Nur Toba oder noch einer?

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Scheint gesetzt zu sein: Andreas Toba vom TV Wetzgau wird bei den Olympischen Spielen in Tokio für Deutschland an die Geräte gehen. Weitere Teamkollegen rechnen sich Chancen auf ein Ticket aus.

Das deutsche Team für die Olympischen Spiele in Tokio wird am Sonntag nominiert. Weitere Wetzgauer rechnen sich Chancen auf ein Ticket aus.

München.

Noch ist nicht sicher, in welcher Besetzung das deutsche Olympia-Team im Kunstturnen nach Tokio zu den Olympischen Spielen fliegen wird. Gesetzt dürften der mehrfache deutsche Meister Lukas Dauser sowie der Wetzgauer Andreas Toba sein.

So jedenfalls lassen sich die Aussagen des deutschen Trainers Valerie Belenki deuten. Doch dahinter kämpfen acht weitere Turner um zwei Plätze sowie um einen mit dem Status „Ersatzmann“. In der Münchner Olympiahalle wird am Samstag bei der finalen Qualifikation eine Vorentscheidung fallen. Das letzte Wort hat dann allerdings am Sonntag der Lenkungsstab des Deutschen Turnerbundes nach einem Vorschlag des Bundestrainers.

Es scheint relativ sicher, dass mit Andreas Toba erneut ein Vertreter des Bundesligisten TV Wetzgau bei Olympia an Bord sein wird. Der 30-Jährige hatte bereits in Rio de Janiero 2016 und auch 2012 in London und 2008 in Peking die deutschen Farben vertreten – und war vor allem wegen seines mannschaftsdienstlichen Verhaltens in Brasilien in allen Gazetten gelobt worden. Gekrönt mit der Verleihung des „Bambi“ an seine Person.

Wetzgaus Chefcoach Paul Schneider: „Andi ist das, was man einen Weltklasseathleten nennt. Und das eben nicht nur an den Geräten sondern auch in seinem ganzen Verhalten – wir hoffen sehr, dass sein Traum von den vierten Spielen in Erfüllung geht. Wir sind guter Dinge.“

Und dahinter? Mit etwas Glück ist vielleicht sogar die Überraschung möglich, dass ein weiterer Athlet aus dem Wetzgauer Stall den Sprung nach Japan schaffen könnte. So sorgte doch Carlo Hörr mit seinem Triumph am Reck bei den deutschen Meisterschaften für eine faustdicke Überraschung. „Das war ein Hammer. Dass es ihm sogar gelang, Lukas Dauser am Königsgerät zu bezwingen, ist bis heute fantastisch“, so Trainer Schneider.

Neben Hörr werden auch Glenn Trebing und Valentin Zapf versuchen, sich ins Blickfeld von Valeri Belenki zu turnen. Ihm obliegt schließlich die schwere Aufgabe, dem Lenkungsstab Namen zu nennen – und aus diesen wird am kommenden Sonntag das Team nominiert, das schließlich nach Tokio abhebt.

Paul Schneider, der am Samstag in München vor Ort sein wird, zeigt das weitere Prozedere auf: „Für die Nominierten wird es zunächst für eine Woche nach Kienbaum an den Olympiastützpunkt gehen ins Trainingslager. Dann folgt der Flug nach Japan. An dem Tag, an dem die Wettkämpfe beginnen für die Turner, wird der Athlet, der als Ersatzmann gilt, sofort wieder nach Deutschland zurückfliegen. Aufgrund der Corona-Verordnung darf er die Halle nicht betreten, sondern muss das Land sofort wieder verlassen.“

Schneider darf nicht nach Tokio

Selbstverständlich wird Paul Schneider, so gern er würde, ebenfalls nicht nach Japan reisen: „Ich dürfte nicht in die Halle“, sagt er. Das ist am Wochenende in München anders. „Obwohl die Hygienevorschriften nochmals verschärft wurden – aber ich wurde eingeladen und werde dabei sein.“

Ebenso dabei werden bei der Qualifikation zwei französische Turner sowie einer aus Zypern dabei sein, die alle drei bereits für Olympia nominiert sind. Sie sorgen dafür, dass der Wettkampfcharakter nochmals verstärkt wird.

Ich dürfte nicht in die Halle.“

Paul Schneider, Trainer des TV Wetzgau

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