Minimalismus: Platz schaffen in der Wohnung

Weniger ist mehr - dieses Motto lässt sich zwar nicht auf alle Lebensbereiche anwenden, doch was die Wohnungseinrichtung angeht, ist Minimalismus seit einigen Jahren ein wichtiger Trend. Viele Menschen misten ihre Wohnungen aus und entledigen sich überflüssiger Habseligkeiten, nur das Nötigste darf bleiben. Doch was die einen als aufgeräumt, schlicht und geradlinig empfinden, wirkt auf andere schlichtweg kahl. Was zeichnet Minimalismus aus - und was hat man letztlich davon?

Weniger ist mehr

Viele Magazine zum Thema Wohnen und Dekorieren haben sich bereits mit dem Phänomen Minimalismus beschäftigt, Hintergründe erforscht und Merkmale benannt. In der Kunstgeschichte versteht man unter Minimalismus eine Stilrichtung, die von amerikanischen Künstlern in den 1960er-Jahren geprägt wurde. Sie zeichnet sich durch klare Formen ohne großen Interpretationsspielraum aus. Dieses Grundprinzip wurde später auf die Konzeption von Möbeln übertragen, mit dem Gedanken, alles auf seinen wahren Kern zu reduzieren - ohne unnötiges Beiwerk. So wird beispielsweise die aus einer Bilderwand, zehn Zierkissen, Decke und Teppich bestehende Wohnzimmerdekoration auf ein Kissen und einen Teppich reduziert. Dadurch kommen die ausgewählten Möbel und Deko-Elemente umso besser zur Geltung.

Einfach mal ausprobieren

Minimalismus ist natürlich nichts für jedermann. Wer sich noch nicht ganz sicher ist, ob ihm der reduzierte Wohnstil gefällt, sollte ihn einfach einmal ausprobieren. Das bedeutet nicht, dass man sich sofort von seinem halben Hausstand trennen muss. Es ist aber in jedem Fall sinnvoll, öfter mal auszumisten und sich von der einen oder anderen Sache zu trennen. Wer ein radikaleres Experiment wagen möchte, schafft auf einen Schlag mehr Platz: Dafür bieten sich Lagerräume an, die in Großstädten wie Stuttgart oder München kurzfristig angemietet werden können und variablen Stauraum bieten. Was weg soll, wird abgeholt und eingelagert. Möchte man es zurück, ist das auch kein Problem. Der Vorteil dieser Lösung liegt vor allem darin, dass man keine endgültige Entscheidung treffen muss, sondern flexibel ist. Erweist sich der Minimalismus als passender Lebensstil, kann man das Möbellager einfach auflösen; vermisst man seine Einrichtungsgegenstände, hat man sie im Nu zurück.

Mach's wie Marie Kondo

Ausmisten -- manche Menschen haben sich dies zur Lebensaufgabe gemacht. Marie Kondo beispielsweise hat mit ihrem Bestseller und einer eigenen Serie einen regelrechten Hype ausgelöst. Die Grundidee ihrer Herangehensweise ist einfach: Behalte nur das, was dich glücklich macht - alles andere kommt weg. Das Versprechen dahinter? Ein größerer Wohlfühlfaktor und angeblich auch ein besseres Leben. Ganz so einfach lässt sich dieses Versprechen in der Realität natürlich nicht einlösen. Die vorgestellten Ordnungsprinzipien für den Haushalt sind jedoch eine gute Orientierungshilfe. Eine minimalistische Einrichtung schafft Platz, spart Zeit und unterstützt dabei, den Blick aufs Wesentliche zu lenken.

Bildrechte: Flickr A-minimal-Scandinavian-style-to-the-living-room-in-black-and-white.jpg nhadatvideo CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

© Gmünder Tagespost 25.07.2019 11:02
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