VfR Aalen: Das Halbjahreszeugnis

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Musterschüler und Hinterbänkler: Die Profis des VfR Aalen bekommen ihr Halbjahreszeugnis.
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Fußball, Regionalliga: Primus, Musterschüler, Hinterbänkler: Die Profis des VfR Aalen nach der ersten Saisonhälfte in der Einzelkritik.

Der Primus:

Alessandro Abruscia: Der 31-Jährige ist unter Trainer Uwe Wolf der Chef - auf und abseits des Platzes. Der Kapitän führt das Team, er ist die zentrale Figur im Zentrum. Er glänzt als Spielmacher, Standardspezialist und Vorbereiter. Und im ersten Halbjahr vor allem als Vollstrecker. Mit 11 Treffern liegt er in der Regionalliga-Torjägerliste auf Rang 3.

Die Musterschüler:

Steffen Kienle: Der 26-Jährige hatte anfangs Ladehemmung, inzwischen ist er aber wieder der unersetzliche Torjäger beim VfR Aalen. 5 Treffer in den vergangenen 7 Spielen, 7 Tore insgesamt. Kienle ist aber nicht nur Vollstrecker, er ist vor allem ein unermüdlicher Kämpfer und Arbeiter, der auch defensiv präsent ist. Ein Vorbild in Sachen Einstellung.

Daniel Elfadli: Der Neuzugang ohne Profierfahrung ist auf Anhieb ein Leistungsträger. Der Sechser besticht durch sein aggressives und kompromissloses Zweikampfverhalten. Und der außergewöhnlich abgeklärte 24-Jährige nimmt der Abwehrkette damit viel Arbeit ab.

Mark Müller: Der wuselige Youngster hat den Durchbruch geschafft und sich im Team festgespielt – dank seiner außergewöhnlichen Lauf- und Einsatzbereitschaft. Der 20-Jährige ist immer präsent, gibt nie auf, und er trifft jetzt auch. Was teilweise noch fehlt: das Durchsetzungsvermögen.

Tim Paterok: Nachdem Matthias Layer als Nummer eins nicht überzeugt hat, wurde der 29-Jährige nachverpflichtet. Paterok sollte mehr Stabilität reinbringen, und das ist ihm sofort gelungen. Der Keeper strahlt viel Ruhe aus, er weist seine Vorderleute an und er glänzt auch zwischen den Pfosten. Allerdings nicht immer schuldlos bei den Gegentoren.

Gino Windmüller: Anfangs nur zweite Wahl, hat sich der 32-Jährige ins Team zurückgekämpft. Windmüller ist wieder der Abwehrchef, der durch Zweikampf- und Kopfballstärke, seiner Übersicht und sein Stellungsspiel glänzt. Altbekanntes Manko: sein vereinzelter Leichtsinn.

Ali Odabas: Der 28-jährige Neuzugang ist gesetzt in der Abwehrkette – entweder als Innen- oder Linksverteidiger. Kompromisslos im Kopfball und Zweikampf, energisch bei seinen Offensivaktionen. Odabas haut dazwischen wenn’s sein muss. Teilweise aber mit einfachen Fehlern.

Benjamin Kindsvater: Bis zu seiner Verletzung ein absoluter Leistungsträger auf der offensiven Außenbahn. Der 28-Jährige ist flink, trickreich und zielstrebig. Kindsvater hat zu Saisonbeginn auch als Torschütze geglänzt.

Tim Schmidt: Anfangs kaum berücksichtigt hat der erst 19-Jährige seine Chance genutzt. Als Innenverteidiger aggressiv und kompromisslos in den Zweikämpfen, dazu offensivstark bei Standards. Der Abwehrspieler hat bereits 2 Treffer auf seinem Konto. Muss allerdings konstanter werden.

Sascha Korb: Der Routinier fehlt seit dem 11. Spieltag verletzungsbedingt. Bis dahin als variabler Defensivspieler gesetzt. Der drittligaerfahrene Neuzugang ist aggressiv in den Zweikämpfen, er hat ein gutes Auge und Führungsqualitäten.

Die zweite Reihe:

Daniel Stanese: Der anfangs als Innenverteidiger gesetzte Routinier hat seinen Stammplatz verloren. Der 27-Jährige ist zweikampf- und kopfballstark, er ist variabel einsetzbar und er übernimmt Führungsqualitäten. Er ist nach mehreren Rückschlägen aber noch nicht bei 100 Prozent.

Eduard Heckmann: Der aus der U19 der Kickers gekommene Linksverteidiger hat sich schnell akklimatisiert und festgespielt. Aggressiv in der Defensive, dazu mit viel Offensivdrang über die linke Außenbahn und bereits 2 Torvorbereitungen. Noch zu schwankend sind seine Leistungen.

Leon Volz: Schneller, dynamischer Außenbahnspieler, der sowohl offensiv als auch defensiv eingesetzt werden kann. Allerdings zu schwankend in seinen Leistungen und deshalb nicht mehr erste Wahl. Kann nicht an die Leistungen der Vorsaison anknüpfen.

Andreas Knipfer: Der Rechtsverteidiger ist aggressiv und giftig. Und er schaltet sich mit Tempo in die Offensive ein. Was fehlt: die Konstanz. Das zeigt sich in seiner Einsatzstatistik: Knipfer war nur in zehn Spielen dabei.

Kristjan Arh Cesen: Der in der Vorsaison hoch gelobte Linksverteidiger hat nach seiner Verletzung lange gebraucht, um wieder in Tritt zu kommen. Kompromisslos und bissig einerseits, andererseits viel zu fehlerhaft. Cesen kann mehr – und muss deshalb oft dem jungen Eduard Heckmann den Vortritt lassen.

Sean-Andreas Seitz: Der Youngster ist ein technisch versierter Fußballer. Flink, schnell und vor allem dribbelstark. Aber: Er verdribbelt sich zu. Seitz muss lernen – und das ist für einen 19-Jährigen normal.

Manuel Botic: Der Unterschätzte. Anfangs kaum berücksichtigt, auch, weil er sich nicht aufgedrängt hat. Dann aber hat der Mittelfeldspielerseine Qualitäten aufblitzen lassen: dynamisch, flink, technisch stark und präsent. Der 23-Jährige kann – wenn er will. Es scheint aber, als wolle er zu selten.

Die Hinterbänkler:

Kolja Herrmann: Der technisch gut ausgebildete Mittelfeldspieler ist sehr flexibel einsetzbar – und das ist sein Problem: Er ist auf keiner Position die Nummer eins. Der 24-Jährige kann mehr als er zeigen darf. Und er enttäuscht selten, wenn er das Vertrauen bekommt.

Jonas Arcalean: Der 24-Jährige ist eine echte Verstärkung für den Angriff. Technisch stark und zielstrebig im Torabschluss. Allerdings: extrem verletzungsanfällig. Nur sechs Einsätze.

Holger Bux: Das Eigengewächs wirkt oft schlaksig, hat aber Potenzial. Der 1,88 Meter große Stürmer setzt seinen Körper geschickt ein, er macht Bälle fest und arbeitet viel. Im letzten Spiel vor der Winterpause ist der Knoten geplatzt: Der 19-Jährige hat seinen ersten Treffer erzielt. Allerdings: Die Konkurrenz um ihn herum ist zu stark.

Matthias Layer: Der Keeper wurde nach der schweren Verletzung von Daniel Bernhardt zur Nummer eins befördert. Allerdings ist der erst 22-Jährige mit dem großen Druck nicht klargekommen. Strahlt zu wenig Ruhe aus, ist zudem fehlerhaft. Die Konsequenz: Er musste den Platz im Tor wieder räumen.

Michael Schaupp: Ebenso ein Eigengewächs mit Potenzial. Allerdings kommt der 19-Jährige noch nicht an den etablierten Innenverteidigern vorbei. Nur zwei Einsätze. Schaupp muss schauen, dass er Spielpraxis bekommt. Wo auch immer.

Serdar Arslan: Galt vor Saisonbeginn als der hoffnungsvollste Nachwuchsspieler aus dem eigenen Stall. Allerdings hat der Innenverteidiger das bislang nicht zeigen können. Nur vier Einsätze.

Sergio Gucciardo: Der 22-Jährige hatte bislang nur drei Kurzeinsätze. In denen hat er es nicht geschafft, sich aufzudrängen und auf sich aufmerksam zu machen.

Nicht zu bewerten:

Daniel Bernhardt: Der Dauer-Primus der vergangenen Jahre hat sich im WFV-Pokal schwer verletzt und deshalb kein Ligaspiel bestritten. Der 36-Jährige arbeitet hart am Comeback, ob es dazu kommt, ist fraglich. Der Vertrag des langjährigen Kapitäns läuft im Sommer aus.

Tim Österle: Der U19-Torwart ist die Nummer drei bei den Profis. Bislang ohne Einsatz.

Der Lehrer:

Uwe Wolf: Selten hat ein Trainer des VfR Aalen so polarisiert wie der 54-Jährige. Und deshalb muss man ihn zweigeteilt bewerten. Sportlich ist Wolf ein absoluter Gewinn. Er hat mit bescheidenen Mitteln ein konkurrenzfähiges Team geformt, das einen erfolgreichen und zudem höchst attraktiven Fußball spielt. Mit 30 Punkten aus 22 Spielen und Platz 9 liegt er absolut im Soll. Abseits des Platzes ist der Fußballlehrer allerdings kein Teamplayer. Er geht seinen Weg und versucht diesen auch mit teilweise rücksichtslosen Mitteln durchzusetzen. Daran hat auch eine Abmahnung wenig geändert.

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