Wieder geschmeidig durch den Alltag

Bei Rückenbeschwerden gilt: gezielt trainieren und regenerieren. Faszientraining macht den verspannten Rücken wieder locker.
  • Durch das Training mit Rollen und Bällen können verhärtete Faszien wieder geschmeidig gemacht werden. Foto: djd/Trommsdorff/Fotolia/Adobe Stock/Printemps

„Ich hab’ Rücken!“ Eine Klage, die man nahezu ständig hört. Einseitige Körperhaltung durch zu langes Sitzen, genereller Bewegungsmangel und Stress sind die häufigsten Auslöser von andauernden Beschwerden „im Kreuz“.

Bewegungsmangel und das ständige Verharren in ein und derselben Position führen zu Fehlhaltungen und Verspannungen von Muskulatur und Faszien, zunehmendes Alter außerdem zu degenerativen Veränderungen an Knochen und Gelenken.
     Insgesamt wird dadurch die Beweglichkeit der Nerven mehr und mehr eingeschränkt und der steigende Druck schädigt die nervenfaserumhüllende Myelinscheide, eine lipidhaltige Schutzschicht.

Typische Symptome sind häufige Schmerzen im Bereich der gesamten Wirbelsäule, daneben Taubheitsgefühle, Missempfindungen, Brennen oder Kribbeln in den Extremitäten.
Mit ausreichend Bewegung, Sport und Krafttraining unter fachmännischer Anleitung lässt sich dem jedoch vorbeugen.

Eine Vielzahl an Funktionen

Die Zahl der Betroffenen in Deutschland nimmt laufend zu. Neben einer verkrampften Muskulatur sind es vor allem die sie umgebenden Faszien, die bei der Schmerzentstehung eine entscheidende Rolle spielen. Dieses Netz aus zugfesten (kollagenen) und sehr dehnfähigen (elastinen) Fasern durchzieht den gesamten Körper und ist mit den Muskelsehnen verbunden, die wiederum am Knochen haften. Die Faszien erfüllen zahlreiche Funktionen: Sie sorgen für die Aufrechterhaltung der Körperspannung, dienen der „Aufhängung“ der inneren Organe und schützen Knochen, Gelenkkapseln, Muskelstränge und Nervenbahnen vor Druck von außen. Durch eingangs genannte Risikofaktoren sowie ungesunde Ernährung, zunehmendes Alter und anhaltenden Stress sinkt die Fähigkeit des Fasziengewebes, Wasser zu speichern, und es verliert seine Flexibilität. Die Fasern verhärten, verwachsen oder verfilzen miteinander.

Reizung der Schmerzrezeptoren

Dies schränkt die Muskelbewegung ein und führt durch Druck und Schädigung der Nerven sowie Reizung der Schmerzrezeptoren zu oft heftigen Beschwerden – gerade im Bereich des Rückens. Zur Behandlung sind zwei Dinge besonders wichtig: die Geschmeidigkeit des Gewebes wiederherzustellen und die Nervenregeneration anzuregen. „Der gleichzeitige Einsatz von Uridinmonophosphat (UMP), Vitamin B12 und Folsäure kann körpereigene Reparaturprozesse unterstützen und damit dazu beitragen, Schmerzmittel zu reduzieren“, so Dr. Joachim Merk, Sportpädagoge und Physiotherapeut aus Tübingen.

Gezieltes Training für die Faszien

Eine Studie mit über 200 Patienten hat gezeigt, dass eine 60-tägige Einnahme von Keltican forte, einem Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (bilanzierte Diät), die natürlichen Reparaturprozesse fördern und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern kann.

Ebenso wichtig ist ein gezieltes Faszientraining. Hier liegt der Fokus beim Verfeinern, Federn, Dehnen und Beleben. Die Übungen sind darauf ausgelegt, das Körpergefühl zu fördern, die Gewebe durch Rückfederung zu kräftigen, die Flexibilität zu steigern und durch Stoffwechseltraining die Wasserbindungsfähigkeit wieder zu erhöhen. Häufig kommen dabei spezielle Rollen und Kugeln zum Einsatz. Gerade am Anfang sollte unter professioneller Anleitung geübt werden. djd

© Gmünder Tagespost 15.03.2019 14:28
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