Die Möbelgleiter richtig auswählen

Umbau Weiche Untersätze schützen Böden vor unschönen Kratzern. Außerdem sorgen sie dafür, dass Stühle leise und geschmeidig über Dielen oder Teppich gleiten.
  • Foto: Istock/Rawpixel

Es gibt sie aus Filz, Kunststoff und Metall, sie lassen sich ankleben, verschrauben, stopfen oder nageln. Doch wie wählt man Möbelgleiter richtig aus? Und wann wird es Zeit für den Austausch? Tipps vom Verband der Deutschen Parkettindustrie in Bad Honnef

Vorhandene Gleiter

Manche Möbelstücke haben schon genagelte Gleiter. Entfernt man sie, bleibt ein Loch zurück. Darin lässt sich auch ein neuer Gleiter festnageln. Ist das Loch für dessen Nagel zu breit, können Heimwerker es zum Beispiel mit einem kleinen Stück Streichholz verdichten. War der vorherige Gleiter geschraubt, halten die Nägel aber nicht – hier ist eine erneute Verschraubung eventuell eine günstige Option.

Durchmesser

Nach Angaben des Verbandsder Deutschen Parkettindustrie in Bad Honnef gibt es klebende Gleiter schon ab einem Durchmesser von 10 Millimetern. Gleiter zum Nageln fangen bei einer Größe von rund 16 Millimetern an. Für schräge Kanten gibt es schräge Gleiter, deren Oberfläche dann plan auf dem Boden aufliegt. Klebende Gleiter sind aus Sicht der Fachleute nichts für Stuhlbeine. Denn die Scherkräfte, die vor allem beim Aufstehen entstehen, sind eine enorme Belastung für die Gleiter. Sie halten dann nicht lange ihre ursprüngliche Form und müssen vergleichsweise rasch ausgetauscht werden. Hier empfehlen sich Nagel- oder Schraubgleiter.

Die richtige Befestigung

Für Rundrohrstühle eignen sich Stopfen, die direkt ins Rohr gedrückt werden. Unter Tische oder Schränke lassen sich Gleiter dagegen ohne weiteres festkleben – denn diese Möbel werden schließlich kaum verschoben.

Materialfrage

Bei dieser Frage kommt es auf den Boden an. Bei Teppich bieten sich Gleiter aus Metall oder Kunststoff an. Für PVC oder Linoleum rät der Verband der Deutschen Parkettindustrie in Bad Honnef, zu weichen Kunststoffen wie PTFE, auf Fliesen rutscht Filz am leisesten.

Auf Fliesen rutscht Filz am leisesten.

Auch für Holzdielen und Parkett bietet sich Filz an. Wer für Parkett zu Filz greift, sollte aber beachten: Ist es offenporig, sollte der Gleiter etwas dicker sein, da der Boden ihn enorm abnutzt. Bei gewachstem und geöltem Parkett wiederum sollte er extrem weich sein, da sich in dem Boden schnell Schmutzpartikel einnisten und weicher Filz Sand- und Staubpartikel besser aufnimmt.

Filz-Pflege

Sammelt sich zu viel Dreck im Filz, kann auch dies zu unschönen Kratzern im Belag führen. Gerade an Stuhlbeinen sammelt sich schnell eine Menge Staub an.

Die Stühle sollte man alle zwei bis drei Wochen umdrehen und mit einer Nagelbürste oberflächlichen Schmutz aus dem Filz herausbürsten.

Gleiter-Austausch

Ziehen Filzgleiter nach dem Wischen des Bodens Schmutzschlieren über den frisch geputzten Belag, wird es Zeit für einen Wechsel, erklären die Bodenexperten.

Unabhängig vom Material eines Gleiters raten sie zu regelmäßigen Kontrollen. Nutzt sich zum Beispiel das Material eines mit einem Nagel fixierten Gleiters ab, drohen massive Kerben im Belag, wenn der Nagelkopf darüber schabt. dpa

© Gmünder Tagespost 23.11.2018 18:02
645 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.