SV Gmünd will Aufwärtstrend der letzten Wochen bestätigen

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Marit Boomers

Mit starkem Team tritt der SV Gmünd in Sindelfingen beim Otto-Fahr-SWIM-Meeting. Andere Wettbewerbe gestrichen.

Gmünd/Sindelfingen. Unter Einhaltung strengster Corona-Hygiene-Regeln veranstaltet der Schwimmverein Cannstatt von Freitag bis Sonntag auf der 50-Meter-Bahn des Badezentrums in Sindelfingen das 46. Internationale Otto-Fahr-SWIM-Meeting.

Prominentester Teilnehmer in einem hochkarätig besetzten Starterfeld ist der fünffache Europameister Andriy Govorov (29) aus der Ukraine, der aktuell den Weltrekord über 50 Meter Schmetterling auf der Langbahn in 22,27 Sekunden hält. Der Schwimmverein Gmünd hat aus seiner Leistungsgruppe 1 je elf Mädels und Jungs gemeldet.

Als Kaderschwimmerinnen des Württembergischen Schwimmverbandes „firmieren“ bei diesem Leistungstest die zweifache deutsche Jugendvizemeisterin Marie Fuchs (Jahrgang 2005) und Nachwuchstalent Marit Boomers (2008) als Mitglied des „Team Baden-Württemberg“ beziehungsweise des „Regionalteams Baden-Württemberg“. Selbstredend, dass diese beiden Topathletinnen beste Chancen auf eine Platzierung im Vorderfeld haben. „Für unsere Schwimmerinnen und Schwimmer geht es in Sindelfingen in erster Linie darum, den Aufwärtstrend der letzten Wochen mit neuen persönlichen Bestzeiten weiter zu bestätigen und die Leistungen zu stabilisieren“, steckt Björn Koch die Zielsetzung ab.

SV Gmünd-Trainer coacht online

Der hauptamtliche SVG-Trainer kann seine Schützlinge in Sindelfingen nicht vom Beckenrand aus betreuen, weil er sich kurz vor seinem 34. Geburtstag am vergangenen Dienstag den Knöchel des linken Fußes brach. „Beim Heimweg vom Hallenbad habe ich mir unglücklich den Fuß vertreten“, ärgert sich Koch, der inzwischen operiert wurde und den Trainingsbetrieb mit Unterstützung von Co-Trainerin Daniela Fuchs, die am letzten Montag ihren 50. Geburtstag feierte, und Markus Schramm „online“ steuert.

Wegen der rasanten Zunahme der Neuinfektionen und der allgemeinen Verschärfungen der Schutzmaßnahmen sagte der Deutschen Schwimm-Verband (DMS) kurzfristig die in Essen, Aachen, Hannover und Mainz angesetzten Wettkämpfe für die 1. und 2. Bundesliga wie schon im vergangenen Jahr ab.

Wettbewerbe gecancelt

„Wir hatten bis zuletzt darauf gehofft, dass wir diesmal die lukrativen Wettkämpfe durchführen können“, erklärte Tjark Schroeder, der Abteilungsleiter Wettkampfsport Schwimmen im DSV, „aber die Gesundheit aller Beteiligten steht für uns im Vordergrund.“ Den Überlegungen des DSV haben sich inzwischen auch der Badische und der Württembergische Schwimmverband angeschlossen – auch die Mannschaftswettbewerbe der Oberliga Baden-Württemberg, der Württembergliga und der Bezirksligen wurden gecancelt. Die Ligenzugehörigkeiten aus dem Jahr 2020 bleiben für die Vereine damit unverändert bestehen, bis im kommenden Jahr dann hoffentlich wieder DMS-Rennen auf der 25 Meter-Bahn möglich sind.

Beim Schwimmverein Gmünd sieht man diesen Sachverhalt mit einem „lachenden“ und einem „weinenden“ Auge. „Mit unserem aktuellen Herrenteam hätten wir uns wahrscheinlich schwergetan, den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga Süd zu schaffen“, räumt Björn Koch ein. Im Jahr 2020 landeten die Gmünder auf dem neunten Platz vor den beiden Absteigern TSV Hohenbrunn-Riemerling und SGW München. „Jetzt haben unsere jungen Talente um Jan Klein ein weiteres Jahr Zeit, sich so zu steigern, dass wir 2023 in der 2. Bundesliga bestehen können“, blickt Björn Koch optimistisch voraus.

„Für unsere Damen ist die Absage allerdings sehr schade, denn sie hätten gute Chancen gehabt, aus der Oberliga Baden-Württemberg in die 2. Bundesliga aufzusteigen“, bedauert Björn Koch. 2020 hatten die Gmünder Schwimmerinnen den vierten Platz in der Oberliga belegt, sie alle haben sich inzwischen aber erheblich verbessert.

Noch offen ist, ob das für den 28./29. Januar in Wuppertal angesetzte Finale um die Deutsche Jugendmannschaftsmeisterschaft durchgeführt wird. „Eine Absage wäre für den Schwimmverein Gmünd höchst ärgerlich“, sagt SVG-Vorsitzender Roland Wendel.Denn nach den Ergebnissen von den Landesmeisterschaften rangiert das Gmünder A-Jugendteam mit Marie Fuchs, Paula Fuchs, Ida Schneider und Kathrin Stotz bislang an erster Stelle. Ihre bei den baden-württembergischen Titelkämpfen geschwommene Gesamtzeit von 22.00,36 Minuten in den Staffeln über 4 x 100 Meter Rücken, Brust, Schmetterling, Freistil und Lagen wurde von keinem anderen Verein erreicht. „In der Schwimmoper in Wuppertalunter den top drei bei Deutschen Meisterschaften zu sein, ist ein großartiger Erfolg, den nur wenige erreichen“, schwärmt Roland Wendel.

Zum letzten Mal auf dem Siegerpodest bei deutschen Jugendmannschaftsmeisterschaften stand ein Team des SV Gmünd im Jahr 1965. Damals wurden die Gmünder, die heute längst im Rentneralter sind, knapp geschlagen vom ewigen Rivalen Wasserfreunde München.

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