Nacht- und Nebelaktionen am Bartholomäer Wirtsberg

+
SC Heubach-Bartholomä, Training Skilanglauf, Wirtsberg
  • schließen

Wenn die meisten Ski- und Rodelfreunde die Loipen und den Skihang verlassen haben, treffen sich die Skilangläufer des SC Bartholomä zum abendlichen Training.

Bartholomä.

Der Wirtsberg eingehüllt in dicken Nebel. Temperaturen um den Gefrierpunkt. In der Ferne durchdringen Scheinwerfer das gespenstische Grau. Der Betrachter traut seinen Augen nicht. Rund 20 Skilangläufer durchpflügen die Nacht. Die Athletinnen und Athleten des SC Heubach-Bartholomä trainieren für ihren nächsten Wettkampf.

Für die Kinder und Jugendlichen ist die Szenerie nichts Besonderes. Manche, die direkt aus Bartholomä kommen, nutzen den Weg zur Skihütte bereits auf Skiern zum Warmlaufen. Diejenigen aus Heubach, Aalen und sogar Heidenheim werden von ihren Eltern gebracht. Zwei- bis dreimal in der Woche. Holger Gold, einer der Trainer, empfängt sie gut gelaunt. Er hat bereits die erste Runde auf der rund zweieinhalb Kilometer langen komplett ausgeleuchteten Trainingsbahn am Wirtsberg gedreht und weiß um den Zustand der Strecke.

Seit über vier Wochen schon liegt Schnee in Bartholomä. Der Skilift am Wirtsberg ist bereits von seiner letztjährigen Corona-Pause erwacht. „Am Wochenende war hier die Hölle los“, erzählt SC-Vorsitzender Dr. Martin Ruff. Hunderte von Kindern und ihre Eltern pilgerten an den Bartholomäer Skihang, um mit Rodel und Skiern die Winterfreuden zu genießen.

Wenn es dunkel wird, dann haben die Leistungs- und Wettkampfsportler ihr Revier alleine. So wie am vergangenen Mittwochabend. Gemeinsam drehen sie zuerst ihre Runden auf dem kleinen schneebedeckten Bolzplatz neben der Skihütte. Mal mit, mal ohne Stöcke. Mädchen, Jungen jeden Alters. Bunt gemischt. Der erst zwölfjährige Vik Berger, der als einer der jüngsten Kaderathleten seinen ersten Schneeeinsatz im Deutschland-Cup bereits hinter sich hat, ist mittendrin – und scheut sich nicht, sich einzumischen, wenn die drei Jahre älteren Lena Staudenmaier und Liv Berger sich das Neueste vom Tage erzählen.

„Das macht unsere Gemeinschaft aus“, sagt Abteilungsleiter Alexander Berger und lobt das Zusammengehörigkeitsgefühl, das das gesamte Jahr über in vielfältigen Aktionen zum Ausdruck kommt. Denn auch wenn der Wintersport von Natur aus nur zeitlich befristet ausgeübt werden kann, bietet der SC Heubach-Bartholomä seinen Mitgliedern ganzjährig vielfältige Angebote zum Mitmachen. Das Training findet in den schneefreien Monaten auf Rollerskier, Inlineskater und auf dem Rad statt. Auch Tempo- und Langstreckenläufe auf Schusters Rappen zählen ganzjährig zum festen Bestandteil des Trainingsbetriebs. Einmal in der Woche geht es in die Heubacher Sporthalle zum Krafttraining.

Jeder Zentimeter Schnee zählt

„Mir macht es einfach Spaß hier“, sagt Paul Noller. Der 17-Jährige zählt mit zu den Aushängeschildern des Skiclubs. Als Kaderathlet hat er bereits an Lehrgängen in Norwegen und Italien teilgenommen. „Dort hast du natürlich absolut professionelle Trainingsbedingungen.“ Vor allem viel Schnee. Den gibt es auf der Schwäbischen Alb nicht immer reichlich. „Hier zählt jeder Zentimeter“, sagt Berger. „Aber wir machen das Beste daraus.“

„Wir wollen mehr bieten als nur Sport“, betont er. „Uns geht es um das Miteinander. Man muss in diesen Individualsport den Teamspirit reinbringen, dann klappt’s.“ Auch gemeinsame Trainingsabende mit dem benachbarten Skiclub in Weiler zählen dazu. Berger: „Mal treffen wir uns hier am Wirtsberg, mal auf dem Hornberg.“ Disziplinübergreifend funktioniert die Zusammenarbeit ebenso. Mit der Leichtathletikabteilung des TSV Heubach besteht eine Kooperation.

Spitzenathleten wie Weltcup-Teilnehmer Max Olex aus Aalen, der auf dem Wirtsberg die Grundlagen für seine internationale Karriere gelegt hat, oder die ehemalige Deutsche Juniorenmeisterin und Deutsche Juniorenvizemeisterin Lina Gold, die sich im Skiinternat in Furtwangen gerade auf ihr Abitur vorbereitet, unterstreichen, dass beim SC Heubach-Bartholomä über viele Jahre ausgezeichnete und erfolgreiche Arbeit geleistet wird. Paul Lieb, Luzie Staudenmaier, Leo Blessing, Vik Berger, Paul Noller und Liv Berger sind Namen, die man durchaus über kurz oder lang auf den Siegerlisten von nationalen oder sogar internationalen Wettbewerben vielleicht ganz vorne lesen kann.

Die Wettkampfsaison hat bereits begonnen. Bis zu 20 Rennen sind auch in diesem Winter für einzelne Athletinnen und Athleten angesagt. Dafür werden Woche für Woche zum Teil weite Reisen in die Top-Skigebiete Deutschlands und ins benachbarte Ausland unternommen. „In Zeiten vor Corona hast Du den Bus einfach vollgepackt. Gerade ist das so nicht mehr möglich,“ sagt Alexander Berger. Der Bedarf an Chauffeuren unter den Eltern ist deshalb wesentlich größer geworden. Dem großen ehrenamtlichen Engagement beim SC Heubach-Bartholomä hat die Pandemie dennoch nichts anhaben können.

Man muss in diesen Individualsport den Teamspirit reinbringen,.“

Alexander Berger, Abteilungsleiter des SC Heubach-Bartholomä
SC Heubach-Bartholomä, Training Skilanglauf, Wirtsberg
SC Heubach-Bartholomä, Training Skilanglauf, Wirtsberg

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Mehr zum Thema

Kommentare