018 16:34
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