Benjamin Kindsvater bricht den Bann

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Die Fans des VfR Aalen feuern ihr Team an.
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Nach 79 Minuten fällt das erlösende Tor: Der VfR Aalen gewinnt nach hartem Kampf mit 1:0 (0:0) gegen den FC Gießen. Überzeugendes Debüt von Keeper Tim Paterok.

Aalen. Uwe Wolf lief nach dem Schlusspfiff auf den Platz. Auf direktem Weg zu Tim Paterok. Der Trainer des VfR Aalen umarmte seinen neu verpflichteten Keeper. Und der hatte seinen Anteil am erlösenden 1:0 (0:0)-Sieg im Flutlichtspiel gegen den FC Gießen. Matchwinner war aber ein anderer Neuzugang: Benjamin Kindsvater erzielte nach 79 Minuten das Tor des Tages.

„Angespannt“ sei er gewesen während der 90 Minuten, sagte Giuseppe Lepore. Umso erleichterter war der VfR-Geschäftsführer nach dem Abpfiff. „Letzten Endes war es wichtig, dass wir das Spiel gewinnen, und dieses Ziel haben wir erreicht.“ Es war allerdings ein hartes Stück Arbeit, ehe der erste Dreier nach zuvor drei verlorenen Spielen unter Dach und Fach war. Denn zunächst wurden die Nerven der VfR-Fans strapaziert. Es waren die Gäste aus Gießen, die anfangs für mächtig Betrieb sorgten. Und die Tim Paterok bei seiner Premiere im schwarz-weißen Trikot die Möglichkeit gaben, seine Klasse zu zeigen. Die Stadionuhr zeigte 2:14 Minuten an, als der Gießener Ko Sawada nach tollem Direktpassspiel im Mittelfeld völlig frei vor Paterok stand, dieser aber lange zögerte und das frühe 0:1 verhinderte (3.). Nur zwei Minuten danach war Paterok auch bei einem Freistoß von Nikola Trkulja zur Stelle.

Von nun an diktierte aber der VfR Aalen, der zur Dreierkette zurückgekehrt ist, das Geschehen. Und gleich bei der ersten Chance lag der Ball im Tor: Einen Kopfball von Steffen Kienle kann Keeper Vladan Grbovic nicht festhalten, Jonas Arcalean staubt ab. Das 1:0? Nein, weil Schiedsrichter Marc Heiker auf Abseits entschied (12.). Aalen drückte weiter auf die Führung. Und wie schon bei der ersten Großchance führte eine Standardsituation zur nächsten Möglichkeit. Nach einem Freistoß des starken Alessandro Abruscia parierte Grbovic zunächst den Kopfball von Gino Windmüller, dann reagierte der Keeper auch beim Nachschuss von Kienle herausragend (19.). Benjamin Kindsvater (20.), Arcalean (40.) und noch einmal Kienle (43.) ließen weitere gute Möglichkeiten liegen und zeigten einmal mehr die große Schwachstelle bei den Ostälblern: die Chancenverwertung. Dass die Gießener nach gut einer halben Stunde nicht in Unterzahl waren, hatten sie Schiedsrichter Heiker zu verdanken. Denn der ließ nach einen bösen Foul an Eduard Heckmann an der Seitenauslinie Gnade vor Recht walten und zeigte Dennis Owusu nur Gelb. Dieser hätte sich auch über den roten Karton nicht beschweren können (35.).

Nach der Halbzeitpause dasselbe Bild: Der VfR stand defensiv sicher, und vorne ließ er zunächst beste Möglichkeiten aus. Beispielsweise Leon Volz, der freistehend Grbovic in die Arme schoss (52.). Die Gastgeber mühten sich, aber sie taten sich auch schwer gegen eine kompakte Gießener Abwehr. Bis zu jener 79. Minute: Nach einem Pass in die Tiefe von Abruscia stand Benjamin Kindsvater völlig frei vor Grbovic. Den ersten Schuss parierte der Torwart, gegen den Nachschuss war er machtlos - 1:0. Nun war Zittern angesagt, aber die Wolf-Elf brachte die knappe Führung mit viel Gegenwehr über die Zeit.

Keine Trainerdiskussion

Der lang ersehnte Dreier hat den VfR Aalen nicht nur vom letzten Tabellenplatz weggespült, er sorgt auch für etwas Ruhe im Umfeld. Und vor einer möglichen Trainerdiskussion? Giuseppe Lepore ließ sich auf dieses Thema nicht ein. „Wir arbeiten konzentriert, das ist in den letzten Wochen mit ein paar Ausnahmen sichtbar gewesen. Das ist unser Weg, und über alles andere sprechen wir nicht.“

Diesen gilt es am Samstag fortzusetzen - beim Aufstiegsaspiranten TSV Steinbach Haiger.

Es war wichtig, dass wir gewinnen.“

Giuseppe Lepore, Geschäftsführer des VfR Aalen
Die Trainer Uwe Wolf und Daniyel Cimen begrüßen sich.
Der VfR Aalen feuert sich vor dem Spiel an.
Benjamin Kindsvater erzielte das entscheidende Tor.

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