Löw fordert Dominanz und Fußball-Glanz

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Nach dem Ausfall von Bastian Schweinsteiger und Marcell Jansen muss Jogi Löw noch zwei Personalien klären.

Berlin - Das wichtigste Spiel der DFB-Elf seit dem WM-Halbfinale weckt große Emotionen. Tausende Fans werden am Freitag die Türkei unterstützen. Jogi Löw will dem Enthusiasmus des Gegners die WM-Mentalität entgegensetzen.

Hitzige Atmosphäre hin, andauernde WM-Müdigkeit her: Im EM-Qualifikations-Knaller gegen die Türkei fordert Joachim Löw von seinen Spielern trotz aller Brisanz eine Wiederholung der famosen Sommer-Leistungen in Südafrika. Zugleich warnt der Bundestrainer aber auch vor einem “raffinierten“ Gegner. “Wir wollen die Dominanz zeigen, wie wir es bei der WM geschafft haben und fußballerisch glänzen“, kündigte Löw vor dem Spitzenspiel der Gruppe A am Freitag (20.45 Uhr/ZDF) in Berlin an.

Ein Sieg gegen den “stärksten Kontrahenten“ würde den WM-Dritten, der wie sein Gegner mit zwei Erfolgen bestens in die Ausscheidungsrunde gestartet ist, der direkten EM-Teilnahme 2012 in Polen und der Ukraine einen großen Schritt näher bringen.

Jogi gestern, Jogi heute

Jogi gestern, Jogi heute

Joachim Löw
Der fünfte Beatle? Eine Werbeikone für fesche Sommer-Mode im Eighties-Style? Nein: Der Mann auf dem Foto ist der heutige Fußball-Bundestrainer Joachim Löw. © dpa
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Natürlich wissen alle, wie "Jogi" heute aussieht. Doch kennen Sie auch noch die folgenden Ansichten? Hier sehen Sie die besten Bilder aus der Karriere des heutigen Bundes-Jogi. © dpa
Ein Foto aus dem Jahre 1981: Die Frisur des damaligen Frankfurt-Spielers ähnelt der heutigen. Dass er inzwischen auf den Schnäuzer verzichtet, dürfte die Damenwelt nicht allzusehr enttäuschen. © Getty
A-Nationalspieler war Joachim Löw übrigens nie. Aber in Vereinen wie dem KSC (Foto aus dem Jahre 1984) eine feste Größe. © Getty
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Gut 10 Jahre später: Joachim Löw übernahm im August 1996 das Traineramt beim VfB Stuttgart. Damals zeugten seine Augen von jugendlichem Elan. © AP
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Joachim Löw badet nach dem 4:1 gegen den BVB im Jubel der Fans (15. März 1997) © AP
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So zärtlich küsst Jogi sonst nur seine Frau: Am 14. Juni 1997 gewann sein VfB Stuttgart den DFB-Pokal. © dpa
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Sunnyboy Jogi freut sich auf dem Rathausbalkon © dpa
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Zur Feier des Tages gehen ihm die Spieler ans Haupthaar. © dpa
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Laufsteg? Fußballplatz! Ein enttäuschter, aber immerhin adrett gekleideter Joachim Löw verarbeitet die Niederlage seines VfB in Wolfsburg (27.09.1997) © AP
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So konnte sich Jogi im April 1998 über einen Gegentreffer ärgern. Als dieses Foto entstand, traf der 1. FC Köln am 5.4.1998 zum Ausgleich gegen Jogis VfB. © dpa
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Vom Winde verweht: Jogi im April 1998 © dpa
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Auch in einem Trainer Jogi steckt noch ein bisschen Spieler Jogi: Herr Löw zeigt am 12.05.1998 in einem Training, was er noch drauf hat. © dpa
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Im Oktober 1999 wurde Jogi Trainer des Karlsruher SC. Vor seiner ersten Pressekonferenz (Foto) war er augenscheinlich noch einmal beim Friseur. © dpa
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Juli 2004: Joachim Löw wird zum Co-Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft berufen. Der Beginn einer großen DFB-Karriere. © dpa
Joachim Löw
Von nun an steht er Chefcoach Jürgen Klinsmann immer treu zur Seite ... ob es nach oben geht ... © dpa
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... oder nach unten. © dpa
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Man hüpft zusammen. © dpa
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Man jubelt zusammen. © dpa
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Man lacht zusammen. © dpa
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Man sitzt zusammen. © dpa
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Man tanzt zusammen. © dpa
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Nach der WM ist Schluss für Klinsi. Jogi, übernehmen Sie! Löw wird zum Chefcoach befördert. © dpa
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Alles hört auf sein Kommando! © dpa
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Popstar Jogi auf Sardinien © dpa
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Kennzeichen Löw: In der Folge sehen Sie die ungewöhnlichsten Bilder aus seiner Karriere als DFB-Chefcoach. © dpa
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Nein, das ist natürlich nicht seine Ehefrau! Aber mit Thomas Gottschalk hat der Bundestrainer jede Menge Spaß. Seine Gattin Daniela hält Jogi erfolgreich aus der Öffentlichkeit raus - deswegen zeigen wir sie hier natürlich auch nicht. Sie nennt ihn übrigens auch Jogi. © dpa
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Joachim Löw nimmt es auch mal mit zwei Mann auf. © dpa
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Jogi in historischer Bergsteiger-Kleidung beim Dreh eines Werbespots für Mercedes-Benz © dpa
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Sein Bewerbungsfoto als nächster James Bond © dpa
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Nichts verlernt © dpa
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Jogi ganz grimmig © dpa
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Der hochrangigste deutsche Fußballtrainer im Gespräch mit der hochrangigsten deutschen Politikerin © dpa
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Ja, er raucht! © dpa
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Nachdem er im Österreich-Spiel bei der EM 2008 auf die Tribüne verbannt wurde, outete sich Joachim Löw öffentlichkeitswirksam als Genussraucher. © dpa
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Jogi am Flughafen: Die Frisur sitzt! © dpa
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Jogi Cruise mit Barbara Schöneberger bei der Bambi-Verleihung. © dpa
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Hoch soll er leben! © dpa
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Hoffentlich führt uns Jogi noch zu vielen weiteren Höhenflügen - und zum WM-Titel 2010! © Fishing4

Mehr als 30 000 stimmgewaltige und enthusiastische Gästefans werden das mit 74 244 Zuschauern ausverkaufte Berliner Olympiastadion zum Hexenkessel machen. Den Fußball-Nationalspielern um Kapitän Philipp Lahm und dem gegen das Land seiner Vorfahren besonders im Blickpunkt stehenden Ballzauberer Mesut Özil soll die besondere Stimmung aber keine Angst einjagen. “Die Vorfreude ist bei uns allen groß. Wir wissen, dass viele türkische Fans im Stadion sein werden. Wir werden uns darauf einstellen“, versprach Löw am Donnerstag. Der DFB erhöhte die Sicherheitsvorkehrungen und rief zu einem friedlichen Fußball-Fest in der Hauptstadt auf.

Im Spitzenspiel der Gruppe A setzt der Bundestrainer ganz auf das erfolgreiche WM-Konzept. Auch nach dem Ausfall von Bastian Schweinsteiger gibt es für den 50-Jährigen keinen Grund für hektische Taktikmanöver. “Das System, die Grundordnung werden nicht gravierend verändert werden“, kündigte Löw an. Die vakante Position auf der linken Seite der Viererkette soll von Jérome Boateng oder Heiko Westermann ausgefüllt werden - die Tendenz geht zum genesenen England-Legionär Boateng. Die schwerwiegende Schweinsteiger-Absage will Löw durch Toni Kroos, Christian Träsch oder gar den eigentlich offensiveren Thomas Müller kompensieren. Favorit ist der Bayer Kroos, der diese Position auch schon zweimal in WM-Tests und bei Kurzeinsätzen in Südafrika ausfüllte. “Wichtiger ist die taktische Aufgabe und die Umsetzung“, sagte Löw zu allen Personal- und Taktikdiskussionen.

Auch die WM-Müdigkeit, die den FC Bayern in die Krise stürzte und auch andere Südafrika-Fahrer schwächte, soll erst gar keine Option für eine Entschuldigung bieten. “Das darf keine Ausrede sein“, sagte Löw. Besonders im Fokus werden die neuen deutschen Real-Sternchen stehen. Sami Khedira muss in Abwesenheit von Schweinsteiger den Mittelfelddominator geben. “Ich werde mich hundertprozentig einsetzen für das Spiel, egal, wer mein Nebenmann ist. Wir wollen das Spiel gewinnen, mit aller Macht“, sagte Khedira. Löw hat keine Bedenken, dass der Ex-Schwabe diese Rolle ausfüllt. “Er hat seine Aufgaben immer hundertprozentig erfüllt“, sagte er. “Es macht uns alle stolz, wie er bei Real spielt.“ Vor dem in einem halben Jahr zum Chefabräumer aufgestiegenen Khedira wird in jedem Fall sein Madrider Kollege Özil alle Blicke auf sich ziehen. “Natürlich ist es ein besonderes Spiel, denn es geht gegen meine Freunde“, sagte der Sohn türkischer Einwanderer.

Für Khedira hat Özil die Klasse, den emotionalen Härtetest zu bestehen und das deutsche Kreativspiel zu lenken. “Er macht einen sehr reifen und gelassenen Eindruck“, sagte Kollege Khedira. Auch Löw ist nicht bange, dass der Druck durch unfreundlich gesonnene Gästefans zum Problem für den Muster-Integrationszögling werden könnte. “Ich kenne Mesut als Spieler, der mental gut ist. Er kann sich auf verschiedene Situationen einstellen. Er wird sich dadurch nicht aus dem Rhythmus bringen lassen oder bedrückt fühlen“, erklärte der DFB-Chefcoach. In der Türkei wird der 21-Jährige am Freitag jedenfalls genau beäugt. “Türke gegen Türke“ und “Mesut gegen uns“, titelten die Blätter am Bosporus.

Was Özil erwartet, kann Löw beurteilen. Seine Trainerjahre in Istanbul (1998/99) und Adana (2001) haben ihn “geprägt“. Gastfreundschaft und Begeisterungsfähigkeit hätten ihm imponiert, berichtete der Bundestrainer. Freundliche Worte gab Löw nun an die Türken zurück. Seinen Spielern sollen sie aber eine Warnung sein. Auch der Ausfall von Spielmacher Arda Turan werde den Kontrahenten nicht schwächen. Schon 2008 im EM-Halbfinale (3:2) sei der Gegner eigentlich besser gewesen. “Diese Mannschaft kann den Ball zirkulieren lassen“, mahnte Löw.

dpa

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