Weltmeisterin sucht das Feingefühl

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Anna Rupprecht hadert derzeit mit kleinen Fehlern, die sie Meter kosten. Dennoch ist die 24-Jährige des SC Degenfeld zuversichtlich: Es wird mit jedem Sprung besser.“

Lillehammer

Beim jüngsten Sommer-Grand-Prix in Tschaikowski waren sie in den Ergebnislisten nicht aufgeführt: die deutschen Springerinnen. Aus gutem Grund: Anna Rupprecht und ihre Kolleginnen haben auf die Russland-Reise verzichtet und sind stattdessen beim Continental-Cup in Oslo gestartet.

Die Resultate dort können sich sehen lassen: Katharina Althaus, Pauline Heßler und Juliane Seyfarth belegten die Plätze eins bis drei. Anna Rupprecht rundete die starke Mannschaftsleistung als Achte ab. Wobei die amtierende Mixed-Weltmeisterin des SC Degenfeld sagt: „Den Wettbewerb darf man nicht überbewerten, die Topspringerinnen aus den anderen Nationen waren nicht am Start.

Für Rupprecht war es eine weitere Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen. Und die 24-Jährige versucht derzeit, so viele Sprünge wie möglich zu machen. Denn: Es läuft noch nicht rund. „Es sind immer kleine Fehler drin, die sich einschleichen“, sagt sie selbstkritisch. Vor allem auf der Großschanze würden sich die in den Weiten bemerkbar machen. Mal war es der Anlauf, dann der Übergang zur Flugphase. „Das ist inzwischen gut“, sagt Rupprecht. Dafür klemmt es jetzt im Flug. „Ich muss konsequenter werden, den Sprung besser durchziehen.“

Die Weltmeisterin ist sich sicher, dass sie das in den Griff bekommt. „Ich brauche einfach viele Trainingssprünge, und es wird auch mit jedem Sprung besser“, sagt sie. Gelegen kommt ihr dabei, dass noch ein paar Wochen ins Land ziehen, es die Weltcup -Saison startet. Und auf die kommt es letztlich an. „Ich springe zwar auch gerne beim Sommer-Grand-Prix, aber der sportliche Stellenwert ist nicht vergleichbar mit der Weltcup-Saison.“

Unter Mechler ist's strenger

Ein Wettbewerb steht beim Sommer-Grand-Prix noch auf dem Programm: am 2. Oktober das Heimspiel in Klingenthal. „Da werden wir natürlich wieder dabei sein, wobei ich es als weitere Trainingseinheit sehe. Die Platzierung ist für mich zweitrangig“, sagt die Sportlerin des Jahres der Stadt Gmünd. Bedeutender ist da schon der Abschluss der Sommersaison: die deutschen Meisterschaften in Oberhof. Dort will Anna Rupprecht noch einmal im Kampf um eine Medaille angreifen.

Und wie hat sich die tägliche Arbeit unter dem neuen Bundestrainer Maximilian Mechler verändert? „Es ist etwas strenger als zuvor bei Andreas Bauer“, sagt die 24-Jährige. Und vor allem anstrengender. Mechler hat die Umfänge deutlich erhöht, fast jede Woche steht ein Lehrgang an.

Anna Rupprecht kommt damit gut klar. Und mit Blick auf die Olympischen Spiele 2022 ist sie gerne bereit, noch ein paar Prozent mehr zu leiden.

Ich brauche viele Trainingssprünge.“

Anna Rupprecht, Weltmeisterin des SC Degenfeld

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