Verteidiger plädiert auf Totschlag

Ein Mann soll eine Frau getötet und angezündet haben. Das Urteil wird kommende Woche erwartet.
Im Prozess um den Fund einer verkohlten Leiche einer jungen Frau auf einem Kompost nahe Ludwigsburg hat die Verteidigung auf Totschlag mit maximal zehn Jahren Haft plädiert.

Vieles spreche dafür, dass sein 25-jähriger Mandant für den Tod der 22-Jährigen verantwortlich sei, räumte Rechtsanwalt Thomas Raich gestern am Landgericht Stuttgart ein. Er gehe aber von einer spontanen Tat aus – im Sorgerechtsstreit um den gemeinsamen Sohn und „aus der Emotion heraus“. Zumindest sei es kein kaltblütiger und geplanter Mord gewesen.

Staatsanwältin Tanja Föll hatte in ihrem Plädoyer eine Verurteilung des ungelernten Gelegenheitsarbeiters wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen zu lebenslanger Haft gefordert. Zudem müsse das Gericht die besondere Schwere der Schuld feststellen, womit eine Entlassung nach 15 Jahren Haft zunächst ausgeschlossen ist. Vor allem das Anzünden und Verstecken der Leiche mache diesen Schritt nötig. Das Urteil soll am 13. Dezember gesprochen werden.

Nach der 22-Jährigen aus Strümpfelbach bei Backnang war vor rund einem Jahr gut eine Woche lang mit großem Aufwand gesucht worden. Durchsuchungen mit Spürhunden und Polizeihubschrauber auch auf einer Mülldeponie brachten die Ermittler zunächst nicht weiter. Dann wurde erst der Ex-Partner festgenommen und die Leiche gefunden – rund 40 Autominuten vom Wohnort entfernt. dpa
© Südwest Presse 06.12.2018 07:45
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