Das Auto selbst reparieren – Geht das noch?

Vor nicht allzu langer Zeit reichten ein paar Schraubenzieher und ein Schraubenschlüssel und schon konnten Besitzer ihr Auto in seine Bestandteile zerlegen. Die Reparatur in Eigenregie war somit kein Problem. Heutzutage sieht das etwas anders aus. Doch was lässt sich noch auf eigene Faust reparieren?
  • Früher waren selbstständige Reparaturen am Auto noch leichter. Bildquelle: Counselling / Pixabay

Der Volksmund behauptet immer gerne, dass früher alles besser gewesen sei. Inwieweit diese Behauptung der Wahrheit entspricht, lässt sich in den meisten Fällen eher schwieriger nachweisen. Im Bezug auf die eigenständige Reparatur von Autos hat diese Redewendung jedoch ihre Berechtigung. Denn an den modernen Autos von heute lässt sich immer weniger selbst machen. Schuld ist die voranschreitende Technik, die in fast jedem Kraftfahrzeug verbaut ist.

Autoteile können bestellt werden bei Autotex“, sagt Jürgen Wolz, technischer Leiter beim TÜV Süd. Die neuen technologischen Standards würden zudem auch neue Gefahren mit sich bringen. So sollten Eigenbrötler beim Thema Xenon-Licht schon wegen der hohen Spannung Abstand nehmen. „Da ist ein Brenner mit 20.000 Volt drin“, warnt Thomas Caasmann von der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ).

Auch vermeintlich einfache Aufgaben wie der Wechsel der Startbatterie können in Eigenregie ein unlösbares Hindernis sein. Es kommt nicht selten vor, dass danach die Fensterheber oder der elektronische Zündschlüssel neu programmiert werden müssen.

Scheinwerfer sind eine Herausforderung

Selbstredend kann das Thema Komplexität bei den unterschiedlichen Automodellen nicht pauschalisiert werden. Bei einfachen Kleinwagen besteht eine größere Chance, Reparaturen selbstständig durchführen zu können als bei einer Luxuslimousine. Doch auch dafür gibt es keine Garantie. „Elektronik ist oft billiger als mechanische Lösungen, also sind die Bauteile zum Teil die gleichen“, erklärt Caasmann.

Allerdings können sich schon die Scheinwerfer als unüberwindbar entpuppen. „Die sind oft so verbaut, dass man alles Mögliche ausbauen muss, bevor man an die Glühbirne kommt“, erläutert Caasmann. Falls Unsicherheiten beim Birnenwechsel aufkeimen, empfiehlt es sich, einen Blick ins Handbuch zu werfen. Sollte ein eigenmächtiger Wechsel der Glühbirne vom Hersteller vorgesehen sein, wird dieser im beiliegenden Handbuch erklärt.

Der Verdacht, dass die Hersteller Bauteile auch deshalb kompliziert verbauen, damit ihre Vertragswerkstätten und die Hersteller von Originalteilen gute Geschäfte machen, sei laut TÜV-Mann Jürgen Wolz naheliegend.

Reparaturmöglichkeiten in Eigenregie

Kleinere Wartungsarbeiten – etwa Luftdruck, Wasser und Ölstand prüfen – können noch immer selbst getätigt werden. Allerdings gilt es zu beachten, dass der Ölpeilstab oftmals nicht mehr da steckt, wo er zu vermuten ist. Zudem ist bei manchen Autos der Wasserbehälter unter der Stoßstande angebracht. Der Wischerblätter der Scheibenwischer sind in der Regel auch im Handbuch auffindbar und können unproblematisch ausgetauscht werden.

Wolz hält leichte Verschleißreparaturen und Wartungsarbeiten ebenfalls für machbar. Dazu zählen Luftfilter-, Ölfilter- und Ölwechsel. Auch das Kühlmittel lasse sich tauschen oder auffüllen. Hier ist jeweils eine fachgerechte Entsorgung erforderlich. Der Wechsel von Innenraum- oder Pollenfilter gestalte sich meist ebenfalls als unkompliziert. Gleiches gilt für den Austausch des Auspuffendtopfes.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/rad-panne-auto-reifenpanne-1017023/

© Gmünder Tagespost 03.05.2019 11:42
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