Geldgeber investierte neunstelligen Betrag

7 Millionen Euro! Bundesliga-Investorenklub kassierte satte Corona-Hilfen - trotz immenser Ausgaben

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Lars Windhorst investierte mehr als 375 Millionen Euro in Hertha BSC.

In der Corona-Krise stand der Bund Unternehmen mit finanziellen Corona-Hilfen bei. Auch ein Investorenklub aus der Bundesliga nutzte dies.

Berlin - Während der Corona-Pandemie* litten besonders kleinere Unternehmen an den Maßnahmen der Bundesregierung. Diese unterstützte die Betriebe in den vergangenen zwei Jahren mit entsprechenden Überbrückungshilfen. Doch nicht nur kleine bis mittelständische Firmen nutzten die staatlichen Hilfen. Wie der Kicker berichtet strich auch ein Klub aus der Fußball-Bundesliga* einen satten siebenstelligen Betrag ein, ausgerechnet handelte es sich dabei um einen der finanzkräftigsten Wettbewerber.

Hertha BSC: Finanzchef bestätigt Corona-Hilfen in Millionenhöhe für Berliner Investorenklub

Wie Finanzgeschäftsführer Ingo Schiller von Hertha BSC* am Donnerstag gegenüber dem Kicker bekannt gab, erhielten die Hauptstädter umfangreiche Corona-Hilfen des Bundes. „Entgegen unser aller Hoffnung hält uns die Pandemie immer noch in Atem und hat große wirtschaftliche Auswirkungen vor allem im Bereich der Zuschauereinnahmen“, sagte Schiller. „Wir haben daher Überbrückungshilfe III aus dem Corona-Förderprogramm des Bundes beantragt, bewilligt und ausgezahlt bekommen.“

  • Hertha BSC
  • Gründung: 25. Juli 1892
  • Mitglieder: 40.051 (7. Dezember 2021)
  • Spielstätte: Olympiastadion Berlin
  • Präsident: Werner Gegenbauer

Der Verein selbst bestätigte die Aussagen, dem Bericht nach sollen rund sieben Millionen Euro in die Hertha-Kassen geflossen sein. Die Bundesgelder wurden dabei aus bilanztechnischen Gründen bereits im zweiten Halbjahr 2021 verbucht, in einem öffentlichen Finanzbericht der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA, die vom Wirtschaftsprüfungsunternehmen Mazars erhoben wurde, tauchte die Zahl auf. Die betrieblichen Erträge belaufen sich hierbei auf 7,9 Millionen Euro, die Zahl sei deutlich durch die Bundeszahlung angestiegen, wie aus dem Finanzbericht hervorgeht.

Hertha BSC: Trotz 375 Windhorst-Millionen - Bundesligist bekam 7 Millionen Euro vom Bund

Dass Hertha BSC* angesichts seiner relativ neuen Rolle als Investorenklub ausgerechnet staatliche Hilfen beantragt, verwundert angesichts der hohen Geldsummen, die seit einiger Zeit im Verein kursieren. Nach dem Einstieg der Tennor-Gruppe um Investor Lars Windhorst wurden 375 Millionen Euro in den Klub gepumpt, bislang ohne messbaren Erfolg. Zuletzt ließ der Unternehmer seinem Frust gegen die Vereinsführung freien Lauf, als er in einem Interview meinte, er ließe sich „von niemandem 375 Millionen Euro verbrennen“.

Dass das Investment bislang keinen Ertrag gebracht hat, beweisen auch die Zahlen. Die Hertha erwirtschaftete in der Spielzeit 2020/21 einen Fehlbetrag von 78 Millionen Euro, auch im aktuellen Finanzreport liegt das Halbjahresminus bei 28,2 Millionen Euro. Angesichts der ausgebliebenen Einnahmen durch Ticketverkäufe in der laufenden Saison rechnet der Erstligist mit einem Minus von etwa 60 Millionen Euro. Auf dem Rasen sieht es nicht besser aus, die Berliner befinden sich trotz der wertvollen Stars mitten im Abstiegskampf. Der letzte Sieg datiert von Mitte Dezember.

Hertha BSC: Hauptstädter gaben vor Corona europaweit das meiste Geld für Spieler aus

Besonders pikant: Im Winter-Transferfenster kurz vor der Corona*-Pandemie gab Hertha BSC europaweit das meiste Geld für Spieler aus. So verprasste die Alta Dame rund 80 Millionen Euro für die vier Akteure Krzysztof Piatek, Lucas Tousart, Matheus Cunha und Santiago Ascacibar.

Lediglich die Cunha-Verpflichtung zahlte sich durch den Wechsel zu Atlético Madrid* aus, der 24-Millionen-Euro-Stürmer Piatek enttäuschte hingegen auf voller Linie. Rekordtransfer Tousart war noch eine Million Euro teurer, ist aber nach wie vor nur Mitläufer. Lediglich Ascacibar machte sich in Berlin einen Namen als Kämpfer. Der Anteil der Fehleinkäufe steht sinnbildlich für die gescheiterte Transferpolitik der Herthaner. (ajr) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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