Der Titan wird politisch

Fußball und Politik: Das denkt Oliver Kahn über ein heikles Thema

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Oliver Kahn glaubt, dass der Fußball positive Entwicklungen anstoßen kann.

Oliver Kahn plädiert für ein stärkeres politisches Engagement von Fußballern. Zwar sei der Fußball immer politisch, dennoch dürfe man seine Möglichkeiten nicht überstrapazieren.

Der langjährige Nationalmannschaftskapitän Oliver Kahn würde sich von Fußballprofis mehr Aussagen zu politischen Ansichten wünschen, wenngleich eine Weltmeisterschaft nicht unbedingt zu positiven Änderungen in einem Gastgeberland führt. „Damit überfordert man den Fußball. Fußball kann auf bestimmte Themen aufmerksam machen“, sagte der 48-Jährige der Abendzeitung.

„Das setzt jedoch voraus, dass die handelnden Akteure auch dazu bereit sind. Dass sie sich nicht zurückziehen auf den überstrapazierten Standpunkt: Fußball sollte man nicht mit Politik vermischen“, führte der frühere Weltklassetorhüter aus. „Wieso eigentlich nicht? Fußball ist immer auch Politik. Jeder, der unten auf dem Platz steht, hat eine politische Ansicht oder eine Meinung zu bestimmten Ereignissen, die er durchaus äußern sollte.“ Kritik an WM-Gastgeber Russland hatte es immer wieder gegeben, etwa an der Politik des Gastgebers und der dortigen Menschenrechtssituation.

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„Das erfordert das Studium des ein oder anderen Buches“

Für den ZDF-Experten Kahn ist es nicht neu, dass eine WM umstritten ist. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass irgendeine WM unumstritten war. Egal, wo Weltmeisterschaften stattfanden, es gab immer irgendwelche Gründe, warum jetzt diese WM in diesem Land gerade ganz besonders problematisch ist. Das ist in Russland nicht anders“, sagte der frühere Bayern-Kapitän. „Es wird auch in vier Jahren in Katar nicht anders sein. Es ist wichtig, sich mit den Problemen in den jeweiligen Ländern auseinanderzusetzen. Das erfordert das Studium des ein oder anderen Buches.“

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dpa

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