Attraktiv wie eh und je

Punkt 5.30 Uhr erfolgte im ersten Licht des Tages der Start zum "Alb Extrem" in Ottenbach. Es war die 30. Auflage, und auch in diesem Jahr lockte der Radmarathon die Massen: 3500 Hobbyradler absolvierten die Strecken über die Stauferberge. Mit dabei waren auch 95 Fahrer der Radsportfreunde Bartholomä.

Nicht mit auf der Strecke war erstmals nach 20 Jahren ununterbrochener Teilnahme Erich Krieg, der Vorsitzende der Radsportfreunde. "Ich bin 20 Jahre ununterbrochen glücklich mitgefahren, ohne Sturz oder ähnliches", erinnert er sich, das persönliche Jubiläum als Schlusspunkt begriffen zu haben. Die Entwicklung, vom Zuschauen wie sich der Radwurm durch Bartholomä winde, bis zum ersten Wagnis mitzufahren und schließlich der Siege im Gruppenfahren mit fast 100 Leuten. "Es hat mir immer wieder einen Schub gegeben", sagt Krieg. So hat er auch diesmal im Vorfeld die Organisation in Bartholomä übernommen und wieder fast 100 Radler motivieren können. "Einige haben kurz vorher abgesagt, weil sie wegen des Wetters zu wenig trainieren konnten. Ich habe dafür andere als Ersatz gefunden", freut sich Krieg über die schlagkräftige Truppe. Tatsächlich hatten aber viele Radfahrer die 260-Kilometer-Schleife gemieden, weil sie nach dem schlechten Wetter im Frühjahr enormen Trainingsrückstand hatten. Doch am Veranstaltungstag herrschten beste Bedingungen. Früh aufstehen mussten die Radler, denn gestartet wurde in Ottenbach zwischen 5.30 Uhr und 6.30 Uhr. Die Strecken – ob 190, 210 oder 260 Kilometer – führten die Radler nach dem Start in Ottenbach zunächst nach Schwäbisch Gmünd und vorbei an den Gartenschau-Baustellen hinauf auf den Rechberg, zurück ins Tal und über die Weiler Steige und den "Furtlespass" schließlich über Degenfeld Richtung Kreisgrenze. Am späten Vormittag ging es wieder bergab, bis ins Eybtal und dann noch einmal zurück in den Gmünder Raum nach Bartholomä, wo die Radsportfreunde wie gewohnt für Verpflegung sorgten. Am Nachmittag ging es über Steinheim bis kurz vor Amstetten, bis wohin die Routenführung für alle die gleiche war. Erst dann wurden die 3500 Radler auf getrennte Wege geleitet, um für die längeren Distanzen Zusatzkilometer zu sammeln. Die, die längste Schleife angegangen waren, fuhren bis nach Weilheim und Bad Boll für die 260 Kilometer, bevor der Tross über Geislingen und Donzdorf zurück Richtung Ziel in Ottenbach rollte. Während der Alb Extrem auch nach 30 Jahren nichts an seiner Attraktivität verloren hat und sicher auch im nächsten Jahr wieder viele Radler anziehen wird, wird sich ein Paar nach 30 Jahren zumindest aus der ersten Reihe verabschieden: Annelore und Stefan Nußbaumer, die beiden Hauptorganisatoren: "Beim ersten Mal bin ich mitgefahren, beim zweiten bis zehnten Mal war ich an einer Kontrollstelle, und in den restlichen 20 Jahren waren meine Frau und ich die Organisatoren. Jetzt sind andere mal dran", sagt Stefan Nußbaumer. Der 69-Jährige ist überzeugt davon, dass es auch ohne ihn weitergeht: "Wir werden eine Lösung finden, schließlich ist die Veranstaltung eine tolle Werbung für den Kreis", sagt Nußbaumer, der im Hintergrund weiter mitwirken will.  Wegen technischer Probleme stand auch am Abend das Ergebnis noch nicht endgültig fest. Rund 1000 Teilnehmer fehlten in der Wertung. So ist der 15. Platz der Radsportfreunde Bartholomä nur ein vorläufiger.

benjamin leidenberger

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