ManU holt Meistertitel

Sir Alex feiert bewegenden Abschied

+
Sir Alex verabschiedete sich im Theater der Träume.

London - Sir Alex Ferguson hielt im strömenden Regen auf dem Rasen von Old Trafford sichtlich gerührt seine Abschiedsrede. Neben dem Kulttrainer verabschiedete sich auch ein weiteres ManU-Urgestein

Die Standing Ovations für den 71-Jährigen nach seiner letzten großen Vorstellung im „Theater der Träume“ wollten kein Ende nehmen. Auf der Tribüne flossen Tränen. Im ersten Heimspiel nach seiner Rücktrittsankündigung und dem letzten nach 27 Jahren als Teammanager von Manchester United hatte der englische Rekordmeister gegen Swansea mit 2:1 (1:1) gewonnen, doch Fergies 528. Sieg in der Premier League spielte keine Rolle mehr.

Der Sir sagte „Goodbye“ und bekam an seinem großen Tag wenig später auch die Premier-League-Trophy für den insgesamt 38. Titel überreicht, den er mit ManUnited geholt hat. Sein letztes Spiel als Boss von Manchester bestreitet „Fergie“ am kommenden Sonntag bei West Bromwich Albion. Danach tritt David Moyes in seine übergroßen Fußstapfen.

„Danke an Euch alle, ihr wart fantastisch. Ich hatte das Glück, einige der größten Spieler zu trainieren. All diese Last-Minute-Siege, die Comeback-Erfolge, die großen Titel, auch die Niederlagen - all das gehört zu dem größten Klub, den es auf der Welt gibt“, sagte Ferguson in einer kurzen, aber bewegenden Rede auf dem Rasen kurz nach dem Schlusspfiff. Den Titel mit United hatte er bereits vor drei Wochen perfekt gemacht.

Sportliches Happy End im letzten Heimspiel

Mit Ferguson, der das Spiel wie immer Kaugummi kauend verfolgt hatte, verabschiedete sich ein weiteres ManUnited-Urgestein: Paul Scholes, seit 20 Jahren im Klub und an 11 der 13 Premier-League-Titel unter Ferguson beteiligt, gab gemeinsam mit dem Coach seinen Ausstand. Natürlich durfte er noch einmal von Beginn an ran, ein Tor war dem 38-Jährigen aber nicht mehr vergönnt.

Javier Hernandez (39.) brachte die Gastgeber in Führung. Nach dem Ausgleich durch Michu (49.) erzielte Rio Ferdinand gegen Swanseas deutschen Torwart Gerhard Tremmel den Siegtreffer (87.) und bescherte Ferguson ein Happy End in Old Trafford.

Sportlich Relevantes geschah woanders. Der FC Chelsea hat dank der Klub-Ikone Frank Lampard weiter beste Chance auf Platz drei und die direkte Qualifikation für die Champions League. Der Mittelfeldspieler traf beim 2:1 (0:1)-Sieg bei Aston Villa in der 61. und 89. Minute und erreichte gleichzeitig eine historische Marke: Mit seinem 202. und 203. Treffer für die Blues hat Lampard in der Rangliste der erfolgreichsten Vereinstorschützen die Chelsea-Legende Bobby Tambling überholt und sich alleine an die Spitze gesetzt. „Frank hat diesen Rekord verdient, er ist ein großartiger Profi und hat hart dafür gearbeitet“, sagte Chelsea-Teammanger Rafa Benitez.

Sir Alex Ferguson: Seine besten Sprüche

Sir Alex Ferguson: Seine besten Sprüche

„Flickt ihn verdammt nochmal zusammen!“ (Ferguson zu einem Physio, nachdem er David Beckham einen Schuh an den Kopf gekickt hatte. Beckham erlitt bei der Attacke eine Platzwunde über dem Auge) © Getty
„Ich will Liverpool von ihrem verdammten Ast zu hauen.“ (Bei seinem Amtsantritt 1986 über den damaligen Rekordmeister) © Getty
„Am Ende dieses Spiels wird der Europacup nur sechs Fuß von Euch entfernt stehen - und ihr werdet ihn nicht einmal anfassen dürfen. Und viele von Euch werden nie mehr so nah rankommen. Wagt es ja nicht, hier nachher reinzukommen, ohne alles gegeben zu haben.“ (Aus Fergusons Halbzeitansprache im Endspiel der Champions League 1999 gegen Bayern München) © Getty
„Ich kann es nicht glauben, ich kann es nicht glauben! Fußball, verdammte Hölle!“ (Nach dem Last-Minute-Sieg gegen die Bayern in Barcelona) © Getty
„Das hält die F***** von den Medien draußen.“ (Über das neue Trainingszentrum) © Getty
„Wenn mir ein Italiener sagt, dass das auf dem Teller Pasta ist, schaue ich unter der Soße nach, um sicher zu gehen. Die sind die Erfinder der Vernebelungstaktik.“ © Getty
„Wenn er auch nur einen Inch größer wäre, wäre er der beste Innenverteidiger Englands. Sein Vater ist 6 Fuß, 2 Inches groß - ich checke mal den Milchmann.“ (Über Gary Neville) © Getty
„Er hat mich Boss und Großer Mann genannt, als wir nach dem Hinspiel unseren Drink nahmen. Es würde aber helfen, wenn seine Huldigungen von einem guten Glas Wein begleitet werden würden. Was er mir gab, war Lack-Entferner.“ (Über Jose Mourinho) © Getty
„Manchmal hat man eben einen lauten Nachbarn. Daran kann man nichts ändern, die werden halt immer laut sein. Was willst du machen? Du kannst nur deinen Fernseher anschalten und ihn etwas lauter machen.“ (Über Manchester City) © Getty
„Pippo Inzaghi wurde im Abseits geboren.“ © Getty
„Er könnte in einem leeren Haus einen Streit anfangen.“ (Über Dennis Wise) © Getty
„Er bekommt eine Umarmung und einen Kuss von mir. Vielleicht sogar zwei.“ (Über Teammanager-Kollege Sam Allardyce) © Getty
„Sie glauben doch nicht etwa, dass wir mit dieser Bande einen Vertrag schließen? Denen würde ich nicht einmal einen Virus verkaufen.“ (Über das Interesse von Real Madrid an Cristiano Ronaldo) © Getty
„Ich habe Calderons große Aussage gelesen, wonach die Sklaverei vor vielen, vielen Jahren abgeschafft worden sei. Ob die das Franco erklärt haben? Jesus Christus! (Über Ramon Calderon, Präsident von Real Madrid, ebenfalls im Zuge des Ronaldo-Transfers) © Getty
„Die haben echt Eier, kann ich Ihnen sagen.“ (Über die Glazers, Besitzer von Manchester United) © Getty
„Ich mache sicher keinen auf Bobby Robson und bin noch mit 70 Manager. Es geht darum zu wissen, wann es gut ist.“ (Im Oktober 2008) © Getty
„Wahrscheinlich reiten wir irgendwann gemeinsam in den Sonnenuntergang.“ (Über seinen Lieblingsfeind Arsene Wenger vom FC Arsenal) © Getty
„Ich bin so ein verdammt talentierter Kerl. Vielleicht fange ich an zu malen, oder sowas.“ (Auf die Frage, was er nach seinem Abschied vom Fußball tun werde) © Getty
„Es ist völlig egal, wer geht. Der Name von Manchester United wird ewig bleiben.“ © Getty
„Es ist völlig egal, wer geht. Der Name von Manchester United wird ewig bleiben.“ © Getty
„Das geht Dich einen Scheißdreck an! Ich frag Dich ja auch nicht, ob Du immer noch in diesen Schwulenbars abhängst.“ (Zu einem Journalisten, der ihn fragte, ob er vorhabe, im Sommer 2006 zur WM nach Deutschland zu reisen) © Getty
„Sie sollten nicht versuchen, in das Gehirn eines Verrückten zu schauen.“ (Über sich selbst) © Getty
„Ja, das können Sie - indem Sie sich ins Knie ficken und sterben.“ (Zum Sportchef des Daily Mirror auf die Frage, ob dieser etwas tun könne, um das Verhältnis des Blattes zu Ferguson zu normalisieren) © Getty

Auch Tottenham Hotspur hält weiter Kurs auf die Champions League - zumindest die Qualifikation. Ohne Lewis Holtby, der 90 Minuten lang auf der Ersatzbank schmorte, gewannen die Spurs bei Stoke City 2:1 und setzten auf Tabellenplatz vier (69 Punkte) Verfolger FC Arsenal (67) unter Zugzwang. Das Team der Nationalspieler Per Mertesacker und Lukas Podolski, das als Fünfter derzeit in der Europa League starten müsste, trifft erst am Dienstag auf Wigan Athletic. Steven N'Zoni brachte Stoke City, das mit Robert Huth in der Startelf antrat, schon in der dritten Minute in Führung. Clint Dempsey (20.) und Emmanuel Adebayor (82.) drehten aber das Spiel zugunsten der Spurs.

Beim FC Chelsea drehte sich unterdessen alles um Frank Lampard. Am Saisonende verlässt der 34-jährige, der seit 2001 an der Stamford Bridge spielt, den Champions-League-Sieger von 2012. In der turbulenten Partie mit neun Minuten Nachspielzeit hatte Christian Benteke die Gastgeber zuvor in Führung gebracht, zudem sah der Villa-Torschütze und Chelseas Ramires Gelb-Rot.

West Ham United hat unterdessen den Kontrakt mit Teammanager Sam Allardyce verlängert, der 58-Jährige unterschrieb einen neuen Zweijahresvertrag. Allardyce, vorher unter anderem bei den Blackburn Rovers und bei Newcastle United tätig, steht seit 2011 bei den „Hammers“ an der Seitenlinie und schaffte in seiner ersten Saison den Wiederaufstieg in die Premier League. Momentan stehen die Londoner im gesicherten Tabellenmittelfeld, Anfang Mai wurde der Klassenerhalt bereits gesichert.

sid

Zurück zur Übersicht: Fußball

Kommentare