Der Letzte bestraft lasche Gäste: VfR Aalen verliert in Mainz

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Kein Durchkommen: Der VfR Aalen enttäuschte am Mittwochabend im Nachholspiel bei Schott Mainz und musste sich dem Tabellenletzten überraschend mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. Manuel Botic (Mitte) wurde bereits nach 38 Minuten ausgewechselt.
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Die Warnungen von Trainer Uwe Wolf gehen ins Leere. Der VfR Aalen zeigt keinen Biss und verliert beim Tabellenletzten TSV Schott Mainz zurecht mit 0:2 (0:0).

Mainz

Uwe Wolf verließ wütend den Platz. Und in der Kabine ging es danach laut her. Der Frust saß tief beim VfR Aalen nach der unerwarteten 0:2-Niederlage beim TSV Schott Mainz. Und der noch immer abgeschlagene Tabellenletzte hat das Nachholspiel am Mittwochabend völlig verdient gewonnen. „Mainz hat uns vorgemacht, wie es geht“, sagt der VfR-Trainer. „Der Gegner war viel leidenschaftlicher. So wie wir aufgetreten sind, kann man kein Spiel gewinnen.“ Symptomatisch für den Auftritt: Beide Gegentreffer fielen durchs Zentrum, weil kein Aalener energisch eingriff.

Nein, ein Fußball-Leckerbissen war‘s nicht, was die gerade einmal gut 150 Zuschauer zu sehen bekamen. Und das war angesichts der Umstände auch nicht zu erwarten. Nasskaltes Wetter, ein düsteres Flutlicht, dazu der harte Kunstrasen, den Uwe Wolf im Vorfeld der Partie als „ein Unding“ für die Regionalliga bezeichnete. Allerdings ließ der Trainer all das nicht als Ausrede für den desolaten Auftritt seiner Elf gelten. Denn die Ostälbler, bei denen Daniel Elfadli, Holger Bux und Tim Schmidt neu in der Startelf standen und die im ungewohnten 3-4-3-System begannen, fanden von Anfang an nicht ins Spiel. Ganz anders der Letzte aus Mainz, der mit seiner aggressiven Gangart und harten Spielweise die Gäste zusätzlich einschüchterte. Und die ließen unerwartet viele Chancen zu. Nils Lihsek versuchte es von der Strafraumgrenze, der Ball wurde abgefälscht (9.). Wieder war es Lihsek, dessen Schuss gleich zweimal an die Latte krachte (14.). Mainz blieb die gefährliche Mannschaft, und der VfR Aalen durfte sich gleich zweimal bei seinem glänzend reagierenden Keeper Tim Paterok bedanken, dass es nicht schon zur Halbzeitpause 0:1 oder gar 0:2 stand (37./ 38.). Wolf hatte zu dem Zeitpunkt genug gesehen, er brachte Andreas Knjpfer für den schwachen Manuel Botic (38.). Wolf musste seine Startformation vor der Halbzeit noch ein weiteres Mal verändern - Gino Windmüller verletzte sich, Daniel Stanese rückte für den Routinier in die Innenverteidigung.

Der Trainer wechselte nach der Pause zur Viererkette - und es kam noch schlimmer. Denn das Schlusslicht schlug innerhalb von nur sieben Minuten zweimal zu und entschied mit diesem Doppelschlag dieses Trauerspiel aus Aalener Sicht.

"So kann man kein Spiel gewinnen.“

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen

50. Minute: Nach einem präzisen Zuspiel aus dem Mittelfeld fackelt Giorgio Del Vecchio aus 16 Metern nicht lange und lässt Paterok keine Chance - 1:0.

57. Minute: Diesmal kommt Manuel Schneider aus 18 Metern frei zum Schuss, Paterok wehrt den Ball nach vorne ab, und weil kein Aalener reagiert, kann Etienne Portmann völlig ungestört einköpfen - 2:0.

„Wir müssen das verteidigen“, brüllte Schott-Trainer Sascha Meeth seinen Kickern zu. Und VfR-Kapitän Alessandro Abruscia versuchte unterdessen lautstark, seine schläfrigen Mitspieler aufzuwecken. Vergeblich. Von den Ostälblern kam keine Reaktion, stattdessen hatten die defensiv kompakt stehenden Mainzer überhaupt keine Mühe, die Wolf-Elf zu kontrollieren. Und sie hätten das Ergebnis sogar noch nach oben schrauben können. Nach einer tollen Kombination im Mittelfeld kam der eingewechselte Birkan Celik aus zehn Metern frei zum Abschluss. Paterok, der als einziger Normalform hatte, verhinderte das dritte Tor (79.). Es passte ins Bild, dass die Partie mit einem Handgemenge auf dem Platz endete. Mittendrin: Abruscia. Der Kapitän der Aalener war außer sich vor Wut und beschimpfte seinen Gegenspieler. Schiedsrichter Justin Joel Hasmann hatte seine Mühe, die Streithähne auseinander zu bringen. Der Unparteiische zückte viermal Gelb - und erlöste mit dem Schlusspfiff den VfR Aalen, für den es ein Abend zum Vergessen war.

Im letzten Spiel des Jahres geht‘s am Samstag zum direkten Konkurrenten Bahlinger SC. Die von Uwe Wolf ausgelobte Belohnung im Falle von zwei Siegen zum Jahresabschluss haben seine Profis aber bereits am Mittwochabend leichtfertig verspielt.

  • Stimmen zum Spiel: „Das war eine Frechheit von uns“
  • Steffen Kienle, VfR-Torjäger: „Das war viel zu wenig von uns. Ich würde sogar sagen, dass das eine Frechheit war, was wir hier abgeliefert haben. Wir haben gesagt, dass wir mutig sein und unser Kurzpassspiel aufziehen müssen. Stattdessen schlagen wir nur die Bälle hoch vor, das ist genau deren Stärke. Und es ist Wahnsinn, wie wir wieder die Tore fressen. Meiner Meinung nach geht es gar nicht, was wir abgezogen haben. Das ist ganz klar eine verdiente Niederlage.“
  • Ali Odabas, VfR-Innenverteidiger: „Das war zu wenig. Der Gegner hat uns gezeigt, wie es geht. Und wir sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gegangen.“
  • Daniel Stanese, VfR-Innenverteidiger: „Man kann sich natürlich über den Platz beschweren, aber wir hatten daheim auch Kunstrasen zum Trainieren. Mainz war viel aggressiver als wir. Und sie haben die Chancen gemacht. Das ist sehr ärgerlich.alex

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