„Damit Trailrunning auf der Ostalb einen Namen kriegt“

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Symbolbild: Trailrunning

Wie zwei Männer versuchen, als Botschafter für das Trailrunning und die Region den Sport auf die Ostalb zu bringen.

Aalen

Sie ziehen sich ihre Sportklamotten an, schnüren die Laufschuhe, setzen eine Stirnlampe auf - und los geht es draußen im windigen Regenwetter. In der Nacht vor Heiligabend im vorigen Jahr wurde damit in Aalen eine Tradition wieder aufgenommen, die bereits vor über acht Jahren entstanden ist und damals noch „die Suche nach dem Christkind“ hieß: der nächtliche Trailrun am Baierstein und Braunenberg.

Auf Initiative der „Trailschmiede Ostalb“ haben sich in der Dunkelheit etwa ein Dutzend hartgesottene Männer und Frauen getroffen, um am Ende des Jahres einen „Weihnachtstrail“ zu laufen. In unter zwei Stunden legte die Gruppe eine Strecke von etwa 15 Kilometern und 500 Höhenmetern zurück und beschloss die Tour mit Gebäck und Glühwein.

Zwei laufbegeisterte junge Männer - Marcus Baur und Jürgen Kamrad - haben sich wenige Wochen zuvor unter dem Namen „Trailschmiede Ostalb“ zusammengetan und den „Weihnachtstrail“, wie auch bereits weitere Läufe organisiert. Ihr Ziel ist es dabei, als Botschafter den Trailsport in ihre Heimat zu bringen, die optimalen Trainingsbedingungen der Ostalb zu zeigen und Neugierige für diese Sportart zu begeistern.

Die Suche nach spannenden und anspruchsvollen Trails an besonderen Orten verbindet die beiden leidenschaftlichen Sportler. Besondere Faszination habe „das Laufen auf Trails, also auf den unbefestigten Wegen und Pfaden über pure Erde, Wurzeln, Äste und Steine.“ Das ist für die Traillaufcommunity das, was diese Sportart von anderen Formen des Langstreckenlaufes unterscheide und den Reiz ausmache. Was ebenfalls dazugehöre: bergige Anstiege und auch stark abfallendes Gelände, manchmal auch durch Matsch. Da sind sich die Läufer einig.

Einer der Initiatoren der „Trailschmiede Ostalb“ ist Jürgen Kamrad. Er ist offizieller Salomon-Explorer und gibt Traillauf-Workshops für Neugierige. Das Trailrunning hat er für sich vor etwa sieben Jahren entdeckt. Inzwischen nimmt der 48-Jährige an Läufen wie beispielsweise dem Zugspitz-Ultratrail mit 68 km und etwa 3000 Höhenmetern teil.

Auch der Mitbegründer der „Trailschmiede“, Marcus Baur, ist ein sehr erfolgreicher Läufer. Er ist Vater von zwei Kindern und war zunächst Handballer. „Der Waldlauf hat mir aber so gut gefallen, dass ich danach nicht mehr in die Halle zum eigentlichen Training zurückwollte“, sagt der 34-Jährige. „Durch angepasstes Training wurden die Strecken länger und schwieriger“, erzählt er begeistert weiter und kam daher über Umwege zum Traillauf.

Über die Anakonda zum Aalbäumle hinauf

Einer der jüngsten Läufer der Gruppe ist Lukas Schwella. Er ist 19 Jahre alt und sieht den Traillauf einerseits als Ausgleich zum Studium, aber andererseits auch als Chance, die Schönheit der Umgebung zu entdecken. Für ihn ist „die Ostalb ein sehr guter Ort, um zu trainieren, da die Region durch die zahlreichen Berge und Wälder ein Paradis für diese Laufsportart“ sei.

Auch Trails mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden gebe es rund um Aalen, erklärt Schwella. Technisch einfache Wege, wie auch ein in der Nähe zum Aalbäumle gelegener Weg, der wegen seiner Schlangenform den Namen „Anakonda“ trägt und anspruchsvoll sei, finde man hier.

Lukas Schwella kam über die Leichtathletik zum Traillauf und hat – wie die anderen beiden begeisterten Läufer – zahlreiche Events sowohl im Alpenraum als auch in den Mittelgebirgen im Kalender stehen. Highlights sind beispielsweise die Anfang Juni stattfindenden Trail- und Berglaufweltmeisterschaften und später im Jahr der UTMB (Ultra-Trail du Mont-Blanc) - das bekannteste Traillaufereignis eines jeden Jahres. Niklas Schrimpf

Info: Aktuelle lokale Aktivitäten werden auf dem Instagram-Kanal @trail_schmiede_ostalb veröffentlicht.

Die Initiatoren der Trailschmiede Ostalb: Marcus Baur (links) und Jürgen Kamrad.

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