Den Geburtstag versilbert bekommen

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Paul Schneider.
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TVW-Kunstturnchef Paul Schneider freut sich über ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk.

Der Erfolg der Kunstturnabteilung des TV Wetzgau hat einen Namen: Paul Schneider. Seine Turner hätten ihm just am Tage seines 68. Wiegenfestes kein schöneres Geburtstagsgeschenk überreichen können, als den deutschen Mannschaftsmeistertitel. “Jetzt habe ich meinen Geburtstag versilbert bekommen. Ich freue mich riesig darüber“, erklärte er nach der Siegerehrung. Geboren und aufgewachsen ist er in Siebenbürgen, wo sein Bewegungstalent bereits in jungen Jahren entdeckt wurde. Über die Junioren-Nationalmannschaft nahm Paul Schneider den Weg in die rumänische Nationalmannschaft der Aktiven - WM-Teilnahme inclusive.

Als Anfang der 80er-Jahre die Auswanderungswelle der Siebenbürger Sachsen aus Rumänien begann, zog es auch Paul Schneider nach Deutschland. Seine Frau Erika war bereits vorausgegangen und hatte in Heidenheim ein neues Zuhause gefunden. In Süßen fand Diplom-Sportlehrer Paul Schneider dann als Vereinstrainer für Kunstturnen, Volleyball, Leichtathletik und Jugendhandball von 1984 bis 1989 eine Anstellung. In dieser Zeit hat er auch TV Wetzgaus damaligen Kunstturnchef Otto Baur kennengelernt, der ihn prompt aufforderte, sich für die neu zu schaffende Stelle eines Stadtsportlehrers in Schwäbisch Gmünd zu bewerben. Am 1. Januar 1990 trat Paul Schneider diese Stelle in einem Dreierteam an, das einerseits dem allgemeinen Bewegungsmangel bei Grundschulkindern durch zusätzliche Angebote entgegenwirken und andererseits in den Bereichen Turnen, Leichtathletik und Schwimmen für Akzente im Gmünder Spitzensport sorgen sollte. „Ich habe mit Otto Baur von Anfang an ein sehr gutes Verhältnis gehabt“, denkt Paul Schneider an die lange Verbundenheit des inzwischen verstorbenen Gmünder Turnpapstes zurück. „Es war mir immer wichtig, seine Arbeit fortzuführen.“ Das hat Schneider in idealer Weise verstanden.


Beim Aufstieg des TV Wetzgau 1992 in die 2. Bundesliga war er selbst noch als aktiver Turner an den Geräten. Zwischendurch führte er die damaligen Kunstturner des TV Bargau in die Regionalliga. 2005 hat Schneider dann als TVW-Cheftrainer den Aufstieg in die 1. Bundesliga gefeiert. „Das war der Durchbruch“ blickt Schneider zurück. Dank seines internationalen Trainer-Netzwerks ist es ihm immer wieder gelungen, Weltklasse-Athleten nach Wetzgau zu holen, um an ihre Seite die Eigengewächse anzubinden und den TV Wetzgau zu einem Verein mit ruhmreichem Klang in ganz Europa zu machen. Die Olympiateilnehmer Zoltan Supola, Marius Urzica (Olympiasieger), Andrei Muntean, Artur Dalaloyan (Olympiasieger), Helge Liebrich, Andreas Toba und andere mehr gingen und gehen für den TV Wetzgau an die Geräte. Dank ihnen ist es gelungen, eigene Topathleten in Wetzgau zu halten.


„Schön ist es immer, wenn man mit einer Mannschaft auf dem Podium steht“, sagt Paul Schneider. „Das bestätigt deine Arbeit.“ Einen dieser glorreichen Momente durfte der TVW-Kunstturncoach auch am Samstag tief in sich einsaugen.wr

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