Kaderbekanngabe am Donnerstag

„Kann viel Positives geben“ – Premier-League-Verteidiger bietet sich für Flicks WM-Kader an

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Kurz vor der Kaderbekanntgabe durch Bundestrainer Hansi Flick äußert Robin Koch seinen persönlichen Wunsch – die Teilnahme an der WM in Katar.

Leeds – Ein paar Tage hat Bundestrainer Hansi Flick noch Zeit, gemeinsam mit seinem Trainerteam am WM-Kader zu feilen. Am Donnerstag, dem 10. November, wird der 57-Jährige sein abschließendes 26-köpfiges Team für das Turnier in Katar vorstellen. Einer, der seinen Namen gerne auf der mit Spannung erwarteten Liste sehen würde, ist Robin Koch. Der Innenverteidiger von Leeds United konkretisierte kürzlich seine Ambitionen bezüglich des begehrten Kaderplatzes, die Konkurrenz ist allerdings enorm groß.

Hansi Flicks WM-Kader: England-Legionär Robin Koch hofft, dabei zu sein

Gegenüber dem SID gab sich der 26-Jährige selbstbewusst, allerdings nicht allzu optimistisch. „Ich bin mir sicher, dass ich jeder Mannschaft auf und abseits des Platzes viel Positives geben kann, auch der Nationalmannschaft“, meinte Koch, der weiterhin von der WM träumt. „Natürlich hoffe ich immer noch, dabei zu sein“, gab der Premier-League-Profi zu verstehen.

„Ich habe schon oft erwähnt, dass ich nur Gas geben und starke Leistungen bei meinem Klub zeigen kann“, meinte der ehemalige Freiburger, der im Sommer 2020 auf die Insel gewechselt war. „Das hat in dieser Saison bisher ganz gut geklappt. Alles andere liegt in der Hand des Bundestrainers.“ Auch in der laufenden Spielzeit ist Koch eine der Stützen in Leeds und gehört zum Stammpersonal.

Robin Koch trug bereits achtmal das Trikot der Nationalmannschaft, zum letzten Mal jedoch im Juni 2021.

Robin Kochs letzter Einsatz liegt eineinhalb Jahre zurück – bei der EM blieb er ohne Einsatz

Gegen die Nominierung spricht allerdings, dass Koch seit Flicks Amtsantritt im Sommer 2021 noch kein einziges Mal in die Nationalelf berufen wurde. Zuletzt nahm der gebürtige Kaiserslauterer an der Europameisterschaft im letzten Jahr teil, blieb allerdings ohne Einsatz. Somit datiert sein letzter von acht Einsätzen vom 2. Juni 2021, damals trennten sich das von Joachim Löw trainierte DFB-Team und die dänische Nationalelf 1:1.

Neben seiner längeren Abwesenheit aus dem Nationalteam könnte ihm auch die hohe Konkurrenz auf der Innenverteidigerposition in die Quere kommen. Beste Chancen werden Antonio Rüdiger von Real Madrid sowie den Dortmundern Nico Schlotterbeck und Niklas Süle zugeschrieben, auch West-Ham-Profi Thilo Kehrer und der Freiburger Stabilisator Matthias Ginter sind in der engeren Auswahl.

Böhme, Odonkor, Kramer: Deutschlands überraschendste WM-Nominierungen

Oliver Neuville war in den vier Freundschaftsspielen vor der WM 2002 nicht im Kader des DFB. Für das folgende Turnier wurde er dann aber doch nominiert.
Oliver Neuville war in den vier Freundschaftsspielen vor der WM 2002 nicht im Kader des DFB. Für das folgende Turnier wurde er dann aber doch nominiert.  © Imago Imagies/Laci Perenyi
Jörg Böhme wurde bei der WM 2002 nachträglich nominiert, weil Jörg Heinrich ausfiel. Doch der Schalker war vom Pech verfolgt und zog sich im Training eine Verletzung zu und kam zu keinem Einsatz in Japan und Südkorea.
Jörg Böhme wurde bei der WM 2002 nachträglich nominiert, weil Jörg Heinrich ausfiel. Doch der Schalker war vom Pech verfolgt und zog sich im Training eine Verletzung zu und kam zu keinem Einsatz in Japan und Südkorea. © Imago Images/Kolvenbach
Carsten Jancker hatte 2001/2002 ein extrem schwaches Jahr, ohne eigenen Treffer hinter sich. Dennoch nominierte ihn der Bundestrainer Rudi Völler für die WM 2002. Der Stürmer traf beim 8:0 gegen Saudi-Arabien einmal.
Carsten Jancker hatte 2001/2002 ein extrem schwaches Jahr, ohne eigenen Treffer hinter sich. Dennoch nominierte ihn der Bundestrainer Rudi Völler für die WM 2002. Der Stürmer traf beim 8:0 gegen Saudi-Arabien einmal. © Imago Images/Sven Simon
2006 sorgte Klinsmann mit David Odonkor für die größte Überraschung bei einer WM. Der Flügelflitzer flog bis dahin unter dem Radar und wurde erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Unvergessen bleibt allerdings seine Vorlage im Gruppenspiel gegen Polen.
2006 sorgte Klinsmann mit David Odonkor für die größte Überraschung bei einer WM. Der Flügelflitzer flog bis dahin unter dem Radar und wurde erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Unvergessen bleibt allerdings seine Vorlage im Gruppenspiel gegen Polen.  © Imago Images/Camera 4
Holger Badstuber feierte erst kurz vor der WM 2010 sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft. Jogi Löw setzte ihn damals aber nur in den ersten beiden Gruppenspielen ein. Insgesamt 31 Mal lief Badstuber für die DFB-Elf auf.
Holger Badstuber feierte erst kurz vor der WM 2010 sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft. Jogi Löw setzte ihn damals aber nur in den ersten beiden Gruppenspielen ein. Insgesamt 31 Mal lief Badstuber für die DFB-Elf auf.  © Imago Images/Sven Simon
Ein Spieler, den bei der WM 2014 so gut wie niemand auf dem Zettel hatte, war Shkodran Mustafi. Jogi Löw nominierte den Verteidiger zur WM erstmals für die DFB-Elf.
Ein Spieler, den bei der WM 2014 so gut wie niemand auf dem Zettel hatte, war Shkodran Mustafi. Jogi Löw nominierte den Verteidiger zur WM erstmals für die DFB-Elf. © Imago Imgaes/Jan Huebner
Dennis Aogo, damals Linksverteidiger vom HSV, wurde für die WM 2010 erstmals in die deutsche Nationalmannschaft berufen. Es reichte aber nur für einen Einsatz im Spiel um Platz 3 gegen Uruguay.
Dennis Aogo, damals Linksverteidiger vom HSV, wurde für die WM 2010 erstmals in die deutsche Nationalmannschaft berufen. Es reichte aber nur für einen Einsatz im Spiel um Platz 3 gegen Uruguay. © Imago Images/Icon Sportswire
Mit Erik Durm hatte bei der WM 2014 kaum einer gerechnet. Doch Jogi Löw nominierte den damals 22-Jährigen für die deutsche Nationalelf. Eingesetzt wurde Durm bei dem Turnier aber nicht.
Mit Erik Durm hatte bei der WM 2014 kaum einer gerechnet. Doch Jogi Löw nominierte den damals 22-Jährigen für die deutsche Nationalelf. Eingesetzt wurde Durm bei dem Turnier aber nicht. © Imago Images/Aflosport
Christoph Kramer war bei der WM 2014 ebenfalls eine große Überraschung. Der Spieler von Gladbach war für das Turnier erstmals für die Nationalmannschaft nominiert und stand im Finale sogar in der Startelf.
Christoph Kramer war bei der WM 2014 ebenfalls eine große Überraschung. Der Spieler von Gladbach war für das Turnier erstmals für die Nationalmannschaft nominiert und stand im Finale sogar in der Startelf. © Imago Images/Camera 4
Marvin Plattenhardt war bei der WM 2018 die größte Überraschung. Jogi Löw nominierte den Herthaner für die linke Abwehrseite der Nationalmannschaft, doch der Freistoß-Spezialist blieb hinter den Erwartungen zurück.
Marvin Plattenhardt war bei der WM 2018 die größte Überraschung. Jogi Löw nominierte den Herthaner für die linke Abwehrseite der Nationalmannschaft, doch der Freistoß-Spezialist blieb hinter den Erwartungen zurück. © Imago Images/Sven Simon
Die Nominierung von Julian Brandt für die WM 2018 war für sich keine Überraschung, doch dadurch wurde Leroy Sané aus dem Kader der DFB-Elf gestrichen, der 2018 zu den besten Spielern in Europa zählte. Für viele war das der Anfang vom Ende für Jogi Löw.
Die Nominierung von Julian Brandt für die WM 2018 war per se keine Überraschung, doch dadurch wurde Leroy Sané aus dem Kader der DFB-Elf gestrichen, der 2018 zu den besten Spielern in Europa zählte. Für viele war das der Anfang vom Ende für Jogi Löw. © Imago Images/ActionPictures

DFB-Team: Robin Koch kommentiert „nicht unbedingt richtige“ WM-Vergabe an Katar

Koch kommentierte neben seinen WM-Chancen im Gespräch mit dem SID allerdings auch die Schattenseiten des viel kritisierten Turniers. Die Menschenrechtsverletzungen in Katar gehen nicht spurlos am Profi vorbei. „Wir alle wissen, dass die Vergabe nach Katar nicht unbedingt die richtige war“, meint der Abwehrmann, andererseits sei die WM „für jeden Fußballer das größte Turnier, das man spielen kann. Daher ist es natürlich verständlich, dass man sich darauf in sportlicher Hinsicht freut.“

Sollte es nicht mit dem Sprung ins WM-Team klappen, werde sich der Sohn des Ex-Bundesligaspielers Harry Koch das Turnier „wie ein ganz normaler Fußballfan“ ansehen. „Mit den Daumen gedrückt für unsere Jungs“, versteht sich. (ajr/sid)

Rubriklistenbild: © Neis /Eibner-Pressefoto/imago-images

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