„Lauf geht’s“- Leiter Dr. Wolfgang Feil: Immunkräftigung ist Gebot der Stunde

Sieben Tipps, um das Immunsystem zu stärken und Viren abzuwehren – Neues „Lauf geht’s“ Immunpaket von Dr. Wolfgang Feil.
  • Ingwer verringern das Risiko, dass das Virus in Körperzellen eintreten kann. Foto: adobe stock / Angela Rohde

Aalen/Tübingen. Er ist der wissenschaftliche Leiter von „Lauf geht’s“: der Ernährungsbiologe Dr. Wolfgang Feil. Gerade in Zeiten der Coronakrise ist er überzeugt: Moderate Bewegung und gesunde Ernährung eines jeden Einzelnen wie bei „Lauf geht’s“ ist die beste Möglichkeit, im eigenen Körper ein stabiles Abwehrzentrum aufzubauen. Denn der beste Schutz gegen das Virus sei ein schlagkräftiges Immunsystem. Hier empfiehlt Dr. Wolfgang Feil sieben Sofortmaßnahmen. Zusätzlich hat er ein Immunpaket zusammengestellt.

Tipp 1: Darmstabilisierung mit Laktobakterien

80 Prozent des Immunsystems sitzen im Darm. Deshalb ist es wichtig, die Glutenbelastung im Darm zu verringern. Denn Gluten ist ein Klebereiweiß, das den Darm und damit das Immunsystem schädigt. Es ist Weizen-, Roggen- oder Dinkelmehl enthalten. Gluten enthält Gliadin, welches zu einer erhöhten Zonulinausschüttung führt, wodurch die Darmwände zunehmend löchrig werden. Passiert das, können Allergene, Keime und Viren in den Körper übertreten und dort zu Entzündungen führen.

Da die Darmschleimhäute mit den Schleimhäuten der oberen Atemwege in Verbindung stehen, werden diese ebenfalls geschwächt. Ein Virus wie der Sars-CoV-2 kann sich dann leichter im Hals-Nasen-Rachen-Raum und in den Bronchien einnisten.

Den besten Schutz bietet hier eine Darmstabilisierung mit Laktobakterien: Sie erhöhen die Teilungsrate der Darmepithelzellen und verhindern so den Übertritt von Krankheitserregern ins Körperinnere. Darüber hinaus erhöhen Laktobakterien die Produktion von sogenanntem „Interleukin 12“, wodurch die natürlichen Killerzellen des Immunsystems und die körpereigene Gamma-Interferon-Bildung aktiviert werden. Dies bewirkt eine effiziente Viren- und Bakterienabwehr.

Laktobakterien sind enthalten in fermentiertem Gemüse, frisch hergestelltem Naturjoghurt und im rohen Sauerkraut. Alternativ kann man im Bedarfsfall auch entsprechende Kapseln zu sich nehmen.

Tipp 2: Viren-Attacke mit Ingwer

Ingwer hat ein hohes antivirales Potenzial. Die Wirkstoffe sind Gingerole, Shogaole und Zingerone hemmen die Vermehrung des Virus im Körper und verringern das Risiko, dass das Virus in Körperzellen eintreten kann.

Darüber hinaus wirkt Ingwer nicht nur gegen Viren, sondern auch gegen krankmachende Bakterien, zum Beispiel Staphylokokken, die häufig im Darm hinter einem Biofilm versteckt sind. Ingwer kann diesen Biofilm angreifen und auflösen.

Dr. Wolfgang Feil empfiehlt täglich etwa 50 Gramm frischen Ingwer zu essen. Alternativ könne man fünf Gramm Ingwerpulver oder einen Esslöffel Ingwerkonzentrat einnehmen.

Tipp 3: Aktivierung der Killerzellen durch Zink

Zink aktiviert Killerzellen und wirkt antiviral. Wer sich angeschlagen fühlt, sollte deshalb sofort 60 Milligramm Zink täglich zu sich nehmen. Diese Menge ist über zinkreiche Lebensmittel wie Leber, Linsen oder Erbsen nicht zu schaffen. Deshalb empfiehlt Dr. Wolfgang Feil, sich hier ein Nährstoffpräparat zu besorgen.

Und Achtung: Diese hohe Dosierung ist eine kurzfristige Sofortmaßnahme für fünf bis sieben Tage. Man sollte sie nicht über einen längeren Zeitraum einnehmen. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei nur 25 mg/Tag.

Tipp 4: Angriffschutz Selen

Selen ist Bestandteil des stärksten körpereigenen Antioxidans, der Glutathionperoxidase. Diese braucht Selen, um wirksam zu sein. Dadurch werden Strukturen im Körper geschützt, so dass diese nicht angegriffen werden.

Deutschland ist ein Selen-Mangel-Gebiet. In Phasen hoher Viren- und Bakterienbelastung sollte man deshalb zusätzlich täglich 150 bis 200 Mikrogramm Selen aufnehmen. Diese Menge steckt zum Beispiel in 25 Gramm Kokoschips.

Tipp 5: Täglich drei Teelöffel Kokosöl

Professor Dr. Fabian Dayrit von der Universität Manila hat diesen Januar in einer neuen Analyse nachgewiesen, dass auch Kokosöl eine hohe antivirale Kapazität gegenüber vielen Viren inklusive den Coronaviren hat. Kokosöl verhindert deren Vermehrung und auch das Andocken von Viren an Zellmembranen. Es soll sogar zusätzlich den Virus angreifen.

Die Empfehlung von Dr. Wolfgang Feil daher: Morgens, mittags und abends je einen Teelöffel Kokosöl zu sich nehmen.

Tipp 6: Zellen-Bodyguard Mangan

Das Spurenelement Mangan ist der Bodyguard für die Kraftwerke der Zellen. Wenn diese sogenannten Mitochondrien im Körper vital sind und gut arbeiten können, dann ist das Immunsystem deutlich stärker. Deshalb bedeutet ein Mangan-Mangel Immunschwäche und verminderte Antikörperbildung.

Mangan hat zudem die Eigenschaft, ein weiteres körpereigenes Antioxidans, die Mangan-Superoxid-Dismutase, zu aktivieren. In Phasen hoher Viren-Belastung empfiehlt Dr. Wolfgang Feil, täglich 10 mg Mangan zu sich zu nehmen. 10 mg Mangan sind in 150 g Haferflocken und 50 g Haselnüsse enthalten.

Tipp 7: Angstbekämpfer Vitamin D

Das noch junge Forschungsgebiet der Psychoneuroimmunologie zeigt, wer sich Sorgen macht, gestresst ist und Panik hat, dessen Immunsystem fährt hinunter.

Eine Möglichkeit, die psychischen Belastungen besser erträglich zu machen, ist, die Vitamin-D-Aufnahme auf mindestens 4000 Internationale Einheiten pro Tag zu erhöhen.

Vitamin D wirkt in dieser Hinsicht gleich doppelt: Es stärkt die Psyche und kräftigt gleichzeitig auch das Immunsystem.

© Gmünder Tagespost 17.03.2020 16:00
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