Haartransplantation in der Türkei

Um wieder volles Haar zu erlangen oder lichter werdende Geheimratsecken aufzufüllen, haben sich in den letzten Jahren immer mehr Männer dazu entschlossen, eine Haartransplantation durchführen zu lassen.

Nach wie vor sind jedoch die Kosten für eine Eigenhaarverpflanzung in der BRD sehr hoch, weshalb es viele Interessierte ins Ausland zieht. Vor allem die Türkei ist hierbei das bevorzugte Ziel. Schon seit vielen Jahren ist die Türkei für qualitativ hochwertige chirurgische Eingriffe kosmetischer Art bekannt. Vor allem die mit der Haartransplantation beschäftigten Chirurgen genießen weltweit einen exzellenten Ruf.

Allerdings hat dieser Boom zur Haartransplantation in der Türkei seine Schattenseiten. Einige Kliniken und Praxen sind auf den Zug aufgesprungen, um das schnelle Geld zu machen, ohne jedoch eine Qualität zu bieten, die gerade deutsche oder mitteleuropäische Kunden erwarten.

Welches die Kriterien für eine gelungene Haartransplantation in der Türkei sind, wird in diesem Artikel aufgezeigt. So etwa, welches die wichtigsten Merkmale und Voraussetzungen sind, die eine Klinik und natürlich der behandelnde Arzt besitzen müssen.

Doch zuvor noch ein paar Worte zur Haartransplantation im Allgemeinen und ein kleines Who is Who der Prominenz, die eine Haartransplantation durchführen ließ.

Auch Prominente sind nur Menschen mit Haarausfall

Haartransplantationen können von den nicht betroffenen Personen leicht dem Bereich der Eitelkeit zugeordnet werden. Allerdings kann der Verlust des Haupthaares in einer Welt, die zunehmend auf Äußerlichkeiten achtet, ernsthafte Nachteile nach sich ziehen. Dies kann sogar dahin gehen, dass sich bei den betroffenen Personen psychologische Krankheitsbilder, vom Minderwertigkeitsgefühl bis zur Depression, zeigen. Dem lässt sich mit einer Haartransplantation vorbeugen. Eine ganze Reihe prominenter Persönlichkeiten haben es bereits vorgemacht. Die Fußballspieler und Trainer Benedikt Höwedes, Jürgen Klopp, Wayne Rooney sowie Christoph Metzelder gehören genauso dazu wie große Stars der Film- und Musikbranche, darunter Robbie Williams, John Travolta, Al Pacino, Elton John, Kevin Costner oder Mel Gibson.

Nicht nur dank dieser Vorbilder zieht es immer mehr Menschen zu einer Haartransplantation in die Türkei, besser gesagt in die Metropole Istanbul, einem wahren Hotspot der Haarchirurgie.

Weshalb zur Haartransplantation in die Türkei?

Um es auf einen Nenner zu bringen: es ist das hervorragende Preis-Leistungsverhältnis, das die vielen Kliniken und Praxen in Istanbul anbieten können.

Der sogenannte Medizintourismus besitzt in der Großstadt am Bosporus einen besonders hohen Stellenwert. Das beruht zum einen auf der geografischen Position Istanbuls als gut erreichbares Drehkreuz zwischen Europa, dem Nahen Osten sowie Asien und zum anderen auf den seit langen Jahren hier etablierten Fachkliniken für kosmetische Operationen. Deren Ansiedlung wiederum basiert auf einer sehr günstigen Kostenstruktur vor allem im Bereich der Gehälter des medizinischen Personals. Wie in Deutschland sind auch in der Türkei die Personalkosten der ausschlaggebende Faktor in der Kalkulation. Hinzu kommen niedrigere Fixkosten für den Unterhalt und den Betrieb der Praxen und Kliniken in Istanbul im Verhältnis etwa zu München oder Hamburg. Daraus resultiert letztlich, dass eine Haartransplantation in der Türkei um etwa zwei bis dreimal günstiger ist als in einer vergleichbaren Klinik in Deutschland, selbst unter Einberechnung der Flug- und Aufenthaltskosten.

Dabei muss der deutsche Patient keineswegs Abstriche in der Qualität machen, eher im Gegenteil. Wie überall ist Erfahrung der beste Lehrer. In Istanbul werden sehr häufig Eigenhaartransplantationen an den verschiedensten Menschen unterschiedlicher Nationen durchgeführt, die sich oft auch im Haarwachstum, dessen Ausrichtung und Stärke unterscheiden. Damit wächst das Wissen der türkischen Chirurgen mit jedem Tag. Hinzu kommt eine gründliche fachspezifische Ausbildung beziehungsweise ein Medizinstudium, das im Umfang internationalen Standards entspricht. Ein in der Türkei approbierter Arzt darf zum Beispiel auch in Deutschland arbeiten.

Was gilt es bei der Haartransplantation in der Türkei zu beachten?

Wie bereits erwähnt, gibt es in der Türkei gute und weniger gute Anbieter von Haartransplantationen. Glücklicherweise überwiegen die Kliniken mit einem guten Renommee eindeutig. Eine Stichpunktliste mit Fragen kann bei der Auswahl der passenden Klinik helfen:

• Wer ist der ausführende Chirurg?
• Welche Erfahrung in der Haarchirurgie bringt der Arzt mit?
• Ist der benannte Arzt wirklich der Operateur oder leitet er nur Assistenten an?
• Gibt es neuere Bilder von der Klinik oder der Praxis?
• Welche Zertifizierungen bestehen?
• Wie hoch ist der tägliche Patientendurchsatz? Eine Haartransplantation ist zeitaufwendig, weshalb mehr als zwei Operationen pro Tag kaum von nur einem Chirurgen durchgeführt werden können.
• Ist ein deutschsprachiger Ansprechpartner vor, während und nach der Operation zur Stelle, um mit der entsprechenden Kompetenz Fragen beantworten zu können?
• Ist der Vertrag zur Behandlung in deutscher Sprache abgefasst?
• Bestehen nachprüfbare Referenzen?

Es soll nicht verschwiegen werden, dass die türkischen Kliniken wirtschaftlich arbeiten müssen. Das ist in Deutschland nicht anders im Bereich der kosmetischen Chirurgie. Die Krankenkassen übernehmen nur in ganz wenigen Ausnahmefällen, etwa Brandopfer, die Kosten. Darum ist es schon möglich, dass die Anzahl der täglich durchgeführten Haartransplantationen in der Türkei innerhalb einer Klinik recht hoch sein kann und deshalb die individuelle Betreuung vielleicht etwas zu kurz kommt. Solange jedoch die wichtigen Vorgänge von dafür ausgebildetem Fachpersonal durchgeführt werden, ist dies angesichts der Kostenersparnis akzeptabel.

Die am häufigsten angewendete Methode der Haartransplantation in der Türkei

Überwiegend arbeiten die türkischen Chirurgen mit dem FUE-Verfahren, der Follicular Unit Extraction. Dabei werden aus dem bestehenden Haarkranz des Patienten, meist am Hinterkopf, einzelne Haareinheiten, sogenannte Grafts, entnommen, mikroskopisch auf ihren Gesundheitszustand untersucht und dann an den kahlen Stellen eingesetzt. Es ist die zwar zeitaufwendigste, dafür aber auch die erfolgreichste und eine sehr schonende Methode im Bereich der Eigenhaarverpflanzung. Mitunter, jedoch eher selten, wird auch mit der FUT-Technik gearbeitet, bei der ein ganzer Hautstreifen aus dem Haarkranz entnommen, dieser in Grafts unterteilt und eingesetzt werden. Der Vorteil der FUT-Technik liegt in der kürzeren Operationszeit, der Nachteil dieser Methode liegt in der Narbenbildung am Hinterkopf durch die Entnahme des Hautstreifens.

Welche Voraussetzungen benötigt eine erfolgreiche Haartransplantation?

Es kommen verschiedene Faktoren zum Tragen, die in der Kombination den Erfolg einer Haartransplantation gewährleisten. Zunächst muss der Patient noch über eine ausreichende Menge an Spenderhaaren verfügen, damit genügend Haare oder Grafts entnommen werden können und die Verteilung noch natürlich aussieht. Personen mit sehr großflächigen Arealen an kahlen Stellen und einem nur noch sehr kleinen Haarkranz sind für eine Eigenhaartransplantation unter Umständen nicht geeignet.

Auch die Art des Haares spielt eine Rolle. Sind die Haare von Natur aus kräftig, dick und vielleicht noch gelockt, oder eher glatt, fein und dünn? Das ist für das optische Erscheinungsbild natürlich von Bedeutung. Bei Menschen mit von Natur aus kräftigen, schwarzen Haaren wird das Ergebnis vermutlich besser ausfallen als bei Personen mit dünnem blondem oder hellbraunem Haar. Jeder Mann, der sich einer Haartransplantation unterzieht, muss sich im Klaren sein, das es keine Wunder gibt. Die Haarpracht, wie sie einst im Alter von 18 Jahren bestand, die kann nicht wiederhergestellt werden. Aber unabhängig von der Haarfarbe und deren Zustand können kahle Stellen wieder dauerhaft mit ausreichend Haaren besetzt werden, um ein natürliches, vollständiges Bild des Kopfhaares zu erzeugen.

Die Gestaltung des Haaransatzes

Abgesehen von den natürlichen oder den gegebenen Voraussetzungen des Patienten kommt es auf den behandelnden Arzt an, wie groß der Erfolg einer Haartransplantation in der Türkei ist. Zum einen ist dessen Erfahrung wichtig und zum anderen sein oder ihr Gefühl für die Ästhetik, die bei jedem Patienten neu zu beurteilen ist.

Der wichtigste Punkt in dieser Beziehung ist die vom Chirurgen gesetzte Haarlinie, also der Übergang auf der Stirn zwischen glatter Haut und den ersten eingesetzten Haaren. Diese Haarlinie muss dem gesamten Erscheinungsbild der Person entsprechen, sonst wirkt es nicht natürlich. Hier muss der Chirurg eventuell auch einen Kompromiss eingehen, wenn die Anzahl an Spenderhaaren begrenzt ist. Diese erste Haarlinie sollte auf jeden Fall sehr dicht besetzt sein, um ein natürliches Aussehen zu erzeugen. Die hier eingesetzten Grafts bestehen am besten aus nur je einem Haar oder Haarfollikel. Dabei darf die Haarlinie nicht zu weit nach vorne in die Stirn gezogen werden, wobei dies wiederum eine Frage des jeweiligen Alters des Patienten ist. Gerade Menschen mit sehr dicken Haaren müssen aufpassen, dass hier nicht zuviel des Guten getan wird, denn sonst wirkt das eingesetzte Haar wie die Frisur einer Puppe.

Wie ist der Verlauf nach der Operation?

Bei der FUE-Technik bilden sich sowohl im Bereich der Haarentnahme als auch an den verpflanzten Haaren winzige Wundkrusten, die nach etwa 10 Tagen abheilen. Narben sind dann nicht mehr zu sehen. Die Haut bleibt aber vorerst gerötet.
In den ersten 1 bis 3 Wochen wachsen die verpflanzten Haare weiter, um dann fast vollständig auszufallen. Keine Angst, das ist normal, denn die „alten“ Haare machen den neuen Haaren Platz. Allerdings dauert es noch weitere 2 bis 3 Monate, bis das Haarwachstum erkennbar ist. Je nach Patient dauert es rund 9 bis 12 Monate, bis die Haarverpflanzung ihr Endergebnis zeigt.

Fazit:

Vor einer Haartransplantation in der Türkei ist es wichtig, die hier genannten Punkte zu berücksichtigen und sich genau zu erkundigen, welche Klinik oder welche Praxis in Istanbul am besten geeignet erscheint. Dazu gehört ebenso die Betrachtung der bestehenden Referenzen und nicht zuletzt sollte auch darüber nachgedacht werden, was erwartet wird und was realistisch möglich ist.

Bild: Pixabay user:Renee_Olmsted_Photography

 

© Gmünder Tagespost 18.05.2018 09:01
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