Oschkenat schießt sich selbst raus

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Könnte schon bald sein Regionalliga-Debüt feiern: Holger Bux (links) aus der eigenen U19 trainiert derzeit bei den Profis mit. Trainer Uwe Wolf will den Mittelfeldspieler spielberechtigt machen. Fürs Spiel beim FSV Frankfurt ist er aber kein Thema.
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Der Ton wird rauer: Vor dem Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt macht der Trainer des VfR Aalen seinen Profis eine klare Ansage. Und Kevin Hoffmann ist abseits des Platzes zu vorlaut.

Aalen

Uwe Wolf hatte mehr zu sagen als sonst. Und das, was der Trainer des VfR Aalen vor dem Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt zu sagen hatte, war kernig. Kevin Hoffmann war abseits des Platzes zu vorlaut, und Oliver Oschkenat hat seinem Coach selbstkritisch gesagt, dass er sich selbst am Samstag (Anpfiff: 14 Uhr) nicht aufstellen würde. Jetzt sitzt der Innenverteidiger auf der Ersatzbank, obwohl Marcel Appiah verletzt ausfällt.

Seit dieser Woche dürfte auch dem letzten Profi klar sein, dass mit Uwe Wolf nicht zu spaßen ist. Kevin Hoffmann hat den Trainer gefragt, ob dieser nach seiner zweiten gelben Karte die obligatorische Strafe in die Mannschaftskasse bezahlen würde. Es war keine gute Idee des ohnehin in der Kritik stehenden Mittelfeldspielers. „Hast Du einen Sprachfehler?“, hat Wolf geantwortet. Und: „Ich bin ein Trainer, der alles befeuert, der sich auch mal mit dem Linienrichter anlegt und keiner, der draußen einschläft.“ Er habe stattdessen zu Hoffmann gesagt, warum er nicht fragen würde, ob der Trainer einen Mannschaftsabend schmeiße, wenn die nächsten drei Spiele gewonnen werden. Diese Frechheit, diese Gier vermisse er bei seinen Profis. „Ich will diese absolute Siegermentalität.“

Mit dieser Einstellung will der VfR Aalen an diesem Samstag auch beim FSV Frankfurt antreten. „Wir wollen dieses Spiel gewinnen“, sagt Uwe Wolf. Sechs Spiele gab's bislang unter seiner Regie, vier wurden unentschieden gespielt und nur eines gewonnen. „Zwei dieser Unentschieden hätten wir auf unsere Seite ziehen können, aber uns fehlt der letzte Killerinstinkt.“ In fast allen Partien sei seine Elf die bessere gewesen. „Wir müssen aber in der Box präsenter sein, müssen Freistöße und Eckbälle rausholen, und wir müssen die Chancen konsequenter nutzen.“ Letzteres an Kai Merk adressiert, der zuletzt gegen RW Koblenz (1:1) den Siegtreffer auf dem Fuß hatte.

Ohne Kienle und ohne Vastic

Die Hoffnung, dass entweder Steffen Kienle oder Toni Vastic am Samstag zurückkehrt, hat sich zerschlagen. Beide fallen weiter verletzt aus. Ebenso nicht zur Verfügung stehen Andreas Knipfer, Kristjan Arh Cesen, Mohamed Morabet und auch Marcel Appiah nach seinem erlittenen Nasenbeinbruch. Wolf sagt, dass er Oliver Oschkenat trotz seiner zuletzt schwachen Leistungen „für die Startelf angedacht hatte“. Er habe seinen Spieler am Mittwoch aber gefragt, ob er sich derzeit selbst aufstellen werden. „Nein!“, antwortete der Innenverteidiger - und hat sich damit selbst aus der Startelf geschossen. „Es gibt genügend Alternativen“, sagt der Coach.

Und von denen erwartet Wolf das Maximale, um in Frankfurt punkten zu können. Das scheint angesichts der jüngsten Auftritte des FSV durchaus machbar. Der derzeit noch Tabellensechste hat aus den vergangenen sechs Spielen nur fünf Punkte geholt. „Frankfurt war in der Hinrunde eine Spitzenmannschaft. Aber seit die Mannschaft in Quarantäne musste, ist sie aus dem Tritt gekommen.“ Wobei Wolf die Einzelspieler der Hessen nach wie vor als „die besten dieser Liga“ bezeichnet. Frankfurt sei groß gewachsen und spielstark. Und mit Arif Güclü (14 Tore) und Muhamed Alawie (10) hätte der FSV einen äußerst gefährlichen Angriff. „Wir dürfen diese Spieler nicht in den Strafraum kommen lassen“, sagt Wolf.

So könnten sie spielen:

VfR: Bernhardt - Windmüller, Grupp, Stanese - Volz, Abruscia, Marusenko, Sakai - Ramaj, Merk, M. Müller

Ich bin kein Trainer, der draußen einschläft.“

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen

Holger Bux und Michael Schaupp als Alternativen

Trainer Uwe Wolf betont immer wieder, dass er den Nachwuchsspielern des VfR Aalen stets eine Chance geben wolle.

Zwei U19-Spieler, die derzeit im Training dabei sind, sollen nun frei für den Profikader gemacht werden: Michael Schaupp und Holger Bux. „Die beiden werden jetzt die sportärztliche Untersuchung machen, damit sie für die letzten Spiele eine Spielberechtigung bekommen.“ Beiden wolle er „eine Chance geben und in den Kader nehmen. “

Michael Schaupp ist ein Innenverteidiger.

Holger Bux ist ein Mittelfeldspieler, der laut Wolf auf der Zehn, Acht oder Sechs spielen kann. „Er macht es im Training sehr gut, ihn werde ich sicherlich mal reinwerfen.“ alex

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