Beim SGV Böbingen bleiben die Fronten zerstritten

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Vereinsbeiratssitzung im Beisein von Bürgermeister Stempfle und Sportkreis-Vorstandsmitglied Hinderberger kann die Parteien nicht besänftigen.

Böbingen.

Die Fronten beim SGV Böbingen sind verhärtet. Daran konnte auch Bürgermeister Jürgen Stempfle, der am Montagabend zur Vereinsbeiratssitzung hinzugekommen ist, nichts mehr ändern. Nach zwei Stunden mit zum Teil hitzigen Wortgefechten einigte sich das Gremium mehrheitlich, den Termin der angesetzten außerordentlichen Mitgliedersammlung auf Freitag, 17. September, zu belassen. Allerdings wird diese Versammlung nicht wie ursprünglich vorgesehen, in der SGV-Halle, sondern ab 20 Uhr im Opera-Zelt des Böbinger Bürgerparks stattfinden. Die Mitglieder sollen entscheiden, ob der 1. Vorsitzende Felix Eisele im Amt bleiben soll oder dieses Ehrenamt aufgeben muss.

Rechtliche Fragen klären

Ob und unter welchen Umständen es nach dem Vereinsrecht möglich ist, bei einer solchen außerordentlichen Mitgliedersammlung die Amtsträger des bisherigen Vorstandsgremiums zu entlasten und möglicherweise gleich Neuwahlen durchzuführen, das soll in diesen Tagen noch geklärt werden.

„Für mein Empfinden müsste dafür unter dem Punkt Verschiedenes ein entsprechender Antrag gestellt werden, der dann von der Versammlung mehrheitlich angenommen wird“, sagt der stellvertretende Sportkreisvorsitzende Jörg Hinderberger, der am Montag bei der Beiratssitzung ebenfalls zugegen war. Er wolle, betonte er, allerdings dem Ergebnis der rechtlichen Prüfung nicht vorgreifen.

Die Vereinsbeiratssitzung am Montagabend sei „sehr emotional“ verlaufen, erklärte Hinderberger. Beide Parteien, die den Gewichthebern nahe stehenden Personen sowie jene, die auf Seiten des Vorsitzenden stehen, hätten sich allerdings keinen Deut aufeinander zubewegt. Schlussendlich, betonte Hinderberger, „ging es darum, nach vorne zu blicken.“ Hinderberger: „Es geht doch um die Zukunft des Vereins.“ Damit verbunden sei die Frage diskutiert worden, ob Felix Eisele noch zum Wohl des Vereins handele. Die 13 anwesenden Beiratsmitglieder hätten sich in dieser Frage mehrheitlich gegen Eisele entschieden.

Dem Ratschlag, von seinem Amt zurückzutreten, sei Eisele jedoch nicht nachgekommen. Er fühle sich im Recht und habe nicht falsch gehandelt, habe er betont. Freiwillig werde er deshalb das Amt nicht niederlegen. Wenn er abgewählt würde, werde er dies respektieren.

Bereits für die Vereinsbeiratssitzung am Montagabend hat Eisele seinen Urlaub unterbrochen. Da er am Freitag, 17. September, ebenfalls noch in Urlaub sei, werde er bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung nicht anwesend sein. Sein Wunsch, die Versammlung am 2. Oktober zu halten, fand allerdings mehrheitlich kein Gehör.

„Wir müssen ganz dringend die Mannschaften melden“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Holger Kompe und betonte: „Unsere Gewichtheber haben ihre Entscheidung, weiterhin für den SGV Böbingen an die Hanteln zu gehen, davon abhängig gemacht, dass Herr Eisele nicht mehr Vorsitzender ist.“ Damit hänge dann in der Konsequenz auch die Frage zusammen, ob der SGV Böbingen die Deutschen Meisterschaften, für die er den Zuschlag erhalten hat, tatsächlich im Dezember ausrichten wird.

Es geht doch um die Zukunft des Vereins.“

Jörg Hinderberger, Stv. Sportkreisvorsitzender

Neue Kandidaten stehen bereit

Falls am Freitag Neuwahlen stattfinden werden, gibt es mit Tanja Kluge aus dem Lager der Gewichtheber bereits eine Kandidatin, die sich für das Amt der Vorsitzenden bereit erklären würde. Auch für andere Positionen gibt es Bereitwillige.

Falls Eisele abgewählt werden würde, könne, so Kompe, es durchaus sein, dass Rücktritte aus anderen Ämtern folgen werden.

Den Rechenschaftsbericht, den Eisele bereits auf die Vereins-Hompage gestellt hatte, musste er nach mehrheitlichem Beschluss wieder entfernen.

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