Traumtor: Abruscia dreht das Spiel

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Einmal mehr der Matchwinner: Alessandro Abruscia (Mitte) schoss den VfR Aalen mit seinem Doppelpack zum Sieg. Es waren bereits die Saisontore Nummer acht und neun. Seine Mitspieler (von links) Kevin Hoffmann, Goson Sakai, Leon Volz, Kai Merk und Mark Müller feierten den Standardspezialisten.
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Doppelpack des Standardspezialisten: Der VfR Aalen gewinnt gegen Astoria Walldorf nach 0:1-Rückstand verdient mit 2:1. Zuvor glänzt Keeper Daniel Bernhardt.

Aalen.

Ein kurzer Anlauf, ein technisch brillanter Schuss über die gegnerische Mauer, und der Ball schlägt exakt neben dem linken Pfosten ein. Alessandro Abruscia hat den VfR Aalen am Dienstagabend mit einem Traumtor aus 25 Metern zum 2:1 (0:1)-Sieg gegen Astoria Walldorf geschossen. Auch das 1:1 besorgte der 30-Jährige - per Foulelfmeter.

Uwe Wolf geriet nach dem Schlusspfiff ins Schwärmen. „Alessandro hat ein klasse Spiel gemacht, seine Standards sind champions-league-reif.“ Für den Italiener läuft's unter dem neuen Trainer. Es war bereits sein sechster Treffer im achten Spiel unter Wolf. Ein Lob verdient aber auch das gesamte Team, das nach einer durchwachsenen ersten Hälfte und einem Rückstand mit einer enormen Willensleistung zum zweiten Dreier in Folge gekommen ist.

Den ersten Rückschlag gab‘s allerdings vor dem Anpfiff. Weil Abwehrchef Tim Grupp seine Corona-Impfung schwächte, rückte für ihn „Maskenmann“ Marcel Appiah in die Dreierkette. Und der Routinier, der erstmals nach seinem Nasenbeinbruch wieder spielte, war einmal unachtsam. Jonas Singer entwischte ihm und ließ freistehend Keeper Daniel Bernhardt keine Chance - 0:1 (33.). Es war der einzige Treffer in den ersten 45 Minuten. Aber es hätten auf beiden Seiten weitere fallen können. Nein, müssen. Wie schon zuvor beim FSV Frankfurt vergaben die Aalener allerbeste Möglichkeiten. Kai Merk hämmerte den Ball nach toller Vorarbeit von Leon Volz völlig frei aus 11 Metern drüber (8.). Goson Sakai traf aus 16 Metern den Ball nicht (16.). Und Kevin Hoffmanns platzierten Schuss parierte FC-Keeper Nicolas Kristof glänzend (27.). Allerdings waren die Gäste nicht weniger gefährlich. Mit ihrer aggressiven und druckvollen Spielweise stellten sie der VfR zunächst vor Probleme. Und auch Walldorf hätte früher das 1:0 machen können.

Höchststrafe für Ouadie Barini

Doch die Ostälbler konnten sich auf ihre Lebensversicherung verlassen: auf Daniel Bernhardt. Der Keeper verhinderte mehrfach einen Rückstand. Gleich dreimal gewann er das Duell gegen Giuseppe Burgio (13./ 20./ 32.). Und auch Singer scheiterte kurz vor seinem Treffer freistehend am 35-jährigen Routinier (27.).

Alessandro hat ein klasse Spiel gemacht.“

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen

Munter weiter ging‘s auch nach der Halbzeitpause. Zuerst war es Abruscia, der den Ausgleich auf dem Fuß hatte (52.). Auf der Gegenseite scheiterte Burgio am Pfosten (59.). Es folgte ein leichter Kontakt an Merk, der clever zu Boden ging. Schiedsrichter Joshua Herbert zeigte sofort auf den Punkt. Daran änderten auch die heftigen Proteste der Gäste nichts. Abruscia ließ sich davon nicht beirren und verwandelte sicher zum 1:1 (67.). Als der Standardspezialist dann noch seinen Freistoß im Walldorfer Tor versenkte, war das Spiel gedreht (83.). Und die Aalener hätten längst alles klar machen müssen, ehe in der Nachspielzeit das große Zittern begann. Aber Ouadie Barini vergab zwei hundertprozentige Chancen (86./ 87.). Das blieb nicht ungestraft: Uwe Wolf wechselte seinen Angreifer nur acht Minuten nach seiner Einwechslung wieder aus - Höchststrafe. „Da war ich sauer. Auf dem Niveau muss man den Ball auch mal ins leere Tor spielen“, sagte Wolf in Richtung seines Angreifers.

Ouadie Barini war dann auch der einzige Aalener, der den Sieg nicht richtig genießen konnte.

Stimmen zum Spiel: „So ein Freistoßtor sieht man nicht alle Tage“

Uwe Wolf, VfR-Trainer: „Man hat gesehen, dass Mark Müller ein überragender Spieler ist. Als er reinkam, hatten wir wieder viel mehr Ballgewinne und waren besser im Spiel.“

Daniel Bernhardt, VfR-Kapitän: „Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen. Nach der Umstellung in der zweiten Halbzeit haben wir das Kommando übernommen und verdient gewonnen. Wir müssen noch geiler vor dem Tor werden, dann müssen wir nicht immer so lange zittern.“

Marcel Appiah, VfR-Verteidiger: „Wir haben ein bisschen gebraucht, um ins Spiel zu finden. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann die besseren Aktionen und sind mit dem Elfmeter belohnt worden. Nach dem Freistoß von Alessandro hatten wir noch weitere Chancen, das Spiel eher zu entscheiden.

Alessandro Abruscia, VfR-Mittelfeldspieler: „Wenn's läuft, dann läuft's. Ich kann aber nicht immer das Ding reinhauen. Es müssen auch andere Tore schießen, aber irgendwann platzt auch da der Knoten.“

Steffen Kienle, verletzter VfR-Torjäger: „Alessandro ist gerade überragend drauf. So ein Freistoßtor sieht man wirklich nicht alle Tage.“ alex

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