Nationalspielerin Bajramaj: "Musste für Fußball lügen"

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Für Fatmire Bajramaj zählt Weiblichkeit zum Fußball

Frankfurt/Main - Europameisterin Fatmire Bajramaj hat nur gegen große Widerstände väterlicherseits ihre Fußballkarriere starten können. Mittlerweile ist Papa ihr größter Fan.

“Ich konnte nur heimlich spielen, musste Ausreden erfinden, wenn ich zum Bolzplatz ging. Ich hatte große Angst, weil ich für den Fußball lügen musste“, sagte die 21-Jährige vom 1. FFC Turbine Potsdam in einem Interview mit der “Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstagsausgabe). Ihr Vater sei anfangs “sehr dagegengewesen“. “Irgendwann kam alles raus, das war ein richtiges Outing. “Nachdem er mein Talent entdeckt hatte, fuhr er mich dann zu jedem Training und ist seitdem mein größter Fan. Das war wie eine Erlösung.“

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Bajramaj ist inzwischen eine der bekanntesten Fußballerinnen in Deutschland und hat jetzt ihre Erlebnisse in dem Buch “Mein Tor ins Leben“ beschrieben. Die Mittelfeldspielerin wurde im Kosovo geboren. Als sie vier Jahre alt war, flüchtete ihre Familie nach Deutschland. Bajramaj, die mal im ZDF-Sportstudio mit Pumps auf die Torwand geschossen hat, steht zu ihrer Eitelkeit und will auch auf dem Spielfeld gut aussehen. Sie schminkt sich sogar, “selbst wenn wir im Wald joggen gehen. Weiblichkeit gehört zum Frauenfußball“, sagt sie.

dpa

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