Insolvenz: Studenten aus Stuttgart wollen den VfR Aalen retten

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Ist die Ostalb-Arena auch in Zukunft hell erleuchtet oder gehen die (Flut-)Lichter ganz aus? Zehn Studenten der Hochschule für Medien in Stuttgart haben nun eine Kampagne zur Rettung des insolventen VfR Aalen gestartet.
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Fan Georg Wesch initiiert die Kampagne „Alle für Aalen“ für den insolventen Verein: Mit einem dreiminütigen Video soll die Region zum Unterstützen animiert werden.

Aalen

Georg Wesch ist leidenschaftlicher Fan des VfR Aalen. Jetzt hat der 22-Jährige Angst um die Existenz des Traditionsvereins. Um seinen Verein. Und deshalb hat der Student der Hochschule für Medien in Stuttgart eine Kampagne gestartet: „Alle für Aalen“ ist jetzt online. Angesprochen werden soll „ganz Fußballdeutschland“, vor allem aber die Region, um den Club vor dem Aus zu retten.

Die Idee war ursprünglich eine andere: Georg Wesch wollte eine Doku über den VfR Aalen drehen. Aber die Situation hat sich am 26. Oktober 2022 schlagartig verändert. An jenem sonnigen Mittwoch, an dem der Medienstudent trotz vieler Versuche niemand auf der Geschäftsstelle des Regionalligisten erreicht hat. Es war der Tag der Insolvenz. „Das habe ich erst später erfahren, ich wollte dann aber etwas tun“, sagt der 22-Jährige. Und hat nicht lange gezögert. „Der VfR braucht gerade jetzt einen medialen Push“, sagt Wesch. Ziel sei es, den Verein „medientechnisch neu aufzustellen und ein positives Image aufzubauen“. Wohl wissend, dass „ein positives Image in der jetzigen Situation keine Rechnungen bezahlt“.

Wesch stellte sich die Frage: „Wo sind die Leute hin, die zu Zweit- und Drittligazeiten da waren?“ Zwei Punkte haben sich Wesch und seine neun helfenden Studenten in enger Zusammenarbeit mit dem VfR-Präsidium - und -Aufsichtsrat ausgedacht: Zum einen eine kurzfristige „Startnext-Kampagne“, eine Rettungskampagne. Als zweiten Schritt sind langfristige Partnerschaften geplant, beispielsweise mit der Hochschule. Und der erste Schritt ist gut einen Monat später vollbracht: Die Kampagne ist jetzt online. „Alle für Aalen - Kampagne zur Rettung und zum Neustart des Traditionsvereins VfR Aalen. Für den Fußball. Für Aalen. Für die Ostalb“ lautet der Titel des dreiminütigen Videos.

„Es wird zu wenig geredet“

Ein Film, in dem Torjäger Steffen Kienle sagt, dass er „mit dem VfR Aalen nur Positives verbindet“ und dass der VfR Aalen „ein toller Club ist“. Trainer Tobias Cramer sagt, dass der VfR „ein Riesen-Standing“ habe. Und Stadionsprecher Michael Flechsler lobt die „extrem gute Stimmung“. Wobei „Flex“ auch die Schwachstellen anspricht. Es müsse mehr Kommunikation stattfinden, sagt er. „Es wird zu wenig geredet. Man muss versuchen die Leute mehr mitzunehmen. Man muss transparent sein, es muss ein sympathischer Verein sein, dass will jeder mit dem in Verbindung gebracht werden.“ Diese erste Verbindung soll mit dem Video geschaffen werden, in dem die drei Identifikationsfiguren kräftig die Werbetrommel rühren. Indem verdeutlicht wird, dass die neuerliche Insolvenz ein Neustart in der 100-jährigen Geschichte des Vereins darstellen soll.

Und natürlich wird „Fußballdeutschland“ aufgerufen, dem VfR zu helfen. Wesch und seine Mitstreiter von der Hochschule in Stuttgart haben ein Retterpaket geschnürt. Eines, in dem die Fans die Chance haben, Fragen und Anregungen einzubringen und selbst aktiv mitzugestalten. Eines, in dem gezeigt, dass der VfR Aalen nicht nur Fußball bietet, sondern „eine Plattform für die gesamte Region sein soll“, sagt Wesch und fügt hinzu, dass „der VfR nahbarer werden muss“. Es wird erklärt, worum es in dem Projekt geht. Was die Ziele sind. Und warum jemand das Projekt unterstützen soll.

„Die Ostälbler mögen den VfR“

Apropos Geld. Natürlich beinhaltet das Retterpaket auch Retterangebote. Vom Unterstützerpaket S bis zum Unterstützerpaket XXL. Letzteres kostet 25000 Euro, soll Unternehmen ansprechen und bietet beispielsweise Firmen die Möglichkeit, Namensgeber einer Tribüne zu werden. Auch gibt es die Chance, VfR-Pakete zu kaufen. Vom T-Shirt bis hin zum Torwarttraining mit den Profikeepern. „Wir wissen, dass sich der Verein verändern muss. Dass es einen Wandel braucht. Und zwar jetzt.“

Und welche Summe will Georg Wesch mit seiner Kampagne schaffen? Der Student erinnert an ein ähnliches Projekt beim Ligakonkurrenten Hessen Kassel, das 38 000 Euro eingebracht hat. An Tag drei hat die Kampagne „Alle für Aalen“ bereits die ersten 25 Unterstützer abgeholt und rund 3000 Euro in die Kasse gespült.

„Ich glaube fest daran, dass wir die Summe von Hessen Kassel übertreffen können“, sagt Georg Wesch. Denn: „Die Ostälbler mögen den VfR Aalen. Da bin ich mir ganz sicher.“

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Links zur Kampagne und zum Film „Alle für Aalen“

Die Startnext-Kampagne mit Shirts, Pullis und Evente gibt es unter startnext.com/allefueraalen

Alle Infos, Videos, und Kontaktmöglichkeiten gibt es unter AlleFuerAalen.de und über die Social-Media-Kanäle des Vereins.

Georg Wesch
Studenten der Hochschule für Medien in Stuttgart wollen mithelfen, den VfR Aalen vcor dem Aus zu retten.
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