Barrierefreies Bad auch auf kleiner Fläche

+
Der Bauvorschlag für eine Ausstellungskoje auf quadratischem Grundriss (2,3 x 2,3 Meter) ist bei Großhändler Franz Silberhorn in Friedberg bei Augsburg realisiert.

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) hat unter der Marke „Badkomfort für Generationen“ neue Konzepte zur Barrierefreiheit im Bad entwickelt. 

In Deutschland sind etwa 4,1 Millionen Menschen pflegebedürftig. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen auch: Etwa 80 Prozent dieser Mitmenschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen dauerhafte Unterstützung benötigen, werden zu Hause versorgt. Damit die alternde Gesellschaft in Deutschland möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden führen kann, nimmt das Bad eine Schlüsselstellung ein. Längst verfügen Badplaner und Installateure über Lösungen, wie sich im Bad mögliche Barrieren entfernen und durch gutes Baddesign ersetzen lassen. Doch als großes Hindernis vor allem beim Umbau in ein pflegegerechtes Bad galt bislang, dass es in millionenfach vorhandenen Kleinstbädern an Platz mangelt. Platz für eine zweite Person, weil die Nutzung je nach Grad der körperlichen Einschränkung allein nicht (mehr) möglich ist. Vor allem im sogenannten Schlauch-Bad (3,6 x 1,3 Meter) oder bei einem anders geschnittenen minimalen Badgrundriss von nicht einmal sechs Quadratmetern besteht für eine Assistenz in der häuslichen Pflege kaum Arbeitsfläche.Jetzt hat der ZVSHK zusammen mit Partnern dafür Lösungen zusammengestellt. Im Juli wurde in einer ersten Ausstellung präsentiert, was im Minibad möglich ist. Der Bauvorschlag mit seinen teilbaren und zur Seite schwenkbaren Wänden zeigt, wie sich neben WC beziehungsweise Dusche auch auf engstem Raum Bewegungsflächen schaffen lassen, die eine helfende Person bei Bedarf nutzen kann. Bei der Premiere des Minibades unterstrich ZVSHK-Präsident Michael Hilpert die Bedeutung dieser baulichen Lösung: „Wir möchten mit dem Markenbegriff 'Badkomfort für Generationen' weitere beispielhafte Projekte mit pflegegerechten Bädern in den Badausstellungen des Großhandels und des Handwerks etablieren.“In der Normung habe man sich lediglich auf das barrierefreie Bad und den Aufenthalt einer einzelnen Person konzentriert. Dies werde jedoch dem tatsächlichen Bedarf oft nicht gerecht, stellte Hilpert klar und wies den Weg in die Zukunft: „Für pflegegerechte Bäder gab es bislang keine Standards. Zusammen mit unseren Partnern haben wir jetzt Anforderungsprofile geschaffen, die nicht nur für Handwerker, sondern auch für Pflegestützpunkte, Sanitätshäuser, Wohnberatungen und Architekten nützlich sind.“ ZVSHKWeitere Infos unter www.badkomfort-fuer-generationen.de. Dort sind detaillierte Planungskonzepte hinterlegt. ZVSHK

Heizungsoptimierung nur durch Fachleute

Die Energiekosten sind in den vergangenen Monaten drastisch gestiegen. Viele Eigentümer unsanierter Wohngebäude wollen daher so schnell wie möglich energetisch sanieren. Es gibt einige Maßnahmen, die Heimwerkerinnen und Heimwerker in Eigenregie durchführen können. Kompliziertere Sanierungsmaßnahmen, wie die Dämmung der Fassade oder der Fenstertausch sollte man Fachleuten überlassen – ihnen aber möglichst alle verfügbaren Informationen zum energetischen Zustand des Hauses zusammenstellen. Um Heizkosten zu sparen, kann man kleinere Maßnahmen selbst durchführen. Wenn ein Austausch durch den Fachbetrieb in diesem Winter nicht mehr möglich ist beispielsweise die alten Fenster an Schwachstellen durch Kunststoff-Profile, Dicht- oder Schaumstoffbänder abdichten. Man kann auch als Sofortmaßnahme undichte Rollladenkästen nach Möglichkeit von innen mit einer Dämmung versehen und hinter den Heizkörpern Reflexionsfolien anbringen. Eine besonders effiziente Maßnahme ist die nachträgliche Dämmung der Kellerdecke. Gänzlich ungedämmte oder nur dünn gedämmte Heizleitungen an der Kellerdecke sollten gut mit vorgefertigten Dämmschalen eingepackt werden und zwar deutlich dicker als der Rohrdurchmesser. Heizkosteneinsparungen von bis zu zehn Prozent sind dadurch möglich. Die – oft gesetzlich verpflichtende – Dämmung der Decke zum Dachboden ist bauphysikalisch etwas komplizierter und erfordert meist eine fachliche Beratung.Sind die kleineren Do-it-yourself-Maßnahmen erledigt, spart man schon einiges an Energie und kann so die Vorlauftemperatur der Heizung absenken. „Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, die das Wasser hat, wenn es den Heizkessel verlässt und zu den Heizkörpern gepumpt wird“, erklärt Jörg Knapp vom Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg. „Je niedriger die Vorlauftemperatur ist, desto geringer sind die Heizkosten – denn die Heizungsanlage muss das Wasser weniger stark aufheizen.“ Die Einregulierung der Vorlauftemperatur sollte man aber unbedingt Fachleuten überlassen. Ein hydraulischer Abgleich trägt auch dazu bei, dass die Vorlauftemperatur der Heizung niedriger eingestellt werden kann. Dieser sollte ebenfalls von Fachleuten durchgeführt werden. „Komplett ausreichend sind diese ersten Maßnahmen aber nicht, um das Eigenheim zukunftsfähig zu machen“, so Hettler. „Die Umsetzung weiterer Sanierungsmaßnahmen durch Fachleute, etwa eine Fassaden- oder Dachdämmung, sind daher in den meisten Fällen nötig.“ Wer noch Sanierungsbedarf am Haus hat, sollte die Bausubstanz und verbliebenen Schwachstellen soweit es geht dokumentieren und bei einem Termin an die jeweilige Fachperson übergeben. Dann ist es einfacher, den energetischen Zustand des Hauses zu ermitteln. pm

Aktuelle Infos zur energetischen Sanierung auf www.zukunftaltbau.de.

Zurück zur Übersicht: Bauen & Wohnen

Kommentare