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Coronavirus – was sich noch ändern könnte

 Aktuell lesen sich die Zahlen in der Bundesrepublik Deutschland als auch in Schwäbisch Gmünd, Aalen oder Bobpfingen besorgniserregend. Schließlich gibt es immer mehr Menschen, die sich mit dem Virus infizieren und daran sterben. Da es sich um eine unsichtbare Gefahr handelt, gibt es aktuell bundesweit ein Kontaktverbot. Wer über die Landesgrenzen hinausblickt, stellt aber fest, dass dort vielerorts deutlich rigoroser gegen die Ausbreitung vorgegangen wird. Was also könnte noch kommen?

Die Welt tickt anders seit ein paar Wochen. Wo früher Menschenmassen waren, finden sich heute nur noch vereinzelt Personen, die schnellen Schrittes ihrer Destination entgegeneilen. Der Sport ist komplett zum Erliegen gekommen, was besonders die Spieler und Vereine in den unteren Ligen in Bedrängnis bringt. Laut einer Umfrage spielen nun auch mehr Menschen Lotto im Internet – kein Wunder, denn im Kiosk, wo wenig Platz ist, will man nicht mehr dicht an dicht stehen. Daher weichen nicht wenig auf Lottoland aus. Etwas mehr als 11 Prozent versuchen die Millionen nun online zu gewinnen. Die Angst vor einer Ansteckung ist zu groß, man möchte sich nicht ständig in der Nähe vieler Menschen aufhalten. Dabei ist bekannt, dass der Verlauf bei mehr als 80 Prozent mild vonstattengeht.

Dennoch suchen die Menschen die Abgeschiedenheit. Eine Zeit der Introvertierten und all derjenigen, die ohnehin Probleme mit sozialen Interaktionen haben, könnte man meinen. Vom Lottogewinn allerdings träumen nach wie vor fast 68 Prozent. Laut Umfrage will der Großteil, mit fast 45 Prozent, so gewonnenes Geld in das Eigenheim investieren. Mehr als 25 Prozent gaben an, das Geld sparen zu wollen. Ganz am Ende waren es immerhin noch 2,69 Prozent, die eine Reise finanzieren wollen – selbstverständlich in Gebiete, an denen der Virus sich nicht durchgesetzt hat.

Letzteres könnte allerdings auf absehbare Zeit erst einmal nicht zu funktionieren. Schließlich sind die meisten Flug- und Schiffsverbindungen weltweit bereits zum Erliegen gekommen. Hinzukommt, dass in vielen Ländern außerhalb von Deutschland eine Ausgangssperre herrscht – etwa in Österreich. Hier sind nur noch Geschäfte offen, die zur Lebenserhaltung nötig sind. Vielerorts werden Einkaufswägen beim Betreten der Supermärkte desinfiziert. Die Menschen gehen nur noch selten vor die Tür – etwa zum Einkaufen. Ausnahmen davon sind der Weg zur Arbeit, die Pflege von Hilfsbedürftigen sowie der Spaziergang, falls einem die Decke auf den Kopf fällt. Allerdings darf dieser nur zusammen mit Personen aus dem eigenen Haushalt stattfinden. Zudem ist darauf zu achten, stets einen Abstand zu anderen Personen einzuhalten.

Noch etwas anderes fällt im Vergleich zwischen Ostalb, Deutschland und Österreich auf. Es gibt bei unseren Nachbarn bereits Gegenden, die unter Quarantäne stehen. In- oder Ausreisen sind hier nicht mehr gestattet. Einzige Ausnahme ist, wenn der Arbeitsplatz außerhalb liegt oder überlebenswichtige Dinge nicht vor Ort besorgt werden können. Die allgemeine Ausgangssperre gilt hier ebenfalls.

Somit liegt es durchaus im Bereich des Möglichen, dass generelle Maßnahmen ebenfalls für Deutschland in nicht all zu weiter Ferne umgesetzt werden könnten. Besonders, wenn der Verlauf bei den Infizierten einen weiterhin so stark steigenden Trend wie in den vergangenen Tagen aufweist. Die Entscheidung zu einer bundesweiten Vorgabe muss allerdings erst noch kommen. Jedoch zeigt das Verhalten in Österreich, dass die Menschen vor Ort durchaus verantwortungsvoll mit den Anforderungen, an diese Vorgaben, umgehen können.

Vereinzelt gibt es zwar für die Polizei Gründe, einzugreifen – der Großteil hält sich allerdings vorbildlich an die Vorgaben der Regierung. Dabei ist nach den ersten 10 Tagen Ausgangssperre bereits festzustellen, dass die Zahl der Neuinfektionen zurückgeht. Letztendlich geht es darum, die medizinischen Kapazitäten, die in Deutschland, Österreich oder anderswo gegeben sind, nicht mit Patienten zu überfluten. Daher gelten auch heute schon in vielen Bereich des öffentlichen Lebens in der Bundesrepublik Einschränkungen. Es bleibt zu hoffen, dass aus dieser Krise auch die richtigen Schlüsse gezogen werden. Denn das, was die Länder brauchen, sind mehr Spezialisten, Pflegepersonal und Mediziner. Berufe und Bereiche, die in den vergangenen Jahren „zusammengespart“ wurden. 

Photo by LOGAN WEAVER on Unsplash

© Gmünder Tagespost 02.04.2020 20:50
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