Talent Leon Heimann will jüngster deutscher Meister werden

+
Leon Heimann als strahlender Sieger
  • schließen

15-jähriger Realschüler aus Aalen lässt mit vier Siegen in zwei Rennen die ältere Konkurrenz alt aussehen. Sein Bruder Levin steht auf Platz 3 in der Jugendklasse.

Aalen-Hofherrnweiler

Der Endspurt war herausragend, eine Superleistung in der internationalen deutschen Super Moto-Meisterschaft: Neuling Leon Heimann gewann alle vier Läufe in den letzten beiden von sechs Saisonrennen der zweithöchsten S-Klasse in St. Wendel (Saarland) und im sächsischen Großenhain - das gab es schon lange nicht mehr.

Hätte der 15-jährige Realschüler aus Aalen-Hofherrnweiler nicht beim allerersten Rennen gefehlt, dann wäre im Gesamtergebnis vermutlich noch eine bessere Platzierung als der sehr gute 5. Rang herausgesprungen. Selbst die vor ihm rangierenden Konkurrenten waren von seiner Fahrweise geschockt und zogen den Hut. Leons Teamchef Marcus Haas vom MH Racingteam schüttelte beim Treffen in seinem Motorradgeschäft in Böbingen fast ungläubig den Kopf, um dann festzustellen: „Ich habe es schon während der Saison gefühlt, dass aus diesem Jungen mal ein Meisterfahrer werden kann.“

Doch zunächst zum Sportgeschehen. Leon war auch beim Saisonfinale in Großenhain nicht zu schlagen und ging mit dem Doppelsieg von St. Wendel im Gepäck mit voller Euphorie in die ersten Trainings auf eine Strecke, die für ihn Neuland war. Er konnte sich in beiden freien sowie im Zeittraining die Poleposition für beide Rennläufe am Renntag sichern. Morgens fuhr Leon im Warm up ebenfalls die schnellste Runde, und es war jetzt klar: der Sieg würde nur über ihn gehen. Im ersten Lauf ging er ab der dritten Runde in Führung, legte auf seiner 450er Husqvarna ein Wahnsinnstempo vor, so dass er am Ende mit über 8 sec Vorsprung gewann. Im zweiten Lauf ließ Leon nichts anbrennen und fuhr einen souveränen Start-Ziel-Sieg ein. Zur Belohnung durfte Leon wieder in der höchsten Klasse S1 starten und fuhr bei mehr als 20 Startern auf den 14. Platz vor. Endstand S2-Meisterschaft: 1. Andre Ziegler (Thüngersheim) 247 Punkte, 2.Frank Ensenauer (Achern) 247, 3. Mika Doppert (Wipshausen) 203, 4. Sven Kromer (Achern) 180, 5. Leon Heimann (Aalen) 167 Punkte, bei einem Rennen weniger.

Beim jüngeren Bruder Levin verlief es auch nach Plan: Im Zeittraining Platz 3 für beide Rennläufe. Im ersten Lauf verlor der Elfjährige am Start 2 Plätze, konnte sich aber 3 Runden vor Schluss auf Platz 3 zurückkämpfen und stand somit auf auf dem Podium Platz 3. Im zweiten Lauf lief es nicht ganz nach Wunsch. Durch ein Überholmanöver auf einer ungünstigen Spur, verlor er zwei Plätze und wurde Sechster. In der Meisterschaft behauptete Levin trotzdem sein dritten Platz und wurde am Abend bei der Meisterfeier dafür geehrt - es war auch für ihn eine herausragende Saison. Endstand Rookies (Jugendklasse): 1. Til Albrecht (Großröhrsdorf) 300 Punkte, Lean Muherina (Unterföhring) 264, 3. Levin Heimann (Aalen) 203.

Wie geht's jetzt weiter? Bei der Lagebesprechung im Haas'chen Motorradladen ging Leon nochmals auf seine unglaublichen vier Siege zum Saisonende ein: „Ich besaß die größte Fitness. Wenn du sechs bis sieben Sekunden vor dem Feld führst, kannst du die Konkurrenten besser kontrollieren. Ich will ja auch mal jüngster deutscher Meister in meinem Sport werden.“ Zugute kommt ihm dabei die Regelung, dass die ersten Drei der S2-Meisterschaft automatisch in die Superliga aufsteigen, der Vierte und Fünfte dann, wenn sie wollen. „Und ich will“, betont Leon nachdrücklich.“

Auch Teamchef Marcus Haas unterstützt das Ausnahmetalent in dieser Haltung: „Was sollen wir noch in der 2. Liga, wenn Leon mit vier Siegen zuletzt die Konkurrenz hat alt aussehen lassen? Für uns gibt es nur einen Weg und der führt in die Klasse der Vollprofis, in der Starter aus acht Nationen um den internationalen deutschen Titel fahren. Wir werden unsere Ziele diesmal tiefer hängen, denn Leon steht trotz seines Talentes noch nicht ganz oben, sondern hat das Potential sich weiter zu steigern.“ Immerhin bekommt er von Husqvarna zwei neue Bikes gestellt, so dass sich das Team aufs neue Jahr freut. Ganz besonders auch Betreuer und Vater Daniel Heimann, der aufgeregt konstatiert: „Das ist doch ein Traum, wenn man sich mit Kontrahenten wie Weltmeister Marc-Reiner Schmidt (Friedrichshafen) messen darf.“

Für uns gibt es nur einen Weg.“

Marcus Haas, Teamchef
Sein jüngerer Bruder Levin wurde Gesamtdritter in der Jugendklasse
Teamchef Marcus Haas aus Böbingen freut sich über die Erfolge seiner beiden Schützlinge Leon (links) und Levin Heimann.
Von der Meute gejagt und doch nicht einzukriegen: Mit der Nummer 16 Leon Heimann aus Aalen.

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

WEITERE ARTIKEL

Kommentare