Kinderwunsch per künstliche Befruchtung erfüllen

Immer mehr Paare in Ostwürttemberg nutzen die Methode, um Eltern zu werden
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Aalen/Schwäbisch Gmünd. Es gibt Paare, die gerne ein Kind hätten, doch der Wunsch erfüllt sich nicht. Künstliche Befruchtung ist eine Möglichkeit, die immer häufiger genutzt wird. Die Behandlungszahlen in Baden-Württemberg steigen ungebrochen weiter.

Waren es im Jahr 2014 6482 bei der AOK Baden-Württemberg versicherte Personen, die sich einer Kinderwunschbehandlung unterzogen haben, so sind es im Jahr 2017 nun 7888 – eine Steigerung von 15,5 Prozent. Auch in Ostwürttemberg steigen die Zahlen. Waren es 2014 noch 249 Personen, konnten 2017 bei der Krankenkasse 288 registriert werden. 2017 waren zum ersten Mal mehr Männer (3983) landesweit in Behandlung als Frauen (3905).

Krankenkassen fördern Behandlung

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in der Regel 50 Prozent der Kosten bei maximal drei Versuchen, um eine Schwangerschaft künstlich herbeizuführen. Anspruch haben Frauen bis 40 Jahren und Männer bis zum 50. Lebensjahr. Gesetzliche Voraussetzung ist die Ehe und ein Arzt muss die medizinische Notwendigkeit attestieren.

Seit Oktober 2017 gilt das Eheöffnungsgesetz, so dass auch gleichgeschlechtliche weibliche Ehepaare Anspruch auf diesen Kostenzuschuss haben, sofern beide Frauen krankheitsbedingt kinderlos bleiben. Die AOK Baden-Württemberg unterstützt schon seit 2013 per Satzung die gleichgeschlechtlichen weiblichen Paare, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben.

Bei dem überwiegenden Teil der Paare führt die künstliche Befruchtung nach einem oder mehreren Behandlungszyklen zur ersehnten Schwangerschaft.

„Die seelischen Belastungen sind bei den betroffenen Paaren schon hoch genug. Umso wichtiger ist es, den Kinderwunsch unserer Versicherten zusätzlich zu unterstützen und die finanzielle Belastung gering zu halten“, betont Josef Bühler, Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg. „Wir zahlen daher bei den ersten drei Versuchen dem Paar 75 Prozent der Behandlungskosten und übernehmen auch drei Viertel der Kosten für die verschreibungspflichtigen Medikamente, die vom Arzt für die Herbeiführung einer Schwangerschaft verordnet wurden.“

© Gmünder Tagespost 13.06.2019 07:11
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