Schiedsrichter Hans-Jürgen Kleta verstorben

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Hans-Jürgen Kleta.

Gmünds Fußballschiedsrichter verlieren ihren Mann mit den meisten Spieleinsätzen und einen großartigen Kollegen.

Schwäbisch Gmünd/Wißgoldingen. 

Die Fußball-Schiedsrichtergruppe Schwäbisch Gmünd trauert um Hans-Jürgen Kleta, der am 06. Juni im Alter von 69 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit verstorben war und diese Woche zu Grabe getragen wurde. Mit ihm verliert die Gruppe ihren Kameraden mit den meisten Spieleinsätzen (2319 Spiele), der nun im Spielbetrieb und auch menschlich eine große Lücke in der Gruppe hinterlässt. 


Hans-Jürgen Kleta wohnte in Wißgoldingen, war seit 1988 und somit 34 Jahre Schiedsrichter. Er pfiff die ersten zehn Jahre für die Schiedsrichtergruppe Göppingen und hatte sich 1998 der Schwäbisch Gmünder Gruppe angeschlossen und gehörte dort längst zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Gruppe, auch wenn er mit der TSG Salach immer noch für einen Verein aus dem Göppinger Altkreis pfiff. 


Er hatte als Schiedsrichter immer viele Einsätze, seitdem er sich aber im Ruhestand befand hatte er in den vergangenen Jahren vor der Pandemie enorm viele Einsätze, nahe am oder im dreistelligen Bereich und dabei dem jeweiligen Aktiven- und Jugendeinteiler oftmals einen sehr großen Gefallen getan und maßgeblich durch seinen unermüdlichen Einsatz dazu beigetragen, dass man alle Spiele besetzen konnten. Für ihn war das Amt des Schiedsrichters kein Hobby, sondern er lebt es und half immer aus, egal wann und wo, wie beispielsweise einmal kurz vor Beginn der Pandemie als er gerade von einem Jugendspiel nach Hause kam und noch im Eingangsbereich stand als man noch kurzfristig für ein Frauenspiel ein Schiedsrichter suchte.  Er sagte nur: „Ruhig bleiben, wo muss ich hin, bin schon unterwegs, geht klar.“ 


Auf dem Spielfeld überzeugte er durch seine Ruhe und Gelassenheit. Läuferisch macht ihm als Jogger und früheren Teilnehmer von Volksläufen ohnehin niemand etwas vor. 


Gesundheitlich in den letzten zwei Jahren immer wieder angeschlagen, gab ihm - neben seiner Familie - das Ziel wieder auf dem Sportplatz stehen zu wollen Kraft und er kämpfte sich immer wieder zurück und leitete Spiele selbst bis Ende März dieses Jahres und brachte es dadurch in dieser Saison auf 34 Spielesätze und sieben Schulungen und ist so für seinen Verein in dieser Saison, wie sonst auch immer, anrechenbar. 


Sein letzter Spieleinsatz war dann am 27. März in der Herren Kreisliga B beim SV Spiegelberg. Kurz drauf dann eine Knieoperation. Er begann zügig das Reha-Aufbautraining, damit er alsbald wieder auf dem Sportplatz stehen und pfeifen konnte. Es kam allerdings anders. So konnte er nicht in die stationäre Reha und bekam die Diagnose, woran er dann nur rund sechs Wochen später verstarb.   


Seit 1988 brachte er es auf insgesamt 2.319 Spieleinsätze, was in seinen 34 Jahren Schiedsrichtertätigkeit pro Jahr durchschnittlich 68 Spieleinsätze ausmacht – bei 52 Wochen. Mit ihm verliert die Schiedsrichtergruppe Schwäbisch Gmünd den Kameraden mit den meisten Spieleinsätzen. 


Die Schiedsrichter Ehrennadel in Bronze für 15-jährige SR-Tätigkeit erhielt er 2003, fünf Jahre später die Ehrennadel in Silber und 2014 die Schiedsrichter-Ehrennadel in Gold - die höchste Schiedsrichterauszeichnung im WFV. Trotz seines großen Einsatzes war er ein bescheidener Mensch, der nicht gerne im Mittelpunkt stehen wollte und einmal mitteilte, dass er gar keine Ehrungen benötige. Dennoch wurde er aufgrund seines großen Engagements 2019 bei der Aktion „Danke Schiri“ in der Kategorie über 50 Jahre aus dem Bezirk Ostwürttemberg nominiert und dann auch vom Verband an einem zentralen Ehrungsabend geehrt – eine Ehrung die er mehr als verdient hatte. 


“Die Schiedsrichtergruppe Schwäbisch Gmünd“, so deren Obmann Frank Dürr, „verliert einem ganz besonders engagierten und treuen Kameraden, der bei der Spieleinteilung und auch menschlich eine große Lücke hinterlässt und sehr fehlen wird.“

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