Das Herz schlägt für beide Vereine

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Ein Schal, zwei Herzensvereine: Andreas Völkl ist sowohl der Fanbeauftragte des Göppinger SV als auch der des VfR Aalen. Am Freitagabend stehen sich die beiden Vereine im WFV-Pokal gegenüber.
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Wenn sich am Freitagabend (19 Uhr) der Göppinger SV und der VfR Aalen gegenüberstehen, ist Andreas Völkl zwiegespalten: Der 25-Jährige ist der Fanbeauftragte beider Clubs.

Aalen / Göppingen.

Andreas Völkl beschäftigt gerade eine Frage: „Was ziehe ich an am Freitagabend?“ Keine einfache Entscheidung für den 25-Jährigen, dessen Herz im Erstrundenspiel des WFV-Pokals für beide Vereine schlägt. Denn: Als Fanbeauftragter des Göppinger SV und VfR Aalen ist er mit beiden Lagern eng verbunden. „Das wird sehr emotional für mich.“

Er sagt über sich selbst, dass er „ein Göppinger durch und durch“ ist. Er ist Göppingen geboren, hat am dortigen Werner-Heisenberg-Gymnasium sein Abitur gemacht, und er lebt und arbeitet heute als Schulpädagoge unterm Hohenstaufen. Eng verbunden ist er aber auch mit Aalen. Sein Großvater Walter lebt in Wasseralfingen, sein Vater Walter ist ebenso in Aalen aufgewachsen. So kam er 2007 erstmals zum VfR, als dieser ein Vorbereitungsspiel gegen den damaligen Deutschen Meister VfB Stuttgart absolvierte. „Danach war ich erst wieder 2011 beim DFB-Pokalspiel gegen Schalke 04 im Stadion“, sagt Völkl. Und die Schwarz-Weißen haben ihn da so fasziniert, dass er sich eine Dauerkarte gekauft hat und Mitglied geworden ist. „In der Aufstiegssaison 2011/2012 war ich bei jedem Heimspiel und immer wieder auswärts dabei.“

Andreas Völkl hat die Fans kennengelernt. Ist mit diesen ins Gespräch gekommen. Und er hat sogar seine Bachelorarbeit zum Thema „Soziale Arbeit mit Fußballfans“ verfasst. „Ich habe dazu ein Interview mit dem damaligen Fanbeauftragten Patrick Häberle geführt.“ So hat alles seinen Lauf genommen: Im Januar 2020 beerbte er Häberle als Fanbeauftragten des VfR Aalen - gemeinsam mit Sven Miebeck. Dass sie sich die Arbeit teilen, war Völkl wichtig. Denn: „Ich bin nur unter der Bedingung zum VfR gekommen, dass ich das Amt beim Göppinger SV weitermachen darf.“ Das hatte er gut ein Jahr vorher übernommen.

Nun stehen sich seine beiden Vereine im Pokal gegenüber. „Auf dieses Spiel warte ich seit Jahren. Das ist einfach nur klasse“, sagt der 25-Jährige. Wohl wissend, dass es für ihn am Freitagabend eine emotionale Achterbahnfahrt werden wird. „Ich bin für beide Seiten im Einsatz. Für die Göppinger alleine, für die Aalenern gemeinsam mit Sven Miebeck“, sagt Völkl, der sich wünscht, dass es „ein faires und schönes Flutlichtspiel“ wird. Eines, in dem die Fans „optisch und akustisch alles für ihren Verein geben“.

Keine gewaltbereiten Fans

Dass es abseits des Rasens zu unschönen Szenen kommt, kann sich der 25-Jährige nicht vorstellen. Im Gegenteil. „Es gibt aktuell keine gewaltbereiten Fans mehr“, sagt er. Und er kennt die harten Kerne beider Lager. „Aalen hat so zwischen 50 und 100, Göppingen zwischen 10 und 20.“ Dass er trotzdem mit der Polizei kommuniziert, sei normal. Aber: „Nur in dem Maße, wie es für mich vertretbar ist.“ Denn: „Ich bin nicht für die Sicherheit zuständig.“ Zurück zum Sportlichen. Was tippt der doppelte Fanbeauftragte? „Ich tippe nicht. Ich wünsche mir nur, dass der Bessere gewinnt.“ Und auch da bleibt der Sozialpädagoge diplomatisch: „Ich denke, die Chancen stehen 50:50.“

Ob er nach dem Spiel mit den Fans auf ein Bierchen zusammensitzt, weiß er noch nicht. Auch nicht, ob die Göppinger und Aalenern Anhänger dann gemeinsame Sache machen. „Vielleicht gehe ich auch nur nach Hause und lasse alles sacken.“ Zuvor muss Andreas Völkl aber erst die Frage klären, in welchen Farben er zum Spiel geht: in rot-schwarz oder schwarz-weiß.

Auf dieses Spiel warte ich seit Jahren.“

Andreas Völkl, Fanbeauftragter beider Vereine

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