Wirbel um Motivationsrede

WM 2022: Bundesliga-Star feiert Retourkutsche der Kroaten – „Haben gezeigt, wer wen gef**** hat“

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Bei einer PK nahm Kanada-Trainer John Herdman zum WM-Gegner Kroatien Stellung. Mit einer provokanten Äußerung erntete der Brite Kritik – und muss nun mit Spott klarkommen.

Update vom 28. November, 12.41 Uhr: Der Bumerang ist zurückgeflogen – und damit auch die Äußerungen von Kanada-Coach John Herdman, die vor der WM-Partie gegen Kroatien für einiges an Zündstoff gesorgt hatten (siehe unten).

Am zweiten Spieltag der Gruppe F feierten die Kroaten am Sonntag gegen Underdog Kanada einen überzeugenden 4:1-Triumph, nachdem FCB-Star Alphonso Davies die Nordamerikaner zunächst mit 1:0 in Führung bringen konnte.

Kein Wunder, dass sich im Lager der Kroaten nach dem Sieg im direkten Duell Genugtuung breitgemacht hat. Bundesliga-Star Andrej Kramaric (TSG Hoffenheim) erklärte nach der Begegnung: „Ich möchte Kanadas Trainer für die Motivation danken. Am Ende hat Kroatien gezeigt, wer wen gef**** hat.“

Auch Kroatiens Trainer Zlatko Dalic, der die Aussagen seines kanadischen Pendants schon vor dem Spiel verurteilt hatte, kritisierte seinen Amtskollegen nach der Partie: „Ich habe den anderen Cheftrainer nach dem Spiel nicht gesehen. Wenn ich verliere, gratuliere ich dem Gewinner immer“, so der Coach des Vize-Weltmeisters von 2018.

John Herdman sei zwar ein „guter Trainer“ und „Top-Profi“, müsse aber noch einiges lernen, so Dalic weiter. „Er ist offensichtlich verrückt“, führte Dalic aus. Während Kroatien weiter Chancen auf das Achtelfinale besitzt, ist Kanada vor der abschließenden Partie gegen Marokko ohne Chance auf das Weiterkommen.

Kanada-Trainer mit vulgärer Sprachwahl vor Kroatien-Match – „Werden sie nun f***“

Ursprungsartikel vom 25. November 2022:

Doha – Kanada ist in Katar erstmals seit langer Zeit wieder bei einer Fußball-WM dabei. Die Euphorie ist riesig, die Emotionen hoch – auch aufgrund der Teilnahme von FCB-Star Alphonso Davies. Dessen Trainer John Herdman ist nun jedoch in die Schusslinie geraten – und wie so oft bei der umstrittenen Endrunde im Wüstenstaat geht es um Moral und Respekt.

Auf einer Pressekonferenz erklärte der Coach der kanadischen Auswahl, wie er nach der unglücklichen Pleite gegen Belgien am Mittwoch (0:1) seine Spieler auf den nächsten Gegner Kroatien eingestimmt hatte. „Ich erklärte ihnen, dass sie verdient hier sind und wir nun Kroatien f***“, ließ der 47-Jährige (übersetzt) wissen – ohne das verbotene „F-Wort“ jedoch ganz auszusprechen.

John Herdman (47): Heißsporn und Trainer der kanadischen Herren-Auswahl bei der WM in Katar .

Kanada-Trainer mit vulgärem Aussetzer – Widersacher aus Kroatien nimmt Stellung

Bei Kroatien, das sich zum Auftakt der Gruppe F von Marokko 0:0 trennte, kommen die Aussagen nicht allzu gut an. Vielmehr dienen sie als gutes Motivationsmittel der Europäer, die ihres Zeichens amtierender Vize-Weltmeister sind. Trainer Zlatko Dalic bemühte sich auf Nachfrage um Diplomatie. „Ich bin mir nicht sicher, wie nett es ist, so etwas zu sagen, aber es ist sein Recht“, so der Übungsleiter.

Sinngemäß ließ der Coach der kroatischen WM-Auswahl wissen, dass seine Spieler auf dem Platz zeigen sollen, wer „die Hosen anhat“. Jeder Trainer habe seinen eigenen Kommunikationsstil, so der 56-Jährige diplomatisch. Und auch Herdman selbst gab ein weiteres Statement ab, nachdem seine Äußerungen bereits für Wirbel gesorgt hatten.

WM in Katar: Herdman erklärt Motivationsrede nach Auftaktpleite in Gruppe F

„In leidenschaftlichen Momenten sagen Sie manchmal Dinge, um ihr Team in der Gruppe zu motivieren“, erklärte John Herdman zu seiner emotionsgeladenen Ansprache, die womöglich zahlreichen Fußballern in aller Welt bekannt vorkommt. „Es mag nicht sehr respektvoll gegenüber der kroatischen Nationalmannschaft sein, ich weiß sehr wohl, auf welchem Level sie sich befinden. In diesem Moment haben Sie ihr Team auf das nächste Level zu bringen und den Spielern zu verdeutlichen, dass sie keine Angst zu haben brauchen.“ Weltenbummler Herdman selbst ist übrigens kein Kanadier, stattdessen kommt er aus England.

„Am Ende geht es um die Einstellung, die Kanada haben muss, wenn wir drei Punkte gegen eines der Top-Teams der Welt haben wollen. Und die Denkweise, die wir nach der Niederlage gegen Belgien benötigen.“ Für Kanada ist es die zweite Teilnahme überhaupt bei einer WM, der britische Coach ist seit Januar 2018 im Amt und trainierte zuvor bereits bei einer Frauen-Weltmeisterschaft die kanadische Auswahl.

Derweil gab es beim WM-Spiel zwischen Brasilien und Serbien eine kuriose TV-Panne. Sie handelt vom Jähzorn eines der beiden Trainer. (PF)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Cristian de Marchena

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