Seit 41 Jahren aktiv an den Brettern

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Der Schachclub Rainau feiert sein 40-jähriges Bestehen. Hier spielt Georg Reichberg gegen Elias Klein, mit 6 Jahren der jüngste im Verein. Voristzender Gerald Marek (Zweiter v. l.) schaut sichtlich erfreut zu.
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Der Schachclub Rainau trat 1981 erstmals im Wettbewerb an – und holt nun seinen 40er mit prominentem Besuch nach.

Rainau.

Für seine Jubiläumsfeier zum 40-jährigen Bestehen wollte der Schachclub Rainau bereits im Vorjahr einen Hochkaräter als Gast empfangen – und musste Corona-bedingt die Veranstaltung schieben. 

Jetzt steht der neue Termin für das Fest: Am Samstag, 10. Dezember, feiert der Schachclub in der Mehrzweckhalle in Dalkingen und eine Großmeisterin wird dabei ans Brett gehen. Aus Erfurt wird die internationale Meisterin Elisabeth Pähtz den Tag beim Schachclub verbringen. „Wir wollten unseren Mitgliedern und allen uns verbundenen Schachfans etwas Besonderes  bieten und das wird nun die Erfahrung, eine Großmeisterin zu erleben“, schildert Gerald Marek,  der Vorsitzende des Schachclubs.

Bis zu 30 Gegner werden gesucht, die sich simultan gegen Pähtz am  Brett versuchen. Wer mitmachen will kann sich per Mail an gerald.marek@schachclub-rainau.de wenden. Zudem soll es an diesem Tag einen feierlichen Rahmen mit Verbandsvertretern geben und  viele Begegnungen am Rande der Bretter.

Die Ursprünge des organisierten Schachspiels in Dalkingen gehen auf Sandor Bango zurück, der als  Spieler vom SV Westhausen in Dalkingen ein paar Freunde aktivierte, die bis dahin von Schach wenig  bis keine Ahnung hatten. „Er hat den Gründungsmitgliedern damals alles beigebracht“, erinnert sich  Marek, der 1984 als 19-Jähriger selbst zwei Jahre in Dalkingen ans Brett ging, bevor er zur DJK  Ellwangen zurückkehrte.

1981 wurde der Schachclub Rainau offiziell anerkannt und trat erstmals im  Wettbewerb im Rundenspielbetrieb an. Und der kleine Verein, der heute rund 25 Aktive und ein paar  Passive zählt, hält sich wacker. „Viele Vereine, auch in der Region, sind  zwischenzeitlich weg oder in Fusionen aufgegangen“, sagt Marek nicht ohne Stolz.

In den  2000er Jahren holte Bango Marek als Aktivposten wieder nach Dalkingen, übergab sein  Vorstandsamt zwischenzeitlich an Hans-Peter Mattern – der bis heute im Vorstand als Schriftführer  wirkt und auch das letzte aktiv spielende Gründungsmitglied ist. 2007 übernahm Marek schließlich  das Amt. An Weihnachten 2019 starb Bango, aber „sein“ Schachclub lebt weiter.

„Wir haben zwei aktive Mannschaften im Spielbetrieb und eine gut besetzte Jugend“, freut sich  Marek. Die erste Mannschaft spielt in der Bezirksklasse, die zweite in der Kreisklasse. In der Jugend  konnte man in den vergangenen Jahren immer wieder Einzelerfolg vorweisen von Spielern, die sich  auf württembergischer Ebene gut positionierten. „Wichtig ist uns, Anlaufstelle für alle zu sein, die  Schach versuchen wollen. Bei uns spielen Spieler von 6 bis 81 Jahren“, sagt Marek über einen  Denksport, der praktisch in jedem Alter und barrierefrei zu spielen ist. Jeden Freitag, 19 Uhr, treffen  sich die Aktiven zum Spieleabend, dann wird an mehreren Brettern gespielt, Züge diskutiert,  Spielsituationen nachgestellt und über Strategien philosophiert. 

Ghassan Helou kam 2015 aus Syrien nach Ellwangen und verstärkte die erste Mannschaft, spielt  inzwischen an Brett eins. Johannes Götte kam aus Giengen und engagiert sich als Spielleiter. Lothar  Ott unterstützt Marek in der Vereinsorganisation. Olaf Rohsgoderer stieß aus Ellwangen als  erfahrener Spieler zum Verein. So konnte man den Klassenerhalt vor der Corona-Unterbrechung  meistern und will die Vereinsarbeit auf mehrere Schultern verteilen. In der 2. Mannschaft  wagten Martin Kerschis mit Ü50 und Georg Reichberg als Ü60-Akteur ihr Debüt, und spielen damit  ebenso ihre erste Saison wie ihre Mannschaftskameraden, der zwölfjährige Simon Goldbach  und der zehnjährige Henry Brucker. Esin Klein brachte anfangs ihren Sohn Elias zum Training  und spielt inzwischen selbst begeistert mit – als bisher einzige Frau.

„Uns ist es einfach wichtig, dass  die Atmosphäre im Verein passt“, sagt Marek. Dann könne sich der Verein auch weiter entwickeln,  beispielsweise auf den Trend zum Online-Schach reagieren. „Wir sind für jedes Alter und jede Kultur  offen“, sagt er. Hauptsache die Chemie stimmt. „Die Spielstärke ist erstmal uninteressant“, ergänzt er. Schließlich hat man vor über 40 Jahren auch bei Null angefangen.  Am Samstag, 3. Dezember, will der Schachclub sein 3. Nikolaus-Turnier für Kinder und Jugendliche  veranstalten.

Weitere Infos finden sich auf www.schachclubrainau.de.

Der Schachclub Rainau feiert sein 40-jähriges Bestehen. Der Blick auf die Figuren auf dem Schachblick macht's deutlich.
Der Schachclub Rainau feiert sein 40-jähriges Bestehen. Jung und alt sitzen beim freitäglichen Spieleabend gemeinsam an den Tischen.

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