Erfolgreich kommunizieren und verstehen

Am Europäischen Tag der Logopädie am 6. März 2019 informieren Logopädinnen und Logopäden über Autismus-Spektrum-Störungen und darüber, welche Hilfe und Unterstützung sie den Betroffenen bieten können.
  • Kinder werden beim Logopäden gezielt gefördert. Foto: pixabay/klimkin

Autismus als tief greifende Entwicklungsstörung wird diagnostiziert, wenn Auffälligkeiten in den Bereichen der Sprache und Kommunikation, der sozialen Interaktion und einem wiederholendem und stereotypen Verhalten bestehen.

Menschen mit der Diagnose Autismus haben oft ähnliche Symptome, jedoch hat die Störung viele Facetten und unterschiedliche Ausprägungen: Das Spektrum reicht von Menschen mit geistiger Behinderung und fehlendem Sprachvermögen bis hin zu Betroffenen mit nur leichten Symptomen, normaler Intelligenz und mit guten Sprachfähigkeiten.
     Der Obergriff für die unterschiedlichen Störungen lautet Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Verlässliche Zahlen zur Häufigkeit der ASS liegen für Deutschland nicht vor; Untersuchungen in Europa, Kanada und den USA gehen von einer Prävalenz von rund 1 Prozent Anteil an der Gesamtbevölkerung aus. Typische Symptome betreffen oft den Bereich der Sprache und Kommunikation. Menschen mit einer ASS zeigen unterschiedliche Einschränkungen in ihren sprachlichen Fähigkeiten und die Kontaktaufnahme und Kommunikation mit ihrem sozialen Umfeld fällt ihnen schwer.
     Bis heute ist es nicht möglich, Autismus-Spektrum-Störungen zu heilen. Es gibt aber verschiedene Therapiemöglichkeiten, um kognitive und sprachliche Fertigkeiten zu verbessern, die soziale Interaktion zu trainieren und einzuüben und den Betroffenen damit das Leben in ihrem sozialen Umfeld zu erleichtern. Daher bietet das aktuelle Thema die Gelegenheit, um auf die Expertise unserer Berufsgruppe, die die Betroffenen mit logopädischen Therapieansätzen unterstützen und fördern kann, aufmerksam zu machen.
     Logopädinnen und Logopäden helfen betroffenen Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen, sich mitzuteilen, die Reaktionen und Gefühle ihrer Mitmenschen besser zu verstehen und sich in Gruppen, beispielsweise in der Familie, in der Schule oder im Beruf, zurechtzufinden. Der Europäische Tag der Logopädie am 6. März kann zum Anlass genommen werden, mit anderen Berufsgruppen, die sich in diesem Bereich engagieren (wie zum Beispiel Ärzte, Psychologen und Psychotherapeuten) ins Gespräch zu kommen. Vielleicht bietet es sich auch an, den Kontakt zu einer Fördereinrichtung oder einer Selbsthilfegruppe in der Umgebung aufzunehmen und eine gemeinsame Informationsveranstaltung zu planen. Nikola Depel, dbl-Pressereferat

© Gmünder Tagespost 05.03.2019 19:35
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